Millions Grossbritannien 2004 – 98min.

Millions

Filmkritik

Kinder im Geldrausch

Filmkritik: Dominique Zahnd

«Trainspotting»-Regisseur Danny Boyle stellt seine Vielseitigkeit unter Beweis. In seinem Kinderfilm «Millions» erzählt er die anrührende Story zweier Knirpse, die einen Koffer voller Geld finden.

Ob «Shallow Grave», «Trainspotting» «28 Days Later» oder «The Beach»: Regisseur Danny Boyle machte sich in der Vergangenheit einen Namen mit anspruchsvollem Erwachsenen-Kino, dass unter die Haut geht. Einen Kinderfilm hat wohl kaum jemand von ihm erwartet. Doch wie schon Kollege Robert Rodriguez, der sich mit der «Spy Kids»-Triologie erfolgreich als Familenunterhalter hervor getan hat, zeigt nun auch Boyle, dass er immer solide Arbeit abliefert, egal in welchem Genre.

Der achtjährige Damian (Alexander Nathan Etel) und sein zwei Jahre älterer Bruder Anthony (Lewis Owen McGibbon) ziehen nach dem Tod der Mutter mit ihrem Vater (James Nesbitt) in ein neues Häuschen. Der Grössere der beiden gewöhnt sich schnell ein, aber Damian fällt das nicht so leicht. Er baut sich darum neben dem Bahngleis eine Rückzugsoase in Form einer Kartonhütte. Die stürzt aber krachend ein, als plötzlich eine Tasche auf sie fällt. Der Inhalt? Eine Viertel Million englische Pfund-Noten! Die beiden Brüder beschliessen, die Kohle schnell auszugeben. Während der gutherzige Damian arme Menschen beschenkt, versucht Anthony eine Eigentumswohnung zu kaufen. Doch dann taucht der Ganove auf, dem die Tasche abhanden gekommen ist!

Wenn zwei Kinder so tragende Rollen wie die beiden hier ausfüllen müssen, steht und fällt alles mit ihrer Performance. Doch keine Bange: Das Gespann ist wirklich exzellent. «Millions» entpuppt sich als kurzweiliges Filmvergnügen für die ganze Familie, das nebenbei auch noch eine Botschaft verbreiten will - allerdings ohne allzu sehr mit dem Moralfinger zu winken. Natürlich wird zwischendurch mit der grossen Kitschkelle angerührt, aber das stört zum Glück nicht weiter. Der Film bleibt bis zum Schluss fesselnd und gipfelt in einem Finale, das einem das aufgeweichte Herz wie Butter in der Sonne brutzeln lässt.

Noch eine kleine Anmerkung zum Schluss: Obwohl «Millions» am Anfang leichtgewichtig und äusserst humorvoll daher kommt, nimmt mit dem Lauf der Geschichte auch die Ernsthaftigkeit zu. Wer sich darauf vorgängig einstellt und kein 90-minütiges Gag-Feuerwerk erwartet, wird sich bestens unterhalten.

01.06.2005

4

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