Exorzist - Der Anfang USA 2004 – 114min.

Filmkritik

Horror auf Teufel komm raus

Filmkritik: Andrea Bleuler

Der Exorzist kehrt auf die Leinwand zurück. Stellan Skarsgård spielt Max von Sydows Rolle des Paters Merrin, dreissig Jahre bevor er einem zwölfjährigen Mädel den Teufel aus dem Leib holt. Doch für einmal ist die Produktionsgeschichte spektakulärer als der eigentliche Horrorfilm.

Weshalb ist eine katholische Kirche in den afrikanischen Wüstensand eingegraben? Das will der Vatikan in den vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts wissen und verknurrt Ex-Pater Merrin (Stellan Skarsgård), im zweiten Weltkrieg zum Atheisten geworden und seither saufend in Kenia in einer Bar sitzend, der Sache auf den Grund zu gehen.

So begegnet Merrin dem Dämon Pazuzu zum ersten Mal, lange bevor der sich im Original "The Exorcist" von 1973 über Kinderstar Linda Blair hermacht. Wahrlich sieht man angesichts dieses Hintergrund-Konstrukts den Kopf des Drehbuchautors vor dem geistigen Auge rauchen: Viel Schauderliches muss dem Pater, der auch Archäologe ist, den Glauben an einen unendlich mächtigen Gott zurückgeben. Diesmal fällt das teuflische Wesen über zwei süsse kenianische Jungs her. Mit von der Partie auf der Exkursion sind ein eifriger junger Gesandter des Vatikans (James D'Arcy) und eine wunderschöne Ärztin (Izabella Scorupco).

"Exorcist - The Beginning" ist zunächst einmal der wahr gewordene Albtraum eines Produzenten: John Frankenheimer, der den Film ursprünglich hätte drehen sollen, sagt kurz vor Drehbeginn ab und stirbt einen Monat später. Sein Nachfolger, Altmeister Paul Schrader, wird von der Produktionsfirma Morgan Creek entmachtet, als er einen bereits fertig geschnittenen Film abliefert, der zu wenig blutig und gruselig ist. Daraufhin werden 90 Prozent des Films nach einem frischen Drehbuch neu gedreht.

Eine eigene Handschrift ist dem fertigen Werk nach dieser leidigen Entstehungsgeschichte allerdings nicht mehr zu erkennen. Der dritte Regisseur Renny Harlin, der auch je ein Sequel von "Die Hard" und "Nightmare on Elm Street" betreute, hat sich für eine klassische, jedoch wenig spektakuläre Inszenierung entschieden. Kameramann Vittorio Storaro hat die staubige Szenerie in unangenehm gelblich-braunes Licht getaucht. Gut vertreten sind Attacken aus dem Tierreich (Fliegen, Hyänen, Vögel) sowie Stromausfälle und Naturereignisse, und auch eine Duschszene darf nicht fehlen.

Richtige Schauder, wie sie etwa Lindas Spinnengang in der 2001 erweiterten Fassung des Original-Exorzisten noch zu erzeugen vermochte, bleiben aus - obschon Harlins Version dem Mutterfilm stilistisch irgendwo verpflichtet bleibt: Der wahre Held dieser zwei Kino-Stunden voll "was-geschieht-als-nächstes" ist hingegen Hauptdarsteller Stellan Skarsgård, der immerhin einen facettenreichen, menschlich berührenden Charakter in die heissluftige dramatische Öde zaubert.

Auf den DVD-Release darf man in diesem Falle besonders gespannt: Paul Schraders unveröffentlichte, verschmähte Version wird auch mit dabei sein.

18.05.2021

2.5

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Kommentare

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tuvock

vor 16 Jahren

Der Film bietet eigentlich nicht gerade viele Möglichkeiten sich mit neuem Atem anzureichern, weil er eigentlich recht spannend ist und dauernd was bietet, bis auf die paar unsäglichen langweiligen Gesprächsmomente, die wieder abgeändert wurden durch viele spannende Momente mit viel Blut und grauslichen Gesichtern, und so wurde aus der ganzen Story eine 0 – 100 % Film, etwas sehr langweilig und die andere Hälfte sehr grausam.

Zum empfehlen für schwache Gemüter mit viel Geld, die kriegen dann einen Herzinfarkt und man kann sie ausrauben, beerben, oder flach legen, falls es eine schöne Frau ist und für Leute ab 18, nicht so wie im Kino das fast leer war wo Kinder saßen, was meiner Meinung nach eine Frechheit von den Kinobetreibern ist.

90 von 100Mehr anzeigen


devotional

vor 16 Jahren

Hab wenn ich ehrlich bin, schon lange nicht mehr so ein guter Horrorfilm im Kino gesehen. Der Film bleibt spannend bis zum Schluss.

Bei the Beginning sind jedenfalls keine langweiligen Szenen zu sehen, was man ja vom Exorzist Teil 1 nicht behaupten kann.

Dieser Film ist ein Muss für jeden Fan des Horrors.Mehr anzeigen


olirei

vor 16 Jahren

Da ich den Exorzisten bereits aus meiner Jugend kannte, liess ich mich von den schlechten Kritiken nicht einschüchtern. Mutig ging ich ins Kino um mich wieder einmal so richtig zu gruseln.... DOCH GENAU DAS IST BEI DIESEM FILM SCHLICHT UND EINFACH NICHT MÖGLICH! Langweilig und vorhersehbar von Anfang bis Schluss. Keine Story, keine Gänsehaut, nicht einmal gute Schauspieler. Der Soundtrak eintönig und fade. Ich hatte überhaupt keine Erwartungen an den Film, aber nicht einmal die wurden erfüllt. Da bleibt nichts aber auch gar nichts. Schade.Mehr anzeigen


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