Blade: Trinity USA 2004

Blade: Trinity

Filmkritik

Huh, hah, Dracula

Bruno Amstutz
Filmkritik: Bruno Amstutz

Ohne Trilogie geht's heutzutage offenbar nicht mehr. Darum wetzt Wesley Snipes als Vampirkiller Blade zum dritten mal die Klinge und liefert mehr vom selben: Coole Action und kübelweise «Geschnetzeltes Blutsaugerart». Langsam hat man sich daran aber satt gegessen.

Die Vampire machen ihre Sache besser als die US-Amerikaner. Sie haben tatsächlich im Irak eine Massenvernichtungswaffe ausfindig gemacht. Die liegt begraben irgendwo in der nahöstlichen Wüste und ist - Dracula höchstpersönlich! Denn der, so erklärt "Blade: Trintiy" im Vorspann besserwisserisch, ist nicht etwa ein alter Mann in wallendem Cape, wie es der herkömmliche Vampirfilm weismachen will.

Lassen wir uns also eines Wahreren belehren. Nämlich: Dracula ist, wenn man ihn denn aus seinem sandigen Grab erweckt, entweder eine computergenerierte Monstrosität, oder aber er wandelt mit bis zum Bauchnabel aufgeknöpften Hemd in Menschengestalt durch die Gegend. Dann sieht er eher aus wie ein Schläger der Russenmafia. Und was hat das alles mit Blade zu tun?

Die Vampire haben einfach langsam die Nase voll von ihm. Zu viele ihrer Rasse hat der unermüdliche Schwertschwinger schon auf dem Gewissen, und es ist ohnehin an der Zeit, endlich die Herrschaft über den Planeten zu übernehmen. Meister Dracula als Übervater aller Blutsauger soll die lästige Pflicht der Bladebeseitigung übernehmen, doch ganz traut man ihm dann doch nicht und hängt dem Meister der Klinge lieber noch den Mord an einem Menschen an, damit sich auch die Polizeiorgane auf seine Fährte setzen. Der sture Eigenbrötler hat also bald mächtig Ärger am Hals.

1998, in Zeiten, als der Begriff "Matrix" erst Mathematikeraugen leuchten liess, setzte "Blade" neue Glanzlichter in Sachen comichafte, auf Coolness getrimmte Action. "Blade 2" schraubte das Tempo noch einmal hoch und betonte die Abstammung vom gezeichneten Heft zusätzlich. "Blade: Trinity" kann man kaum als Weiterentwicklung der Vorgänger bezeichnen. Der alte Bluttee wird lediglich neu aufgegossen. Daran können auch die neuen Sidekicks Jessica Biel und Ryan Reynolds nicht viel ändern.

David S. Goyer, der für die ersten beiden Filme schon das Drehbuch schrieb, durfte dieses mal auf dem verwaisten Regiestuhl Platz nehmen. Guillermo del Toro hatte sich aus dem Staub gemacht, um mit "Hellboy" Loorbeeren einzuheimsen. Man wird den Verdacht nicht los, dass Goyer nicht so recht wusste, was er mit der neuen Freiheit anfangen sollte.

Denn während die Special Effects immer noch dieselben sind, bewegen sich Geschichte, Dialoge und auch die Actionszenen hart an der Grenze zum Lächerlichen. "Blade: Trinity" taugt so für hartnäckige Fans des Untotenschnetzlers, aber nicht für Kinogänger, die wieder mal etwas Neues sehen wollen.

23.02.2005

3

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Kommentare

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khurerbuab

vor 12 Jahren


groegu14

vor 13 Jahren

Dieser Film ist voll geladen mit Action er ist total cool... i sage nur den müsst ihr euch ansehen!!!


Gelöschter Nutzer

vor 13 Jahren

Durchaus ein sehenswerter Film. Habe leider die Vorgänger nicht gesehen. Vorallem hat dieser Film trotz Action auch Witz. Das gefällt mir sehr.


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