The Matrix Revolutions USA 2003

The Matrix Revolutions

Filmkritik

Alles hat ein Ende (nur die Wurst hat zwei)

Bruno Amstutz
Filmkritik: Bruno Amstutz

Weil ja bekanntlich nur die Mutter aller Fleischwaren den Anspruch auf zwei Abschlüsse hat, hält sich auch die Matrix an die Regel und begnügt sich mit einem. Er hinterlässt gemischte Gefühle.

"Alles was einen Anfang hat, hat ein Ende", so die Botschaft von Teil 3 der Matrix-Trilogie. Ist das nun der Gipfel aller Philosophie und Mythologie, die in diese insgesamt 400 Minuten Film gesteckt worden sind? Man hätte ja jetzt von den Wachowski-Brüdern erwartet, dass sie das Publikum endlich aus der Folter entlassen und Fakten liefern. Antworten geben auf die unzähligen Fragen, welche "The Matrix Reloaded" gestellt hat. Erklärungen zu allen Andeutungen bereithalten. Die offenen Enden verbinden. Den grossen Knall wollte man sehen, welcher der Trilogie einen runden Abschluss, ein würdiges Ende, ein stimmiges Gesamtbild verleiht. Wunschdenken.

Ist Neo eine Maschine und die Matrix von den Menschen geschaffen? Ist die "Realität" Zions nur eine weitere Ebene der Matrix, und die wirkliche Realität war auf der Leinwand noch gar nicht zu sehen? Unzählige Theorien wurden schon hin und her gereicht, und einige davon sind besser als die Version, welche "The Matrix Revolutions" jetzt präsentiert.

Hat man den Trailer gesehen, kennt man die Geschehnisse praktisch schon. Die Maschinen bohren Löcher in die Aussenhülle der letzten Menschenstadt Zion und lassen riesige Schwärme von Wächtern auf die Menschen los. Diese beweisen, dass es auch nützliche Maschinen gibt und ballern aus riesigen bemannten Kampfrobotern auf alles, was sich bewegt. Das ist auch gleich der optische Höhepunkt von "Revolutions". Derweil unternimmt Neo (Keanu Reeves) einen Ausflug in die Hauptstadt der Maschinen, um mit einem besonders grossen mechanischen Monster zu plaudern.

Und die Matrix? Dort läuft nicht mehr viel, seit Agent Smith (Hugo Weaving) seinem masslosen Selbstvervielfältigungswahn frönt. Sie taugt noch als regnerischer Schauplatz für den Showdown zwischen übermächtig gut (Neo) und übermächtig böse (Smith) mit reichlich Flugeinlagen. Und wir lernen: Diese Kerle nehmen die Sonnenbrille auch nicht ab, wenn es aus Kübeln giesst. Neue visuelle Leckerbissen darf man von der virtuellen Welt aber nicht mehr erwarten.

Die Nahtstellen zwischen den Erzählsträngen werden mit ebenso bedeutungsschwangeren wie sinnleeren Dialogen à la "I don't know" - "I know" gekittet. Doch davon hat man unterdessen wahrlich schon genug gesehen. Weil auch nach dem Abspann keine erlösende Klärung mehr kommt, bleibt der leicht schale Nachgeschmack eines Patchworks, das letztlich banaler und unausgegorener wirkt, als man es nach all dem Geschrei von einem auf allen Ebenen durchdachten Universum erwartete. Oder hat letztlich alles, das ein Ende hat, auch einen neuen Anfang? Hmm. Vielleicht muss man auch nur noch drei weitere Videogames durchzocken, um die ganze Grösse zu verstehen.

21.09.2011

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Kommentare

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MrsStraciatella

vor 5 Jahren

Sehr gut, aber gefällt mir nicht mehr so. Es war zwar irgendwie zu erwarten, dass es nicht ganz positiv enden kann, aber dennoch hat mich der Tod von Neo traurig gemacht. Ich habe mich irgendwie sehr mit den Hauptpersonen verbunden gefühlt.
Tja, alles hat ein Ende


movie world filip

vor 7 Jahren

noch immer gut, aber irgendwas langweilt jetzt, vielleict ist der versuch noch etwas neues dazu zu bringen in komplexität etwas das jetzt die story schadet... wenn alle beste sachen von die drei matrix filmen mal in ein film zusammen gebracht würden ist es ein film der mehr wie kult wäre, ein klassiker, jetzt sind alle sehr gut aber jede film hat seine fehlerMehr anzeigen


pyro5

vor 11 Jahren

Matrix Revolutions hat einen tieferen Sinn, etwas das zum nachdenken anregt. Genau das wollten die Macher damit bewirken. Leider wurde das vollkommen falsch verstanden. Die Matrix-Trilogie zeigt das Filme mit tiefem Inhalt schlecht ankommen(aussert dem ersten Teil).
Für mich ein geniales Finale.Mehr anzeigen


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