National Security USA 2003 – 88min.

Filmkritik

Internationale Bedrohung

Thomas Hunziker
Filmkritik: Thomas Hunziker

Gegensätze ziehen sich bekanntlich an. Zu dem miserablen Drehbuch von "National Security" gesellen sich aber einzig zwei gelangweilte Schauspieler und ein überforderter Regisseur. Das Produkt ist dementsprechend erbärmlich.

Fortuna kann grausam sein. Nachdem sein Partner bei einem Einsatz ums Leben gekommen ist, läuft dem Streifenpolizisten Hank Rafferty (Steve Zahn - "Happy, Texas", "Out of Sight") auch noch das Grossmaul Earl Montgomery (Martin Lawrence - "Bad Boys", "Big Momma's House") über den Weg. Earl ist wegen seiner Überheblichkeit gerade von der Ausbildungsschule der Polizei geflogen. Die schicksalhafte Begegnung endet mit Hanks Versuch, eine Biene mit seinem Schlagstock zu erschlagen, was auf dem Video eines Passanten wie masslose Polizeigewalt gegenüber Earl aussieht. Hank verliert seine Stelle, muss für sechs Monate ins Gefängnis und heuert danach bei einer privaten Sicherheitsgesellschaft an, wo mittlerweile auch Earl beschäftigt ist. Obwohl sie sich nicht ausstehen können, machen sie sich gemeinsam auf die Jagd nach den Mördern von Hanks Partner.

Steve Zahn ist eher aus Nebenrollen bekannt, speziell in der Schweiz, wo zwei seiner drei letzten Filme, "Riding in Cars With Boys" und "Joy Ride", direkt in die Regale der Videotheken wanderten. Der dritte, "Saving Silverman", fand dafür kein Publikum. In seinen Nebenrollen spielt Zahn meist den leicht skurrilen Kauz, der die Lacher auf seiner Seite hat. Daher überrascht es, dass er in der Action-Komödie "National Security" so lustlos agiert. Martin Lawrence seinerseits irrt seit seinem Erfolg an der Seite von Will Smith in "Bad Boys" meist in mittelmässigen bis sogar erbärmlichen Produktionen herum. "National Security" gehört sicherlich in die letzte Kategorie. Dem lausigen Drehbuch gebührt die Hauptschuld für das Misslingen des Streifens. So wird etwa die fiktive Firma Krupps International Aerospace als "CIA" abgekürzt. Zu diesem sprachlichen Missgeschick gesellen sich zahlreiche Ungereimtheiten in der Handlung.

Der störendste Aspekt an National Security ist jedoch der latente Rassismus. Humor ist bekanntlich Geschmackssache. Die Figur von Martin Lawrence dient allerdings einzig dazu, die gerechtfertigten Anliegen einer Bevölkerungsgruppe auf Gleichberechtigung zu diskreditieren. Der quengelnde Schwarze nützt demnach das System gnadenlos aus. Seltsamerweise stört sich daran niemand. Nachdem sich Bürgerrechtler wie Jesse Jackson durch eine Figur in der Komödie "Barbershop" in ihrer Ehre verletzt fühlten, schweigen sie nun. Durch seine Darstellung fördert Lawrence genau diejenigen Vorurteile, welche in den Köpfen der Regierung Bush bereits herumschwirren. Die "Republikaner mit Mitgefühl" möchten die hart erkämpften Gleichstellungsgesetze nämlich aufheben, da sie diese als Benachteiligung für Nichtminoritäten sehen. Wie sich Martin Lawrence für diese Geschichte erwärmen konnte, bleibt ein Rätsel.

Eine wirkliche Überraschung sind die Schwächen des Drehbuchs hingegen nicht, schliesslich waren die Verfasser Jay Schreck und David Ronn auch für den Eddie-Murphy-Flop "I Spy" verantwortlich. Ihre mangelhafte Leistung verstärken die Schauspieler und Regisseur Dennis Dugan ("Big Daddy") allerdings noch. Kein Wunder macht Steve Zahn den ganzen Film hindurch einen besorgten Eindruck - er fürchtet zurecht um seine Karriere. Für Martin Lawrence bleibt zumindest Hoffnung: Im Oktober kehrt er zusammen mit Will Smith in "Bad Boys 2" zu seinen Wurzeln zurück.

19.02.2021

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Kommentare

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tuvock

vor 18 Jahren

EARL gibt ja nichts zu, da er meint das HANK sich noch entschuldigen muß, weil er ihn ja beschimpft hat. HANK ist vom Polizeidienst suspendiert, kommt raus und kriegt einen unterbezahlten Job als Wachmeister, genauso wie EARL, und beide treffen zusammen als wieder wo eingebrochen wird. Doch dieses Mal ist das ganze gefährlicher und es sind wieder die selben die schon CHARLIE getötet haben. Hier treffen EARL und HANK wieder zusammen und HANK denkt nur an zweifache Rache. Ob sich die 2 wohl lieben werden?
Die Story ist schon dagewesen sie ist abgedroschen, ein bisschen, so ungefähr 80 % vorhersehbar, zeigt nichts neues, was ja nicht viel ausmacht, aber das dauernd die Quasselstrippe Martin den guten Eddie Murphy nachmachen will, ist ja urärgerlich. Es kommt keine richtige Spannung auf, die Handlung ist einfach, und es gibt nichts neues im Film. Der Film ist nicht so spannend wie man glaubt, obwohl man in der Werbung da sehr viel gesehen hat, und sich schon gefreut hat. Alle Leute spielen ganz normal, nicht unbedingt wunderbar gut, aber die Regie dürfte auch etwas geschlafen haben. Dauernd werden Sachen in dem Film gezeigt die schon sehr oft dagewesen sind. Meine Freundin meinte das der Film fade war, ich fand ihn auch nicht gerade sehr ermunternd, auch wenn es manchmal etwas lustig war, und die Tollpatschigkeit von EARL, den blinden Hass von HANK auf EARL der ja nicht da war, und seine ewig verzeihende zurückhaltenden Art einem auf den Nerv gehen kann. EARL ist auch nicht besser. Er spielt Lüge und Wahrheit in einem. Warum die Leute in dem Film so lachten ist mir schleierhaft, ich hatte ein paar mittelmäßig kleine Lachanfälle die schneller vorbei waren als das Paarungsritual von Eisschollenheuschrecken.

Zu empfehlen ist der Film eigentlich Leuten die sich mit seichten Komödien zufrieden geben, Leuten die über alles und jeden lachen und vor allem sehr leicht, und die 100. 000 ste Wiederholung eines Themas sehen wollen das es schon so lange gibt wie die Polizei, oder für Leute die sich gerne ärgern das sie zuviel für einen Film gezahlt haben. Nun das ganze ist eigentlich maximal gut für einen Videoabend mit der Freundin zu Hause, bei Knoblauchbrot und Salzgurken mit Schlagobers.
Colm Feore spielt den Chef des ganzen Detektiv FRANK MCDUFF. Eigentlich ein Film zum anschauen und zum vergessen, Hauptsache man hat ihn gesehen und war im Kino um wieder ein bisschen Haselnüsse anzubauen.

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Gelöschter Nutzer

vor 18 Jahren

Ich fand den Film grottenschlecht!
Lahme Story.. schwache Schauspielerische Leistungen. Das ewige gehetze über die Schwarzen nervt mit der Zeit.

Schade ums Geld..


Gelöschter Nutzer

vor 18 Jahren

naja so schelcht war er auch wieder nicht!


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