Confidence Kanada, Deutschland, USA 2003 – 97min.

Confidence

Filmkritik

Viel Lärm um nichts

Filmkritik: Andrea Bleuler

"Oceans Eleven" lässt grüssen: Eine Trickbetrüger-Gang mit weiblicher Dekoration (Rachel Weisz) erlebt in ihrem jüngsten Coup einige unerwartete Überraschungen. Trotz einem Star in einer durchaus interessanten Nebenrolle (Dustin Hofman), viel Drama und einer lauten Ästhetik geht diesem Thriller jeglicher Charme ab - zuviel Aufmachung, um überhaupt noch an etwas glauben zu können.

Drehbuchautor Doug Jung operiert mit Versatzstücken der Filmgeschichte: Jake Vig (Ed Burns) ist der gutgebaute Boss einer Betrügerbande, die reichen Leuten mit raffinierten Tricks ihr Geld ausreisst. Unglücklicherweise ist eines ihrer Opfer der Buchhalter (Leland Orser) eines Mafiabosses (Dustin Hoffman). Und deshalb muss sich der hartgekochte Jake auf Verhandlungen mit letzterem einlassen.

Winston King - so der klingende Name des Alt-Mafioso, der in seiner Freizeit einen Stripschuppen betreibt - will Jakes Schulden vergessen, wenn es ihm gelingt, seinem Erzrivalen (Robert Forster) eine noch grössere Summe abzuknöpfen. Lockvogel in diesem Projekt ist die attraktive Lily (Rachel Weisz). Des weiteren sind zwei träge Polizeibeamten (Luis Guzman and Donal Logue) und Andy Garcia als deren Vorgesetzter mit im Spiel.

James Foley's bedeutungsschwangerer Film ist laut, prätentiös und verkrampft. Übermässigkeit ist Programm: Eine narrative Irrfahrt, rasante, optisch verwirrend zusammengehackte Dialoge (ein Sammelsurium aus der Kinowelt der harten Männer) und eine Lichtgestaltung in Papageien-Farben sollen bei Laune halten. Doch gibt es keine Motivation für Mitgefühl - zu kompliziert und gesucht sind die Verstrickungen, zu uniform die Figuren. Insbesondere Ed Burns vertraut ganz auf sein adrettes Äusseres. Er spielt seine Rolle ohne jegliche emotionale Nuancen und verharrt in einer Fotomodell-artigen Dauerpose.

Nur in ganz wenigen Szenen gewinnt der Film etwas an Boden. Dann zum Beispiel, wenn Dustin Hoffman als schmieriger, alternder Gangster Junior Jake im grossen Stil Lebensratschläge erteilt, bezirzt, fordert und hypnotisiert - und all dies sogar mit einer gedämpften Stimme erledigt. In James Foleys Vorstellung hätten wohl ein gestandener Star und eine attraktive Jungschauspielerin diese klichierte Geschichte retten sollen. Die nervöse und unmotivierte Show ist aber nichts als langweilig.

13.01.2012

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vor 8 Jahren

Die Masche mit der kugelsicheren, eine rote Farbfüllung enthaltenden Weste kommt nur zu Anfang und am Ende vor. Das mag noch als überraschende Wendung durchgehen - auch wenn sie beim zweitenmal nicht mehr so wirksam ist. Dazwischen gibt es Szenen mit überlangen Dialogen, die wegen der guten Darsteller (u. a. Dustin Hoffman) und der gelegentlichen pointierten Repliken erträglich sind. Der Zuschauer kann gerade noch nachvollziehen, was für ein Banken-Coup hier abgezogen wird. Das titelgebende Wort ’Vertrauen’ spielt zwar bei allen Deals der Gangster eine Rolle, aber in Wirklichkeit misstraut jeder jedem und hat nur seinen eigenen Vorteil im Sinn. Wenn Edward Burns dann sagt ’Vertrauen ist ein anderes Wort für Liebe’, kommt das Gesicht der wunderschönen Rachel Weisz ins Spiel. Hier spiegelt sich die gesamte Gefühlsmischung aus Liebe, Vorsicht, Skrupellosigkeit und Misstrauen wieder, die der Motor für die Aktionen aller Figuren ist.Mehr anzeigen


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