Welcome To Collinwood Deutschland, USA 2002 – 86min.

Filmkritik

Gossen-Komödie mit Sackgassen-Script

Serge Zehnder
Filmkritik: Serge Zehnder

Im abgewrackten Collinwood, irgendwo in Ohio, machen sich fünf Tagelöhner daran, einen Safe auszurauben. Basierend auf dem italienischen Klassiker "I Soliti ignoti" aus dem Jahre 1958 inszenierten die Gebrüder Anthony und Joe Russo unter der Schirmherrschaft von George Clooney und Steven Soderbergh den Stoff ein überflüssiges weiteres Mal.

Cosimo (Luis Guzmán) sitzt nach einem missglückten Autoklau in der Kiste. Dort teilt er seine Zelle mit einem alten Knacki, der ihm eine Geschichte über einen leicht zu knackenden Safe erzählt. Cosimo, der schon lange vom grossen Bruch träumt, beauftragt seine Frau Rosalind (Patricia Clarkson), einen Dummen zu finden, der für ihn in den Knast geht, damit er das grosse Ding drehen kann. Doch die Suche nach einem "Malinski", so der Querulanten-Jargon für Strohmann, gestaltet sich schwieriger als erwartet.

Rosalind geht zum Penner Toto (Michael Jeter), der schlägt den Kleinkriminellen Basil (Andrew Davoli) vor, der schiebt das Mandat an den Mittel- bis Kleingangster Leon (Isaiah Washington) weiter, der die Truppe zu Riley (William H. Macy) führt, der die ganze Bande schliesslich dem Möchtergern-Boxer Pero (Sam Rockwell) vorstellt. Diese ungewollte Kettenreaktion hat zur Folge, dass mittlerweile niemand mehr in den Knast, sondern alle nur noch an den Tresor ran wollen.

Louis Malle inszenierte vor beinah zwanzig Jahren mit Donald Sutherland und Sean Penn in den Hauptrollen ein Remake von Mario Monicellis Klauer-Schwank. Das Resultat mit dem Titel "Crackers" war schon damals, trotz der hervorragenden Besetzung, eher enttäuschend. Zwischenzeitlich gelang es Alan Taylor mit seinem Streifen "Palookaville", der lose auf der Handlung von "I Soliti ignoti" aufbaute, den Humor des Originals zu vermitteln. Die Gebrüder Russo kommen jedoch wie schon Malle nicht über den sorgfältig kreierten "Sackgassen"-Charakter ihres Schauplatzes hinaus. Der Humor will nicht kitten, die schauspielerischen Bemühungen bleiben, trotz redlicher Bemühungen, allesamt flach, und die Geschichte ist nun mal beim besten Willen nicht mehr neu.

Diese Kritikpunkte halten vielleicht nur stand, wenn man die vorhergehenden Filme gesehen hat, aber auch für ein nicht vorbelastetes Publikum bleiben die Slapstick-Einlagen und der Wortwitz allzu vorhersehbar. Und dem versammelten Schauspiel-Talent hätte man wirklich eine bessere Komödie gewünscht.

Clooney und Soderbergh zeichneten auch beim Remake des skandinavischen Thrillers "Insomnia" von Christopher Nolan als (ausführende) Produzenten verantwortlich. Glücklicherweise war dort ihre Hand bei der Stoffwahl für eine Neuverfilmung bedeutend besser.

17.02.2021

2

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Kommentare

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cineast2001

vor 19 Jahren

Netter schrulliger Film!!


cineast2001

vor 19 Jahren

Netter Film um eine Schar von heruntergekommen Verlierern und Tagedieben. Solch ein Plot wurde schon oft verfilmt, hat aber durch die schrulligen Charaktere doch sehenswerte Momente. Man kann aber getrost auf die Video(DVD-)veröffentichung warten und diesen Film zu Hause genießen!!


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