Der Herr der Ringe: Die zwei Türme 2002 – 179min.

Der Herr der Ringe: Die zwei Türme

Filmkritik

Schlachtenlärm in Mittelerde

Bruno Amstutz
Filmkritik: Bruno Amstutz

Mehr Schlachten, mehr poetische Momente und mehr computergenerierte Wesen, eine auf drei Stränge verteilte Handlung und jede Menge neuer Charaktere: So präsentiert sich der zweite Teil von Peter Jackson's "Lord of the Rings" Trilogie. Wer mithalten will, muss fast zwingend den ersten Teil gesehen oder die Bücher gelesen haben. Mit dem nötigen Vorwissen geniesst man aber ein weiteres mal einen Fantasystreifen mit epischen Dimensionen, der kaum besser zu realisieren ist.

"The Two Towers" fackelt nicht lange. Hier geht es gleich zur Sache, und Regisseur Peter Jackson verschwendet keine Zeit an lange Einführungen und eine Rekapitulation der Vorgeschichte. Er hat in den beinahe drei Filmstunden genug anderes zu erzählen: Von monumentalen Schlachten und sprechenden Bäumen, von verhexten Königen und deren attraktiven Töchtern, von Olifanten und den Nazgul, und und und.... Fazit: Einsteigern ist "The Two Towers" nicht zu empfehlen. Sie könnten in der Vielfalt von Königreichen, Allianzen und fantastischen Wesen leicht den Überblick verlieren.

Nachdem die Gemeinschaft der neun Gefährten zerbrochen ist, dröselt sich die Handlung in drei Stränge auf: Ringträger Frodo (Elijah Wood) und sein Gärtner Sam (Sean Astin) kraxeln einigermassen orientierungslos in Richtung Mordor. Währenddessen nehmen Aragorn (Viggo Mortensen) und der Elb Legolas (Orlando Bloom), mit dem fluchenden Zwerg Gimli (John Rhys-Davies) im Schlepptau, leichtfüssig die Verfolgung der ekligen Uruk Hai auf, welche die beiden Hobbits (Merry Dominic Monagha) und Pippin (Billy Boyd) als Geiseln und potentielle Wegzehrung eingepackt haben.

Das zentrale Thema in "The Two Towers" ist aber der grosse Krieg um Mittlerde, der ausbricht: Die hochgerüsteten finsteren Armeen von Sauron und Saruman (Christopher Lee) treten gegen die verbleibenden Elben und Menschen an. Und Peter Jackson hat keinen Aufwand gescheut, vor allem die nächtliche Schlacht um die Bergfestung Helms Deep opulent in Szene zu setzen, wo zehntausend glitschige Orks gegen ein Heer von Bogenschützen und Schwertkämpfern anstürmen.

Dass den Kriegereien die nötige Zeit eingeräumt wird, ist sinnvoll, sie nehmen auch einen beachtlichen Teil des Buchs ein. Doch Jackson muss dafür andere Teile der Geschichte straffen und nimmt es mit der Werktreue nicht mehr so genau wie in "The Fellowshop of the Ring". Auch wenn man bei der Tolkien-Lektüre manchmal kribbelig wird, wenn der Autor genüsslich alle geschichtlichen Details um die Zusammenhänge der verschiedenen Königreiche ausbreitet, sie sind nötig, um in dem Sammelsurium von Namen und Figuren einen Überblick zu behalten. Der Film versucht zwar, die Vielfalt beizubehalten, verzichtet hingegen auf einige Erklärungen, was zeitweise etwas verwirrend wirkt.

Aber genug gelästert. Auch "The Two Towers" präsentiert sich so episch, wie man es sich nur wünschen kann. Jackson zeigt uns eine fantastische Welt, wie wir sie noch nie auf der Leinwand gesehen haben, und eine bessere Umsetzung der Kultbücher ist schwer vorstellbar. Schlachtengetümmel wechselt sich mit poetischen Momenten und Ausblicken in die grandiosen Landschaften Neuseelands ab. Na gut, ein Haar in der Suppe kann man noch finden: Die computergenerierten Kreaturen, vor allem die Ents, knorrige Baumwesen, und Gollum, den ehemaligen Besitzer des Rings. Obwohl sie auf dem neusten Stand der Digitaltechnik entstanden sind, schrammen sie oft um Haaresbreite an der Lächerlichkeit vorbei. Pixelclowns im Stil von Jar Jar Binks braucht "Lord of the Rings" jedoch definitiv nicht. Selbst diese Zweifel gehen aber im wirklich bitteren Nachgeschmack unter, den "The Two Towers" hinterlässt: Jetzt müssen wir wieder ein Jahr lang in der Nase bohren, bis endlich das Finale auf uns losgelassen wird.

29.12.2011

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Kommentare

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prepuel

vor 5 Jahren

Noch ein perfekter heer der ringe film


movie world filip

vor 7 Jahren

coole folge... schöne kämpszenen aber irgendetwas fehlt


Gelöschter Nutzer

vor 11 Jahren

die machart ist schlicht genial!


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