Der Kindergarten Daddy USA 2002

Der Kindergarten Daddy

Filmkritik

Väter an die Macht

Bruno Amstutz
Filmkritik: Bruno Amstutz

Eddy Murphy gibt für einmal nicht den dauerplappernden Zappelphilipp, sondern einen fürsorglichen Vater mit Geschäftssinn und beweist, dass er eigentlich ein ganz ordentlicher Schauspieler ist.

Der Versuch geht voll in die Hose. Die Gruppe von Beta-Testern, bestehend aus gelangweilten Rotznasen, macht keinen Hehl aus ihrem Ekel über die neu kreierten Gemüsefrühstücksflocken. Zur Verdeutlichung des Missfallens zerfetzt die Meute als Finale die Karotten- und Broccolianzüge der beiden Animatoren, die in die Arena geschickt wurden.

Kinder sind eine schwierige Kundschaft, aber bis jetzt mussten sich Charlie (Eddie Murphy) und Phil (Jeff Garlin) als Vermarkter von kindertauglichem Biofood nur aus sicherer Distanz mit den kleinen Monstern beschäftigen. Nach dem Broccoli-Zwischenfall wird allerdings die Bio-Abteilung dicht gemacht, Charlie und Phil stehen auf der Strasse.

Jetzt müssen die beiden Väter in den Nahkampf mit den wilden Horden, denn ihre neue Geschäftsidee ist die Eröffnung eines Kinderhorts in Charlies Haus. Die Probleme sind zahlreich und zeigen, dass es mit der Gleichberechtigung der Geschlechter doch noch nicht so weit her ist: Männer, die einen Kinderhort eröffnen, werden von Müttern der Pädophilie verdächtigt. Männer, die einen Kinderhort eröffnen, werden von Leiterinnen örtlicher Elite-Tagesstätten (Anjelica Houston) der Inkompetenz bezichtigt. Männer, die einen Kinderhort eröffnen, werden sogar von ihren eigenen berufstätigen Ehefrauen argwöhnisch beäugt.

Dass eine Bande von Kids im Vorschulalter selbst einem Kerl wie Arnold Schwarzenegger die Kräfte rauben können, bewies 1990 schon "Kindergarten Cop". Jetzt wird Eddie Murphy, der mit seinen 42 Jahren immer noch gut im Schuss ist, auf seine Widerstandsfähigkeit getestet. "Daddy Day Care" verzichtet dabei auf allzuviel Slapstick und Grimassenschneidereien und setzt mehr auf Familiensinn und wohlige häusliche Wärme. Unsympathisch wirkt das nicht, denn Regisseur Steve Carr verzichtet auf allzu tiefe Griffe in den Honigtopf.

Eddie Murphy kann sich bei dieser Gelegenheit die Faxen zeitweise verkneifen und darf zeigen, dass er als Schauspieler recht brauchbar ist. Auf alle Fälle ist er nach wie vor ein Garant für solide Komödien, die zwar meist nicht vor Originalität strotzen, sich aber problemlos vom Charisma ihres Hauptdarstellers tragen lassen können.

20.12.2011

0

Dein Film-Rating

Kommentare

Sie müssen sich zuerst einloggen um Kommentare zu verfassen.

Login & Registrierung

moonlightvampir

vor 10 Jahren

verdient 5 Sterne


mamama

vor 12 Jahren

also, der film ist einfach gut, es ist fröhlich und es hat auch eine kleine handlung. habe ihn mir am samstag auf sat 1 angekuckt. wollte im tv programm einen film schauen.


tuvock

vor 15 Jahren

So ungefähr in kurzen Worten lässt sich der neueste Streich mit Eddie Murphy beschreiben. Dieses Mal ist es ein guter Streich, denn man hat einen Murphy der nicht dauernd die Augen und die Lippen so verzieht als hätte er 20 Liter Zitronensaft getrunken in 10 Sekunden, sondern Eddie dieses Mal reagiert erwachsen, eher ernst als dumm lustig und redet zwar viel aber nicht so unnötig viel wie man es gewohnt ist und bewirkt ein positives Bild für den Kinozuseher. Der Film ist etwas aufgekratzt, und oft wird der Versuch gestartet die Zuseher mit der Holzhammermethode zum Lachen zu bringen, doch wird das ganze kurz danach gleich im Keim erstickt, das es nicht zu gekünstelt aussieht. Marvin passt gut in seine Rolle, er spielt so den richtig quirligen unzufriedenen Bürohengst der nicht weiß was er in seinem Leben tun will und sich nun freut mit Kindern zusammen zu arbeiten, die ihm endlich zu hören, denn die meisten Erwachsenen halten ihn für einen Spinner. Phil spielt den richtigen Macho der in Wirklichkeit ein Softie ist und schon nach kurzer Zeit eben diesen heraushängen lässt. Von der Frau von Murphy erfährt man leider nicht viel, was ich für ein Manko halte, denn auch Ihre Rolle war sehr wichtig. Die Wohnung, also das Haus sah bald nach kurzer Zeit aus wie ein Schlachtfeld im Bosnienkrieg, und man erfährt nie was Kim dazu gesagt hat. Alles geht natürlich recht glatt, bis auf einige Schwierigkeiten, die man aber im Kino begutachten sollte. Houston spielt hervorragend die böse Kindergartentante, die mit Drill und hohem Niveau arbeitet und man sieht von Anfang an das sie eine gemeine und böse Frau ist. Ich finde der Film ist einfach gut, nicht nur weil lauter kleine nette Rabauken mitspielen die einem wirklich das Herz höher schlagen lässt, überhaupt wenn sie so altklug reagieren. Einfach süß. Die Nebenrollen sind ebenfalls gut besetzt, und glücklicherweise wirkt das ganze nicht so Hollywoodkitschüberladen.

Eigentlich ein Film zum Sehr empfehlen, für Kino und DVD, und egal wie alt man ist, ein Film für Jung und alt.

80 von 100Mehr anzeigen


Mehr Filmkritiken

Captain Marvel

Green Book - Eine besondere Freundschaft

Wir

Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks