Shaolin Soccer China 2001 – 90min.

Shaolin Soccer

Filmkritik

Kick den Ball, schlag den Mann

Bruno Amstutz
Filmkritik: Bruno Amstutz

Freistösse treten wie Beckham, das kann heute jedes Mädchen. Aber herkömmlicher Fussball ist einfach zu langsam und braucht... neuen Kick! Deshalb fusionieren Stephen Chow und seine chaotische Mannschaft mit humorvollem Augenzwinkern Kung Fu und Fussball zur Disziplin "Shaolin Soccer". Der Rasen bebt.

Jeder sollte Kung Fu praktizieren. Kung Fu ist ein Lebensstil und hilft in allen Lebenslagen. Parklücke zu eng? Ein gezielter Stoss, und drin ist das Auto. Auf der Bananenschale ausgerutscht? Mit einem eleganten Rückwärtssalto landet man wieder auf den Füssen. Lästige Hecken schneiden? Mit wirbelnden Schwertern ist die Arbeit im Nu erledigt. Diese Philosophie predigt der junge Sing (Stephen Chow) laut und gerne auf der Strasse. Eingebracht hat sie ihm ausser durchgewetzten Schuhen bis jetzt nichts.

Bis ihm der abgewrackte Fussballtrainer "Golden Leg" Fung (Man Tat Ng) begegnet, der sich einst bestechen liess und damit seine Kickerkarriere opferte. In Sings Fähigkeiten wittert er die Chance, auf den Rasen, der die Welt bedeutet, zurückzukehren.

Es folgt, was folgen muss: Die guten stellen ihre Mannschaft zusammen. Es wird trainiert und Fussball mit Kung Fu zu originellem Freistil kombiniert. Die Bösen stellen ihre Mannschaft zusammen. Die gute Mannschaft tritt gegen die böse zum entscheidenden Endspiel an. Stephen Chow, Hauptdarsteller, Regisseur und Drehbuchautor in Personalunion, inszeniert diese Standardgeschichte aber mit so viel überdrehtem Humor und wahnwitzigen Effekten, dass statt eines langweiligen Sportfilms ein rasantes Feuerwerk optischer Gags über die Leinwand fegt.

Die Wachowski-Brüder haben sich in ihrer "Matrix"-Trilogie ungeniert beim Hong Kong Kino bedient, "Shaolin Soccer" holt sich ebenso grosszügig "Matrix"-Zitate zurück in den Osten. Und im Gegensatz zu vielen "Matrix"-Parodien machen die Anspielungen hier Freude, etwa wenn ein Fussballer ein Geschwader stinkender Turnschuhe, das auf ihn abgefeuert wurde stoppt wie damals Neo Agent Smith's Pistolenkugeln.

Chow und seine Mannschaft, die nicht mal von den Stadionputzfrauen ernst genommen wird, aber an chronischer Selbstüberschätzung leidet, schlagen und kicken sich unter schamloser Missachtung aller physikalischen Gesetzmässigkeiten zum Ziel. Und während Jackie Chan mittlerweile in Hollywood am Fliessband eine schlechte Actionkomödie nach der anderen abdreht, kann man in Stephen Chow wohl seinen rechtmässigen Nachfolger als asiatischer Komödienmeister sehen. Wenn Chow diese Frische und Originalität erhalten kann, wird er problemlos auch ein westliches Publikum begeistern können.

01.06.2012

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Kommentare

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tuvock

vor 15 Jahren

Man sagt ja, das Genie und Wahnsinn gerne beieinander sind, und bei dem Film steht das, denn der Film ist wahnsinnig unrealistisch bis zum geht nicht mehr, das man sich schon erbrechen müsste und man denkt gar nicht daran an den fliegenden Meister, der mit einem Schwert in 10 Sekunden fliegend in eine Steinplatte was eingraviert, mit einem Schwert, und das ganze ist wieder so ein toller Geniestreich, weil es eben alles wie in dem Film fast noch gar nicht dagewesen ist.

Der Film ist auch so herrlich bizarr überzeichnet, und zwar auch dann als die Story vom guten bösen hässlichen Entlein, ein Schicksal das 80 % der Frauen teilen darstellt, die sich dann zum Glatzköpfigen Schwan entwickelt Der Film ist unglaublich absurd, und eigenwillig, und erinnert an Bugs Bunny Folgen. Aber so ein herrlich herzzerreißend Zwerchfelderschütterndes Popcornfilmchen das man meinen könnte, man sei im Paradies.

Die Idee, einfach super, einfach einfach, man nehme gute dumme Jungs, die sich lange nicht gesehen haben, und mache ein Fußballteam daraus, und das ganze mit soviel asiatischer Situationskomik gepaart, die sogar einen Westeuropäer überzeugt, einfach super. Also der Film ist super unterhaltend, er macht ne Menge Spaß, und er ist für alle geeignet, für jede Altersklasse. Die Umsetzung ist spitze, die Idee einfach, das ganze ein sehr guter Film, und das noch dazu aus Asien, was eh selten ist.

Der Regisseur Stephen Chow hat mit dem Film auch so viel Erfolg, weil er sich eigentlich nie richtig Ernst nimmt.

Unbedingt anschauen, denn das ganze ist ein Familienfilm der so richtig den Abend erheitert, und die Freundin auch irgendwie, außer sie ist Blind, Taubstumm und blöd.

95 von 100Mehr anzeigen


tuvock

vor 15 Jahren

kann man ja das ganze noch zur optischen Gemütsabrundung mit ein paar „ Romeo und Julia“ Teignudeln aus Italien servieren.

Genau, raus kommt der erfolgreichste Film der je in Hong Kong gelaufen ist, und mehr als alle anderen Filme eingespielt hat. Mich hat nur geärgert, das der deutsche Verleih aus der 112 Minuten langen Komödie, aus dem Jahre 2001, leider einen 80 Minuten kurzen Film gemacht hat. Ein paar Rückblenden fehlen, und auch hat der Verleih ein paar Szenen verändert, wie er das gemacht hat, weiß ich nicht, aber da fehlt z. b ein nackter Torwart. Nun gut. Das kann man ja noch verschmerzen.

Anfangs saß ich im Kino und dachte, Oh GOTT, schon wieder ein koreanischer Film, doch dann fiel mir nach langer Zeit des Denkens, es waren ca. 2, 44 Sekundenbruchteile einer südsyrischen Nacktschnecken, wenn sie niest, also da kam ich dahinter, das mir ja koreanische Filme sehr gut gefallen. Und dann fing mir an dieser Film auch zu gefallen, einfach so.

Also mal zur Kamera, ich habe keine Ahnung wie man das macht, das man einen Mann sieht, der in 5 Sekunden öfters durch die Luft wirbelt als eine Concorde Treibstoff ausbläst in 1 Stunde, und dabei noch wie bei den leichtathletischen Spielen ein paar so Übungen, ich glaube die heißen Pferde, vollbringen kann, und dabei den Fußball, der natürlich nahezu unzerstörbar ist, herumwirbelt.

Ich finde die Kamera ist mehr als gekonnt, schon alleine bei der Szene, als der 5. Bruder Sing, den Ball von 30 Meter oder so aus, gegen eine 2 Meter dicke Betonwand trümmert, und die fast zum Einsturz bringt, durch genozidkrankhaftes Durchlöchern. Der ganze Boden wackelt, alleine weil ich schon voller Lachfaltenfreude zu ungeahnten Höhensprüngen aufdüse, wie die Lufthansa, und mit überflatulenzartiger Lichtgeschwindigkeits Warpantriebkoppelung gegen den Schoss meiner Freundin rase, und dabei ein mittelaustralisches Buschfeuererdbeben verursache.

Also die Kamera ist super, die haben das so gut gefilmt das ganze Filmchen, man sieht gar nicht dass das alles mit dem Computer gemacht ist, und man glaubt, das alles echt ist, sehr genau haben die das gemacht, auch als die Darsteller schlimmer und schneller durch die Luft sich drehen, mit 28 fachen Salto Mortale, und man glaubt das sei wirklich echt.

Die Darsteller, ja die spielen sehr gut und überzeugend, nur ein bisschen zu koreanisch, da denke ich immer an die Nudelgerichte, die so scharf sind, vom Chinesen da vis a vis von mir wo ich wohne, und an mein verbranntes Maul, wenn ich die esse und meine Freundin immer mich so liebevoll mit dem Klobesen versohlt und mich fragt, ob ich mit den Kopf gegen eine Pershing gefallen bin im Sturz von 10. 000 Metern, weil ich immer den ganzen Chillidreck reingebe, und nachher immer eine Feuerwehrbehandlung mit dem ganzen Amazonas brauche.Mehr anzeigen


tuvock

vor 15 Jahren

1981, die Koreaner sollen Fußballweltmeister werden, doch die Mannschaft Golden Leg Fung verpatzt das ganze, weil der gegnerische Manager dagegen war. Denn der hat genügend Geld, gibt es wem, und schon ist einer da, der einem sehr guten Spielen das rechte Schienbein mit einem Baseballschläger zertrümmert.

Dieser GOLDENES BEIN genannte Mann, zieht fortan herum, und verdingt sich Arschkriecher eben von diesem Manager. Aber auch nur weil er angeblich wieder als Trainer arbeiten darf, aber da kommt vieles anders, und er wird gekündigt.

GOLDENES BEIN wird Säufer, und nach 20 Jahren trifft er auf SING, einem jungen heruntergekommenen netten Kung Fu Lehrer und Shaolin Mönch in Pension, der als Straßenkehrer arbeitet. Die 2 verstehen sich gut und werden Freunde, nach sehr vielen Eskapaden. SING ist um die 30, sein Meister ist gestorben, und seine anderen 5 Brüder wie er erfährt sind alle in der Stadt verstreut, doch BEIN sieht durch Zufall wie SING eine Bierdose ca. 100 Km mit dem Fuß hoch wegschießt.

Und von da an, versucht er ihn als Fußballspieler zu gewinnen, überhaupt weil viel Geld drinnen ist, und SING willigt ein. Doch da müssen noch seine Freunde mitspielen.

EISENSCHÄDEL ist leider auch heruntergekommen, hat eine Schädeldecke wie der Grand Canyon, ist unterwürfig, 0, 4 Selbstvertrauen, Tellerwäscher und wird degradiert zum Kloputzer, doch er willigt ein, nach längerer Zeit.

Genauso wie MASTSCHWEIN, der dann doch wieder seinen alten Namen LEICHTGEWICHT bekam, obwohl er so schwer wie ein schwangeres Mastodon ist, naja er hat ein bisschen zugelegt. Dann ist da noch Dann ist da noch EISENHAND, der Typ der alles im Bauch fängt, und noch so ein Komiker, dessen Namen ich vergaß.

Dann ist da noch MUI, eine Tai Chi Kung Fu Meisterin die Brötchen backend mit 0, 001 Selbstbewusstsein und 280 Kg Brandaknepusteln auf der Straße steht, und sich in SING verliebt, eine urnette Braut, die dann zum E. T mutiert, und ein Bösewicht, der alles anfangs eingefädelt hat. HUNG.

Der wird alt. Und bleibt ein Schwein, ein gemeines, aber er passt super in die Rolle. Und BEIN will die 6 trainieren, und hat damit ne Menge Schwierigkeiten. Bis zum Super Coup von Korea ist es noch ein weiter Weg.

Was kommt raus wenn man „ Die 7 Samurai“ mit einer Prise „ Die glorreichen Sieben“ dazu etwas
„ Das dreckige Dutzend“ vermischt, dann abrundet mit „ Matrix“ Lachsfilet, dazu ein bisschen Cayenne
„ Twister“ Pfeffer, kocht das ganze dann im Mikro „ Mortal Kombat“ Wellenherd, und bratet das ganze dann im Backrohr auf 220 C°, gratiniert das mit ein paar Schöpflöffel Sauerkraut „ Die 18 Bronzekämpfer“ Sud, und übergießt es mit 10 ml „ Kung Fu - Die Serie“ Eintopfbrühe, eines frischgewaschenen Vollmilchsauhängebauchschweines. Wenn das ganze dann in Kuchenform gebacken ist, und wir ein paar Grimms Märchen Lieder gesungen haben das sich der Teig beruhigtMehr anzeigen


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