Ocean's Eleven USA 2001

Filmkritik

Im Multipack günstiger

Bruno Amstutz
Filmkritik: Bruno Amstutz

Regisseur Steven Soderbergh lässt ein Rudel von Stars drei Casinos in Las Vegas ausrauben. Die Idee eines Einbruchs in ein hochgradig gesichertes Gebäude strotzt zwar nicht vor Einfallsreichtum, doch die Abwicklung hält genug intelligente Wendungen bereit, um nie zu langweilen.

Mit "Erin Brockovich" und "Traffic" hat sich Steven Soderbergh letztes Jahr in die Topriege Hollywoods katapultiert. Die Stars reissen sich mittlerweile um ihn, und in "Ocean's Eleven" lässt er Schauspieler mit grossen Namen gleich reihenweise antreten. George Clooney, Brad Pitt, Julia Roberts, Matt Damon, Andy Garcia, und alles im gleichen Film - das tönt wie eine Weihnachtsaktion im Supermarkt. Grosse Namen sollen viel Publikum anziehen, doch hinter dem Staraufgebot für "Ocean's Eleven" steckt mehr als reines Marketingkalkül. Der Film ist alter Wein in neuen Schläuchen, und obwohl das gleichnamige Original von 1960 keinen Platz in den Ruhmeshallen der Filmgeschichte gefunden hat, machte es von sich reden, weil es illustre Grössen des Showbusiness gemeinsam auf die Leinwand brachte: Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis Junior. Dieses Team etablierte sich fortan als "Rat Pack", Rattenbande, im amerikanischen Filmwortschatz.

Die Neuauflage von "Ocean's Eleven" will sich nicht als Remake des Originals verstanden wissen, sondern als eigenständiger neuer Film, der ebenfalls ein hochkarätiges Schauspielerensemble präsentiert und auf der gleichen Grundidee basiert: Eine Schar von elf handverlesenen Gaunern um den Anführer Danny Ocean versucht, in einer einzigen Nacht drei Casinos in Las Vegas auszurauben. Ocean (George Clooney) ist eben erst aus dem Gefängnis entlassen worden, wo er offenbar genug Zeit gefunden hat, seinen nächsten Coup auszutüfteln.

Doch jeder Plan ist nur so gut wie derjenige, der ihn ausführt, und so stellt sich Ocean ein Team aus talentierten Spezialisten zusammen: Neben seinem Adjudanten Rusty Ryan (Brad Pitt) braucht er einen Taschendieb (Matt Damon), einen Sprengstoffexperten (Don Cheadle), einen Financier, Mechaniker, Akrobaten und so weiter und so fort. Ziel des Überfalls sind rund 150 Millionen Dollar in bar, gehortet im gemeinsamen Kellergewölbe der drei Casinos, die alle von Terry Benedict (Andy Garcia) mit eiserner Hand geführt werden. Pikantes Detail: Benedict ist mit Ocean's Exfrau Tess (Julia Roberts) liiert.

Soderbergh inszeniert den Coup visuell und akustisch im Stil von Krimis der Siebzigerjahre, was dem Film einen ansprechend farbenfrohen und anachronistischen Geschmack gibt. Die Geschichte lebt von der Komplexität des Plans, unerwarteten Wendungen und trockenem Humor. Denn sonderlich originell ist die Grundidee nicht - Einbrüche in Hochsicherheitsgebäude hat die Leinwand schon zuhauf gesehen. Und die Konkurrenz schläft auch nicht: "The Score" mit Robert De Niro ist eben erst aus den Kinos verschwunden, und mit "Heist" mit Gene Hackman und Danny De Vito steht im Januar 2002 bereits der nächste Film vor der Tür, der sich um einen intelligent inszenierten Überfall dreht. Soderbergh liefert aber zweifellos solides Sehvergnügen und kann sich in Amerika sicher noch einen Bonus einheimsen: Das Unternehmen der Edelgangster wird gänzlich ohne Blutvergiessen abgewickelt - politisch korrekter geht's kaum.

10.08.2011

4

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Kommentare

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reshmajud

vor 6 Jahren

witzig und kurzweilig


Urs23

vor 8 Jahren

Ganz grosses Kino


kam3o

vor 12 Jahren

Einfach nur klasse. Ist aber auch kein Wunder bei dieser Besetzung. Das Ende ist echt der genial.


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