Wie Hund und Katz USA 2001 – 87min.

Filmkritik

Kalter Krieg im Vorgarten

Bruno Amstutz
Filmkritik: Bruno Amstutz

Endlich kommt es an den Tag: Katzen und Hunde sind überhaupt keine harmlosen, kuscheligen Haustiere. Hinter unserem Rücken führen sie einen heimlichen Krieg um die Gunst der Menschen. "Cats And Dogs" macht Vierbeiner zu Hauptdarstellern, pflanzt mit Hilfe der Computertechnik menschliche Mimik in ihre Gesichter und lässt sie Stunts jeglichen Schwierigkeitsgrads ausführen.

Dass sich Hunde und Katzen spinnefeind sind, ist ein altes Klischee. Wie gross das Ausmass der gegenseitigen Abneigung ist, wurde aber stets unterschätzt. Längst haben beide Rassen Geheimdienste ausgebildet, führen unterirdische Kommandozentralen und bedienen sich modernster Technik, um ihre Gegner auszuspionieren. Trotz ständiger Versuche beider Seiten, die Oberhand in diesem alten Konflikt zu gewinnen, konnte bis jetzt niemand das Patt überwinden.

Dies könnte sich allerdings ändern, wenn der verschrobene Wissenschaftler Dr. Brody (Jeff Goldblum) ein Serum entwickelt, das die Menschen von Hundehaarallergie heilt. Dies würde das Gleichgewicht kippen und den Hund endgültig als besten Freund des Menschen etablieren. Das können die Katzen nicht zulassen, weshalb sie versuchen, unter dem Kommando des Perserkaters Mr. Tinkles, die Produktion des Heilmittels zu sabotieren. Einen ersten Erfolg können die Katzen verbuchen, als sie Dr. Brodys Haushund entführen. Als Ersatz wollen die Hunde einen ausgebildeten Dobermann-Agenten einschleusen, doch durch ein Missgeschick landet stattdessen der tollpatschige Beagle-Welpe Lou bei den Brodys. Die Quartierhunde sind in Aufruhr und verpassen Lou eine Agentenschulung im Schnelldurchlauf. In seinen Pfoten liegt jetzt der Ausgang des Krieges.

"Cats And Dogs" setzt sowohl echte Katzen und Hunde als auch Puppen in Szene und verfeinert vor allem die Mimik der tierischen Darsteller mit Hilfe des Computers. Diese Mischung produziert erstaunliche Ergebnisse und macht die Vierbeiner zeitweise zu ernstzunehmenden Darstellern. Die Hunde erhalten deutlich mehr Leinwandpräsenz als die Katzen, aus dem einfachen Grund, dass sie leichter zu dressieren sind und viele Szenen ohne technische Hilfe bestreiten können. Die Katzen sind zwar in Kung Fu ausgebildet, fahren Autos und fliegen Flugzeuge, müssen aber dadurch mehr Spezialeffekte in Anspruch nehmen und wirken entsprechend künstlicher.

Auch die Sympathien sind klar verteilt: Die Katzen agieren als rücksichtslose Bösewichte, welche die Weltherrschaft anstreben. Nicht zufällig sieht ihr grössenwahnsinniger Anführer Mr. Tinkles aus wie die Katze des notorischen Unholds Blofeld aus diversen James Bond Filmen. Die Hunde hingegen beschützen ihre Herrchen aus Edelmut, und der Welpe Lou nützt ausserdem den Bonus des Tierbabys aus. Für Katzenliebhaber ist der Streifen also nur bedingt geeignet.Ansonsten liefert "Cats And Dogs" grösstenteils amüsante Kost und versucht, an die Erfolgsgeschichte des australischen Filmschweinchens "Babe" anzuknüpfen. Leider läuft die Geschichte bis zum Schluss aus dem Ruder und verstrickt sich in einem Actionfinale, das den Charme der tierischen Darsteller untergräbt.

31.12.2020

4

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Kommentare

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mamama

vor 13 Jahren

bin gleicher meinung wie nadja, einfach nur doof!!!


narniafan

vor 14 Jahren

Hab den film gerade 3-4 Mal geschaut ( Auf Video) hat mir einfach soooo gut gefallen!!!!


eki63

vor 15 Jahren

wir wolten dieses Film heute Abend sehen. aber leider ist nicht auf dem Program SCHADE aber Warum lauft Film Heute Abend Nicht?


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