Bandits USA 2001 – 123min.

Filmkritik

Bonnie, Clyde und Clyde

Bruno Amstutz
Filmkritik: Bruno Amstutz

Bruce Willis und Billy Bob Thornton schlagen sich in einer Mischung aus Komödie und Roadmovie als leicht trottelige Bankräuber durch die Vereinigten Staaten. Bis ihnen eine Frau, die sich nicht entscheiden kann, zum Verhängnis wird.

Nach seiner weichgespülten Rolle in "The Kid" und seinem Auftritt als verkappter Superheld in "Unbreakable" darf Bruce Willis wieder einmal den hartgesottenen Macho mimen. Als alternder Knasti Joe sitzt er im Staatsgefängnis von Oregon. Dort vertreibt er sich die Zeit beim Boxtraining, bis eines Tages sein impulsives Gemüt wieder einmal mit ihm durchgeht. Als der Lastwagen eines Bautrupps im Gefängnishof steht, steigt er kurzerhand ein und prescht durch das Tor. Im letzten Moment schwingt sich sein Mitinsasse Terry (Billy Bob Thornton) in die Führerkabine, obwohl er für solche Spässe eigentlich überhaupt nicht zu haben ist. Terry ist die Neurose in Person, muss alles überdenken und planen und wittert hinter jeder Ecke tödliche Krankheiten und Gefahren.

Dass dieser Ausbruch des Haudegens und des Hypochonders keinem minutiösen Plan folgt, versteht sich von selbst, doch Pläne sind schnell gemacht: Joe und Terry beschliessen, nach Mexiko zu fahren und einen Nachtclub zu eröffnen. Das Einzige was dazu fehlt ist Kleingeld, doch Joe ist auch in dieser Beziehung spontan. Bewaffnet mit einem Leuchtstift überfällt er eine Bank und flieht mit dem Zaster.

Durch den leichten Erfolg euphorisch geworden, beschliesst das Traumpaar, noch ein paar andere Geldinstitute nach immer dem gleichen Muster zu erleichtern: Sie klingeln abends höflich an der Haustür des Managers, zeigen kurz ihre Handfeuerwaffen, speisen mit der Familie, nächtigen und schreiten am nächsten Morgen zusammen mit dem Manager zur Transaktion in die Bank. Durch ihre guten Manieren und ihre Gewaltlosigkeit schaffen sich die "Sleepover Bandits" bald einen Ruf als Gentlemengangster und ernten heimliche Bewunderung in der Bevölkerung. Das Verbrecherleben verläuft problemlos, bis sich mit der ehelich frustrierten Kate (Cate Blanchett) eine Frau zwischen das ungleiche Duo stellt, in die sich beide Banditen verlieben. Die Konstellationen zwischen der Femme Fatale und den Freunden wechseln von da an ständig.

Bruce Willis hat nicht viel mehr zu tun, als den gutaussehenden, coolen und frauenbetörenden Helden zu spielen und bleibt so ohne Ecken und Kanten. Die dankbarere Rolle fällt Billy Bob Thornton zu, der den ewig ängstlichen und hypochondrischen Terry mit Bravour verkörpert, auch wenn "Twin Peaks"-Drehbuchautor Harley Peyton bei der Entwicklung seiner Figur manchmal die Pferde durchgegangen sind. Thornton spielt Willis glatt an die Wand.

"Bandits" orientiert sich lose an den klassischen Verbrecherpaaren wie Bonnie und Clyde oder Butch Cassidy und The Sundance Kid und vermischt Roadmovie mit trockener Komödie, die vor allem von den Figuren lebt. Die Handlung selbst hingegen ist vor dem Finale Furioso reichlich dünn.

19.02.2021

3

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Kommentare

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budspencer

vor 16 Jahren


tschäddere

vor 19 Jahren

Wir hätten das Kino auch fast in der Halbzeit verlassen. Der Schluss war aber nicht mal mehr so schlecht. Schade, habt was verpasst.
Fazit: Nicht geeignet fürs Kino


schwarzi

vor 19 Jahren

Es ist einfach ein geiler Film mit sehr guten Schauspielern.


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