Atlantis - Das Geheimnis der verlorenen Stadt USA 2001

Atlantis - Das Geheimnis der verlorenen Stadt

Filmkritik

Unterwasser-Abenteuer

Filmkritik: Philippe Blumenthal

Wenn ein neues Disney-Zeichentrickabenteuer unsere Kinos ansteuert, können wir eine bekannte Formel schon voraussetzen: locker-flockige, aber gar kitschige Songs, sprechende Tiere und eine wirklich hanebüchene Story. Nur gut, dass “Atlantis - The Lost Empire“ nicht in diese Gleichung passt; ausserdem ist es nur schwer zu glauben, dass sich Kinder von singenden Tieren und tanzenden Kaffeetassen tatsächlich begeistern lassen. Wie dem auch sei, in "Atlantis" wird jedenfalls nicht gesungen und hüpfende Löffelchen und Gäbelchen sind auch gestrichen.

Der junge Milo Thatch, im englischen Original gesprochen von Michael J. Fox, arbeitet in einem Museum und wird hauptsächlich gebraucht, um Heizkessel zu reparieren. Er träumt aber von Forschungsreisen und Vorlesungen, möglichst über sein Lieblingsthema, das versunkene Atlantis, dem schon sein Grossvater nachspürte. Wieder einmal versucht er vergeblich die Finanzierung für seine Expedition zu erhalten, wie schon sein Grossvater wird auch er als Spinner abgetan. Unverhofft findet sich dennoch ein gutbetuchter Wohltäter, der Milo auf die Suche nach dem wundersamen Kontinent schicken will. Zum Erstaunen des jungen Forschers ist die ganze Exkursion bereits organisiert und startet schon am nächsten Tag unter der straffen Leitung von Commander Rourke (J. Garner). In einem gewaltigen U-Boot, der "Ulysses", beginnt die Reise, mit der kurze Zeit später das vermutliche Eingangsportal zu Atlantis gefunden wird. Ohne zu viel verraten zu wollen: Die verlorene Welt wird entdeckt und mit ihr deren zunächst nicht gerade friedliche Bewohner. Milo macht dabei die Bekanntschaft mit Prinzessin Kida und ahnt nicht, dass das Abenteuer eben erst begonnen hat.

Wer ein blasses Fantasymärchen erwartet, wird überrascht sein: "Atlantis - The Lost Empire" ist ein unterhaltsamer Abenteuerfilm mit zeitlosem Elan à la "Indiana Jones" - er spielt auch in der gleichen Zeitperiode -, netten Anleihen bei Jules Verne und dem Flair von "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde". Nicht von ungefähr kommt wohl auch die Ähnlichkeit der "Ulysses" mit der "Nautilus". Die Geschichte ist nicht allzu kompliziert gestrickt und dennoch bemerkenswert für einen Film, der gewiss hauptsächlich an Kinder gerichtet ist. Disneys Zeichner haben sich viel Mühe gemacht, der wunderbaren Welt tief unter der Erdoberfläche ohne viel CGI und andere Computertricks Leben einzuhauchen und eine wundersame Atmosphäre zu schaffen, die selbst den skeptischen Animations-Fan zu beeindrucken vermag. Atlantis garantiert 95 Minuten abenteuerliche und abwechslungsreiche Unterhaltung in konventionellem Zeichentrickstil, ohne unnötige Musical-Einlagen und mit witzigen, teilweise überdrehten und köstlich klischeehaften Charakteren. Jungs und Mädels: nichts wie rein - und die Erwachsenen natürlich auch!

11.05.2011

4

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Kommentare

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lazyman

vor 10 Jahren

nice World Disney Movie


tuvock

vor 14 Jahren

Lustig war er einige Male, und wir mußten doch lachen, doch das waren im ganzen gesehen nur einige Vereinzelte Lacher. Neue Witze, aber nur sehr wenige, und vor allem nicht so eine gute Musik, außer der Titelsong von NO Angels und Donovan.

77, 11 von 100


simsel

vor 17 Jahren

super animationen - disney halt


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