Article10. März 2023

Filmtagebuch: Leichen pflastern ihren Weg: Die 10 grössten Killer des Horrorfilms

Filmtagebuch: Leichen pflastern ihren Weg: Die 10 grössten Killer des Horrorfilms
© Warner Brothers Switzerland

Nirgendwo wird so viel gemeuchelt und gemordet, geschlitzt und gestochen wie im Horrorfilm. Im Lauf der Jahrzehnte haben sich einige Killer besonders hervorgetan. Und bei anderen ist man überrascht, wie vergleichsweise wenige Opfer ihnen über Jahrzehnte vor die Klinge kamen. Pünktlich zum Start von «Scream VI» präsentieren wir unseren ultimativen Überblick über die grössten Horror-Schurken. Aber Vorsicht! Die Zahlen sind mitunter diskutabel, da manche Kills auch offscreen stattgefunden haben.

Ein Artikel von Peter Osteried

1. MICHAEL MYERS

Filme: «Halloween» 1-6, «Halloween H20», «Halloween: Resurrection», «Halloween» (2007), «Halloween 2» (2009), «Halloween» (2018), «Halloween Kills», «Halloween Ends»

Bodycount: 179. In den ursprünglichen acht Filmen hat Michael 92 Opfer erwischt. Durchaus eindrucksvoll, da er im dritten Teil gar nicht dabei war. In Rob Zombies beiden Remake-Filmen kamen 39 Opfer dazu. In den drei neuen Filmen kommen mindestens 48 hinzu - bei «Halloween Ends» ist diskutabel, wer für welchen Mord verantwortlich ist.

Wer ist der Killer: Michael fing seine «Karriere» 1963 im Alter von sechs Jahren an, als er seine Schwester ermordete. 15 Jahre später brach er aus der Psychiatrie aus und kam zurück in seinen Heimatort Haddonfield. Es war die erste Nacht des Grauens, viele sollten noch folgen.

Markenzeichen: Dreht gerne den Kopf zur Seite, um sein Werk konzentriert zu begutachten.

Bester Film: Das Original von 1978. Das ist so etwas wie der absolute Prototyp des Slasher-Films und bis heute unerreicht.

Bester Kill: Michael Myers gegen die Feuerwehrleute in «Halloween Kills».

«Halloween - Die Nacht des Grauens» verfügbar bei Amazon Prime

«Halloween Kills» verfügbar bei Sky Show

2. JASON VOORHEES

Filme: «Freitag der 13.» 1-8, «Jason Goes to Hell», «Jason X», «Freddy vs. Jason», «Freitag der 13.» (Remake)

Bodycount: 164. Hier kann man bei dem einen oder anderen nie ganz sicher sein. Zumal im ersten Teil gar nicht Jason der Killer ist und im fünften Teil ein Nachahmer seinen Platz eingenommen hat. Aber wir verbuchen grosszügig alle Kills auf den Eishockeymaskenträger. Wenn man in Betracht zieht, dass Jason in «Jason X» eine Raumstation vernichtet hat, hat er tatsächlich Zigtausende Opfer gefunden.

Wer ist der Killer: Jason Voorhees. Naja, meistens. Im ersten Teil von 1980 ist es noch Jasons Mutter, im fünften ist es ein Nachahmer, ab dem sechsten Teil ist der dann ein untoter Killer. Eigentlich war er ja ein behinderter Junge, den die Camp-Betreuer ertrinken liessen. Darum rastete die Mutter aus, und nachdem Jason ihren Tod mitansehen musste, wurde er auch zum Killer.

Markenzeichen: Geht unglaublich langsam, holt aber jedes noch so schnell laufende Opfer ein.

Bester Film: Der vierte Teil. Er wurde als das letzte Kapitel angekündigt, aber jeder wusste, das ist Humbug. Da die Filme der Reihe reichlich Geld einspielten, ging es immer weiter.

Bester Kill: In «Jason Goes to Hell» erwischt der Eishockeymaskenträger ein Pärchen beim Schäferstündchen in ihrem Zelt. Es endet … unschön.

«Freitag der 13. - Das letzte Kapitel» verfügbar on Demand bei Apple TV

«Jason Goes to Hell - Die Endabrechnung» verfügbar on Demand bei Apple TV

3. LEATHERFACE

Filme: «Texas Chainsaw Massacre» 1-3, «Texas Chainsaw Massacre: Die Rückkehr», «Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre», «Texas Chainsaw Massacre: The Beginning», «Texas Chainsaw 3D», «Leatherface», «Texas Chainsaw Massacre» (2022)

Bodycount: 31. Nicht aus jedem hat er sich eine Lederfratze gebastelt. Seine Sippe hat noch ein paar weitere Leute auf dem Gewissen.

Wer ist der Killer: Leatherface liebt seine Kettensäge. Er liebt aber auch neue Gesichter. In seiner Familie wird er als der Mann fürs Grobe eingesetzt.

Markenzeichen: Hat Identitätsprobleme, darum will er immer wieder ein neues Gesicht.

Bester Film: Tobe Hoopers Originalfilm aus dem Jahr 1974. Der ist mittlerweile fast 50 Jahre alt, aber die Stimmung ist noch immer ungeschlagen. Ein echter Terrorfilm, der ein mulmiges Gefühl zurücklässt.

Bester Kill: Im Originalfilm hängt Leatherface die arme Pam an einem Fleischerhaken auf und lässt sie ausbluten. Es ist eine wirklich grausige Szene, die – im Gegensatz zu einigen der späteren Filme – auch völlig ernsthaft ist. In den weiteren Filmen ist Übertreibung oftmals Trumpf.

«Texas Chainsaw Massacre» (1974) verfügbar bei Amazon Prime

4. FREDDY KRUEGER

Filme: «Nightmare on Elm Street» 1-6, «Wes Craven’s New Nightmare», «Freddy vs. Jason», «Nightmare on Elm Street» (Remake)

Bodycount: 109. Gerade bei Freddy Krueger geschehen aber auch viele Tode offscreen.

Wer ist der Killer: Freddy Krueger ist der Bastard von 1.000 Wahnsinnigen. So heisst es und wird im fünften Teil genauer ausgeführt. Als er noch lebte, war er ein Kindermörder, dann haben die Eltern ihn umgebracht, aber etwas Böseres erschaffen – einen Traumdämon.

Markenzeichen: Neigt zur Selbstverstümmelung, um seine Opfer zu erschrecken.

Bester Film: Das Original von 1984. Später wurde Freddy zu einer Art Horror-Held, den das Publikum anfeuerte und bejubelte. Im Originalfilm ist er eine Monstrosität, die Schauer über den Rücken jagt.

Bester Kill: Johnny Depp im ersten Teil. Er wird ins Bett gezogen und dann ergiesst sich eine immense Blutfontäne an die Decke.

«Nightmare on Elm Street» verfügbar on Demand bei YouTube

5. GHOSTFACE

Filme: «Scream» 1-6

Bodycount: 47. Noch nicht eingerechnet ist der sechste Teil. Überhaupt relativiert sich die Zahl, wenn man bedenkt, dass es bislang neun Menschen waren, die die Ghostface-Maske aufgesetzt haben.

Wer ist der Killer: Wer ist es nicht? Aber den Anfang machten Billy Loomis und Stu Macher. Der eine, weil er seinen Hass auf die Welt ausleben wollte, der andere, weil er ein dummer Mitläufer war. Sie haben aber ein ganzes Vermächtnis an Ghostface-Killern erschaffen.

Bester Film: Der Originalfilm aus dem Jahr 1996 ist unübertroffen – in Sachen Spannung, Selbstironie und Kills.

Markenzeichen: Hängt ständig am Handy.

Bester Kill: Im ersten Teil steckt die von Rose McGowan gespielte Tatum in einer Luke fest, durch die die Katze die Garage verlassen kann – und dann fährt das Garagentor mit ihr nach oben.

«Scream» verfügbar bei Sky Show

6. CHUCKY

Filme: «Chucky» 1-3, «Chucky und seine Braut», «Chuckys Baby», «Curse of Chucky», «Cult of Chucky»,«Chucky» (Fernsehserie, seit 2021)

Bodycount: 120. Das war Chucky aber nicht alleine, seine Braut hat auch mitgeholfen. Und die Zahl steigt, da die zweite Staffel der Serie gerade läuft.

Wer ist der Killer: Charles Lee Ray war im Leben ein Serienkiller, im Tod steckt er in einer Puppe fest – und mordet und mordet und mordet. Wirklich eindrucksvoll ist aber, dass diese Reihe seit 1988 eine ungebrochene Kontinuität hat. Das kann kaum eine andere Horrorreihe für sich beanspruchen.

Markenzeichen: Er ist eine Puppe, aber immer noch rollig.

Bester Film: «Bride of Chucky» ist der vierte Teil der Reihe und wurde von Hong-Kong-Regisseur Ronny Yu sehr dynamisch umgesetzt. Er ist flotter, actionreicher, witziger als die Vorgänger und die Blaupause für alle nachfolgenden Filme.

Bester Kill: Tatsächlich Chucky selbst. Es erwischt ihn ja praktisch in jedem Film, aber im zweiten Teil wurde die Puppe in einer Fabrik mit geschmolzenem Plastik übergossen.

«Chucky 2 - Die Mörderpuppe ist zurück» verfügbar on Demand bei Apple TV

7. CANDYMAN

Filme: «Candyman» 1-3, «Candyman» (2021)

Bodycount: 48. Aber auch hier gilt, dass sich das auf gleich zwei Candymen verteilt.

Wer ist der Killer: Daniel Robitaille lebte im 19. Jahrhundert und wurde von weissen Männern zu Tode gefoltert. Er kehrte als Candyman zurück und sucht die Menschen heim, die fünfmal seinen Namen vor dem Spiegel aussprechen. Er ist nur einer von vielen Candymen, wie man im Sequel von 2021 erfährt.

Markenzeichen: Hätte auch Imker werden können, Bienen sind sein Leben.

Bester Film: Das Original von 1992 ist ein düster-nihilistischer Film, der in einem urbanen Moloch spielt.

Bester Kill: Dr. Burke im ersten Teil. Der Candyman reisst ihm mit seinem Haken den Rücken auf.

«Candyman's Fluch» verfügbar on Demand bei Apple TV

8. PINHEAD

Filme: «Hellraiser» 1-4, «Hellraiser: Inferno», «Hellraiser: Hellseeker», «Hellraiser: Deader», «Hellraiser: Hellworld», «Hellraiser: Revelations», «Hellraiser: Judgement», «Hellraiser» (Remake)

Bodycount: 42. Allerdings ist die Frage, wie man das zählt, denn im dritten Teil fallen Pinhead und seine Cenobiten über die Besucher eines Clubs her. Damit käme er locker auf über 300.

Wer ist der Killer: Pinhead war einst ein Mensch, ein Soldat, der von den Freuden des Schmerzes träumte und ein Tor zur Hölle öffnete. Er bezahlte mit Pein und wurde zum Cenobiten.

Markenzeichen: Möchte den Menschen neue Blickwinkel eröffnen. Lieblingsspruch: „I have such sights to show you.“

Bester Film: Das Original von Clive Barker aus dem Jahr 1987 ist unerreicht. Er hat seine eigene Novelle sehr werkgetreu umgesetzt.

Bester Kill: Als Frank am Ende des ersten Teils von den Kettenhaken zerrissen wird.

9. ANGELA BAKER

Filme: «Sleepaway Camp» 1-4

Bodycount: 55. Angela Baker hat sich von Film zu Film gesteigert – Happy Camper sind ihr eben ein Graus.

Wer ist der Killer: Angela Baker ist ein Mädchen, das in einem Ferienlager von anderen oft gehänselt wird. Aber Angela ist gar kein Mädchen, wie man am Ende des ersten Teils merkt. In den Fortsetzungen hat sie dann bereits eine Geschlechtsumwandlung durchgemacht.

Markenzeichen: Singt gerne den Happy-Camper-Song.

Bester Film: Der Originalfilm von 1983 ist ein wirklich toller Slasher, der mit den Konventionen des Subgenres spielt, sie aber auch bricht. Das Ende ist ein Schocker.

Bester Kill: Im dritten Teil wird eine junge Frau bis zum Hals eingegraben – und dann kommt der Rasenmäher!

10. SADAKO

Filme: «Ringu» Original 1-4, «Ring» 1 + 2, «Rings» (USA), «Sadako», «Sadako 3D», «Sadako vs. Kayako», «Sadako DX»

Bodycount: 6.000. Wie kommt Sadako auf diese enorme Zahl? Normalerweise hat sich ihr Fluch verbreitet, indem jemand eine VHS-Kassette erhielt und diese innerhalb von sieben Tagen weitergeben musste. In «Sadako vs. Kayako» wird das Video jedoch im Internet online gestellt und innerhalb von wenigen Minuten von 6.000 Menschen gesehen.

Wer ist der Killer: Sadako war einst ein normales Mädchen, jetzt ist sie ein immerwährender Fluch.

Markenzeichen: Sie kommt gerne aus dem Fernseher herausgekrochen.

Bester Film: Der erste «Ringu» aus dem Jahr 1998 ist noch immer der beste Film der Reihe, mit Bildern, die immens verstörend sind. Die US-Remakes konnten da nie heranreichen.

Bester Kill: Das erste Opfer im ersten Film. Nicht, weil man sieht, was mit ihm passiert, sondern weil man das Entsetzen im Gesicht sehen kann.

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