Artikel9. Februar 2018

Geschnitten, gebrochen, gebissen: Diese 7 Verletzungen schafften es in den Final Cut

Geschnitten, gebrochen, gebissen: Diese 7 Verletzungen schafften es in den Final Cut
© Ascot-Elite Entertainment Group

Auf Special Effects, Kunstblut und ungefährliche Requisiten wurde in diesen Filmszenen verzichtet. Wir präsentieren euch 7 Verletzungen, die sich während Dreharbeiten ereignet und es trotzdem in den finalen Film geschafft haben.

1. Macaulay Culkin in «Kevin – Allein zu Haus» (1990)

Macaulay Culkin verteidigt sich als Kevin mit allen Mitteln. © 20th Century Fox

Durch «Kevin – Allein zu Haus» erreichte Macaulay Culkin Weltbekanntheit. Da Joe Pesci seine Rolle als Einbrecher im Film etwas zu ernst genommen hat, bleibt Culkin aber auch heute noch ein wenig erfreuliches Souvenir: Nachdem der Einbrecher Kevin droht, einen seiner Finger abzubeissen, biss Pesci dann auch tatsächlich so fest zu, dass er Culkin eine Narbe bescherte, die ihn bis ans Ende seiner Tage an diesen Dreh zurückdenken lassen dürfte.

2. Cary Elwes in «The Princess Bride» (1987)

Nur ein schmaler Grat trennt Mut und Leichtsinn: Cary Elwes ist als Westley zu allem bereit. © Warner Bros.

Entschärfte Filmrequisiten sind ein wahrer Segen. Vor allem wenn es darum geht, Schauspieler in Kampfszenen ausser Gefecht zu setzen. Da am Set von «The Princess Bride» keine Schaumstoffschwerter verfügbar waren, schlug Cary Elwes Christopher Guest kurzerhand vor, ihn leicht mit dem Schwertknauf eines echten Schwertes zu touchieren, um eine Knock-out-Szene abdrehen zu können. Eine denkbar waghalsige Idee.

Es kam, wie es kommen musste: Christopher Guest war als Graf Rugen bei seiner Attacke auf Westley nicht vorsichtig genug, schlug Cary Elwes tatsächlich mit mehr Wucht als geplant nieder und sorgte somit – zu Elwes' Ungemach – für eine sehr realistische Szene. Der Schauspieler wachte erst im Spital wieder auf, wo Fachpersonal gerade damit beschäftigt war, seine klaffende Wunde zu nähen.

3. Daryl Hannah in «Der Blade Runner» (1982)

Replikantin Pris ist menschlicher als so manch ein Mensch. © Warner Bros.

Daryl Hannah spielt in «Der Blade Runner» die Rolle eines Androiden namens Pris. Ihre menschliche Verletzlichkeit dürfte allen Anwesenden am Set des Sci-Fi-Klassikers allerdings mehr als deutlich zu Bewusstsein gebracht worden sein, als die Schauspielerin sich während dem Dreh in einer düsteren Seitengasse verletzte: Als Pris dem Genetik-Designer J. F. Sebastian (William Sanderson) begegnet, ergreift sie die Flucht, rutscht auf dem durch strömenden Regen nass gewordenen Weg aus und durchbricht eine Autoscheibe mit ihrem Arm. Trotz grosser Schmerzen gelang es Hannah, in ihrer Rolle zu bleiben und durch diesen Vorfall für zusätzliche Dramatik zu sorgen.

4. Sylvester Stallone in «Rambo» (1982)

Hals- und Beinbruch! – Sylvester Stallone hat schon alles erlebt. © Artisan Entertainment

In Rambos (Sylvester Stallone) erstem Kinoabenteuer wird der wortkarge Vietnamkriegsveteran per Helikopter verfolgt. Um nicht aus dem Hubschrauber heraus erschossen zu werden, lässt er sich von einer Klippe fallen und stürzt durch Baumkronen auf den harten Waldboden. Der Schmerzensschrei bei seiner Landung ist dabei vor allem deshalb so glaubwürdig, weil er alles andere als gespielt war: Stallone, der einen Teil des Stunts selbst ausführte, musste für die überzeugende Szene mit einer gebrochenen Rippe bezahlen.



5. Jake Gyllenhaal in «Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis» (2014)

Als sein Konkurrent eine Sensationsstory an Land zieht, verliert Journalist Louis Bloom seine Fassung. © Ascot-Elite Entertainment Group

Im US-amerikanischen Krimi-Thriller aus dem Jahr 2014 verkörpert Jake Gyllenhaal einen sensationsgeilen freien Journalisten, der alles erdenkliche und unerdenkliche daran setzt, um an spektakuläre Bilder von Verbrechen und Unfällen zu kommen. Als er schliesslich eine Top-Story an einen Konkurrenten verliert, lässt er seiner Wut freien Lauf. Er schreit einen Spiegel an, schüttelt diesen und zerlegt ihn unabsichtlich – aber mit voller Wucht – in seine Einzelteile. Das Ergebnis: Eine sehr glaubwürdige Szene, eine aufgeschlitzte Handfläche und eine Fahrt ins nächstgelegene Spital.



6. Leonardo DiCaprio in «Django Unchained» (2012)

Leonardo DiCaprio: Ein schmerzunempfindliches Improvisationstalent. © Sony Pictures

Als psychotischer Sklaventreiber legte Leonardo DiCaprio einen erinnerungswürdigen Auftritt hin, der am Set von «Django Unchained» mit stürmischem Applaus belohnt wurde. Während einer Dinnerparty für Dr. Schulz (Christoph Walz) und Django (Jamie Foxx) schlug er wutentbrannt mit seiner Handfläche auf den Tisch, zertrümmerte dabei ein Glass und setzte die Szene – mit blutüberströmter Hand und ohne Wimpernzucken – fort. Als wäre diese Aktion nicht spektakulär genug, entschied sich DiCaprio schliesslich dazu, durch Improvisation das beste aus der Situation herauszuholen und schmierte sein Blut über das Gesicht von Djangos Frau (Kerry Washington) – damit sorgte er für eine der eindringlichsten Szenen im ganzen Film.



7. Viggo Mortensen in «Herr der Ringe: Die zwei Türme» (2002)

Auge um Auge, Zahn um Zahn, Zeh um Zeh? © Warner Bros.

In den meisten Fällen werden Dreharbeiten so lange weitergeführt, bis eine Szene perfekt ist. So geschehen im zweiten Teil der «Herr der Ringe»-Trilogie: Als Waldläufer Aragorn (Viggo Mortensen) aus Trauer und Wut über den vermeintlichen Tod seiner Freunde einen Helm auf dem Schlachtfeld wegkickt. Die emotionale, von einem herzzerreissenden Schrei untermalte Szene erforderte 5 Takes – wobei der letzte, in dem sich Viggo Mortensen zwei Zehen gebrochen hatte, schliesslich im Film landete.

Fun Fact: Peter Jackson erfuhr einer eigenen Aussage zufolge erst sehr spät von der Verletzung des Schauspielers. Wenn man bedenkt, dass Mortensen im Rahmen der Dreharbeiten während eines Schwertkampfes auch ein Teil eines seiner Schneidezähne ausgeschlagen wurde und er im Anschluss daran darauf bestand, ohne Unterbruch weiterzudrehen, erstaunt dies allerdings kaum.

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