Artikel22. Juni 2018

So geht clever: Die 9 erinnerungswürdigsten Raubüberfälle der Filmgeschichte

So geht clever: Die 9 erinnerungswürdigsten Raubüberfälle der Filmgeschichte
© Warner Brothers

Ob besonders originell, actionreich, oder mit einer überwältigenden Auflösung ausgestattet: Zum Filmstart von «Ocean's 8» präsentieren wir euch 9 erinnerungswürdige Überfälle der Filmgeschichte, die einem den Atem rauben.

1. Inside Man (2006)

Der Überfall: Gangster-Mastermind Dalton Russell (Clive Owen) will zusammen mit drei Komplizen den perfekten Banküberfall über die Bühne bringen, indem seine Kumpanen sich nach dem Raub als Geiseln ausgeben und so unbehelligt entkommen können.

So geht der Coup aus: Während drei Gangster sofort entkommen, hält sich Russel in einem Lagerraum hinter einer unauffällig eingezogenen Zwischenwand versteckt – und spaziert nach einer Woche schliesslich ohne Zwischenfälle mit seiner Beute aus dem Gebäude heraus. Sein minutös ausgearbeiteter Plan beschert ihm nicht nur ein Vermögen, sondern hat ausserdem zur Folge, dass der Direktor der Bank zu Recht vor einem Gerichtshof für Kriegsverbrechen angezeigt werden kann.

Fazit zum Film: «Inside Man» ist ein klug inszenierter und mit cleveren Wortduellen gespickter Streifen, der mit einer zufriedenstellenden Win-Win Situation endet. Zusammen mit seiner Starbesetzung bestehend aus Denzel Washington, Jodie Foster, Clive Owen und vielen mehr hat er sich eine Auszeichnung als einer der besten Gaunerfilme der Filmgeschichte daher redlich verdient.

2. Gefährliche Brandung (1991)

Der Überfall: Der junge FBI-Agent Johnny Utah (Keanu Reeves) wird in die örtliche Surferszene eingeschleust, um dort einer Bankräuberbande auf die Schliche zu kommen. Doch als er dort der Faszination des Anführers der Surfer (Bodhi gespielt von Patrick Pwayze) erliegt, und sich herausstellt, dass es sich bei seiner Surfer-Gruppe tatsächlich um die gesuchten Bankräuber handelt, plagen ihn Gewissensbisse.

So geht der Coup aus: Utah ertappt die als Ex-Präsidenten maskierten Surfer auf frischer Tat, bringt es aber nicht übers Herz, auf ihren Anführer zu schiessen, sodass dieser entkommen kann. Als ihn Bodhi am nächsten Tag zum Fallschirmspringen abholt und ihm erklärt, dass seine Freundin von ihrem Kollegen Rosie als Geisel festgehalten wird und Utah den letzten Überfall der Saison mitmachen müsse, um sie zu retten, entschliesst sich der Agent dazu, am Überfall teilzunehmen. Bodhi versucht sich schliesslich mit der Beute aus dem Staub zu machen und obwohl es Utah – sogar im freien Fall – schafft, ihn einzufangen, gelingt ihm letzten Endes die Flucht.

Fazit zum Film: Die spannende Verschmelzung von Heist-Movie und Surferfilm konnte seinerzeit mit Originalität, coolen Figuren und einer aussergewöhnlichen Freundschaft überzeugen. Das beste daran: Der Kult-Streifen hat auch über 25 Jahre nach seinem Release seinen Reiz nicht verloren und lässt das Film-Remake aus dem Jahr 2015 blass aussehen.

3. Inception (2010)

Der Überfall: In «Inception» liegt der Fokus zwar auf keinem Raub im klassischen Sinne, dafür aber auf einem denkwürdigen Überfall von Dominick Copp (Leonardo DiCaprio), der üblicherweise damit beschäftigt ist, während Träumen wertvolle Informationen aus dem Unterbewusstsein seiner Opfer zu entwenden. Bei seinem letztem Job soll es nun darum gehen, bei einem mächtigen Konzernboss eine Inception, sprich eine Einpflanzung eines Gedankens in das Unterbewusstsein, durchzuführen.

So geht der Coup aus: Der Plan soll auf einem Langstreckenflug in die Tat umgesetzt werden. Nachdem das Opfer heimlich betäubt wird, versucht ein mehrköpfiges Team die Inception in einem erzeugten Traum vorzunehmen – da der Konzernboss jedoch mental geschult ist, greift sein Unterbewusstsein die Angreifer im Traum in Form einer Privatarmee an. Damit nimmt die verworrene Mission auf mehreren Traumebenen ihren turbulenten Lauf. Ob es Copp am Ende des Filmes gelingt, in die Realität zurückzukehren, bleibt offen.

Fazit zum Film: Der spannungsgeladene, vierfach mit dem Oscar ausgezeichnete Sci-Fi-Heist-Film überzeugt mit einer komplexen und originellen Handlung sowie einer psychedelischen Ästhetik und liefert dabei eines der aufregendsten Filmenden aller Zeiten: Selbstaussagen zufolge soll Regisseur Christopher Nolan mehr Fragen über den Ausgang von «Inception» als zu irgendeinem anderen Film erhalten haben.

4. The Italian Job (2003)

Der Überfall: In einem Haus in Venedig sollen Goldbarren im Wert von sage und schreibe 35 Millionen gestohlen werden. Eine Sprengung des Fussbodens bringt das eingespielte Team rund um Charlie Croker (Mark Wahlberg) auf spektakuläre Weise zu seinem Ziel – doch damit werden die wirklichen Probleme erst ins Rollen gebracht, denn Teammitglied Steve (Edward Norton) ist darauf aus, die anderen um ihren Anteil zu bringen.

So geht der Coup aus: Der Coup gelingt, indem der Safe durch zielgenaue Sprengung des Bodens durch zwei Stockwerke hindurch in den Kanal von Venedig fällt, eine Flucht mit einer Safe-Attrape vorgetäuscht, und die Goldbarren schliesslich aus dem Wasser geborgen werden. Steves Leute aber stoppen das Fluchtfahrzeug und bringen die heiss begehrte Ware in ihren Besitz. Derweil versucht Verräter Steve höchstpersönlich, Crokers Team zu eliminieren und überlässt es fahrlässigerweise seinem Schicksal. Dass Charlie und Co. aber nicht so leicht aus dem Weg zu räumen sind, muss er auf schmerzliche Weise erfahren: Sie luchsen ihm nicht nur das Gold auf clevere Art ab, sondern überlassen ihn auch noch der ukrainischen Mafia.

Fazit zum Film: Das amerikanische Remake des britischen Gangsterfilms «Charlie staubt Millionen ab» weist zwar einige zentrale Unterschiede zum Original auf, kann aber nichtsdestotrotz mit spritzigen Dialogen, fantastischen Auto-Stunts und einem sympathischen Darsteller-Ensemble punkten.

5.Ocean's Eleven (2001)

Der Überfall: Bekanntlich sind aller guten Dinge drei. So auch für den Ganoven Danny Ocean (George Clooney), der mit seinem Kumpanen Rusty (Brad Pitt) und weiteren Spezialisten nicht die Einnahmen eines, zweier, sondern gleich dreier Casinos für sich zu beanspruchen gedenkt. Da das Erdreich rund um den 60 Meter tiefen Bunker aber gespickt mit Sensoren ist, kommt ein gegrabener Tunnel nicht in Frage.

So geht der Coup aus: Rusty erpresst den Casinobesitzer. Sein Angebot: Die Hälfte des Geldes soll zurückgelassen werden. Das aber nur unter der Bedingung, dass die andere Hälfte ungehindert aus dem Casino getragen werden könne. Sollte der Besitzer des Casinos nicht mitspielen, so würde das Geld mit Brandbomben vernichtet werden. Der Clou: Bei den ihm vorgespielten Aufnahmen des Raubes handelt es sich lediglich um gestellte Szenen in einem Nachbau des Tresorraums. Die wahre Beute kann schliesslich von den als SWAT-Team der Polizei verkleideten Gaunern rund um Danny Ocean eingesackt werden.

Fazit zum Film: Steven Sonderberg schuf mit «Ocean’s Eleven» ein starkes «Frankie und seine Spiessgesellen»-Remake, das mit massenweise coolen Szenen und einem Staraufgebot der Extraklasse auf keiner Heist-Film-Liste fehlen sollte.

Wieso auch der vierte Kandidat im Bunde der «Ocean's»-Reihe eine Menge Spass macht, erfährst du hier:

6. Die Unfassbaren (2013)

Der Überfall: Vier durch einen unbekannten Gönner zusammengebrachte Zauberkünstler verüben gemeinsam einen Raubüberfall nach dem anderen und verblüffen damit als «Die vier Reiter» ihr Publikum in magischen Vorführungen. Ihre letzte Mission, bei der ein mit mehreren Millionen gefüllter Tresor entwendet werden soll, stellt sich als trickreiches Katz-und-Maus-Spiel mit dem FBI heraus.

So geht der Coup aus: Durch einen fingierten Tod, falsche Fährten und einen Spiegeltrick gelingt es den Zauberkünstlern immer wieder aufs Neue, das FBI zu überrumpeln. Schliesslich stellt sich heraus, dass einer der FBI-Agenten in Tat und Wahrheit der fünfte im Bunde der Trickkünstler ist. Er selbst enthüllt schliesslich, dass er der Sohn eines bei einer Zaubervorführung ertrunkenen Magiers ist und er über Jahre hinweg das Konzept der vier Reiter entwickelt hat, um Rache an denen zu nehmen, die am Tod seines Vaters beteiligt waren.

Fazit zum Film: Mit visuell beeindruckenden, wenn auch zum Teil reichlich übertriebenen Zaubertricks und einigen witzigen Szenen kommt «Die Unfassbaren» als unterhaltsamer Blockbuster daher. Die ein oder andere Taschenspielerei sollte man sich allerdings lieber nicht allzu lang durch den Kopf gehen lassen.

7. Die üblichen Verdächtigen (1995)

Der Überfall: Im Hauptteil des Films wird Verbal Kint (Kevin Spacey), der einzige Überlebende einer Schiffsexplosion mit 27 Opfern, als Hauptverdächtiger verhört. Dabei schildert er, was seinen ermordeten Gauner-Kollegen widerfahren ist, und was es mit dem Gangsterboss Keyser Söze auf sich haben könnte. Dieser habe seiner Bande – die ihn auf die eine oder andere Weise um Geld gebracht haben soll – über einen Mittelsmann namens Kobayashi den Auftrag gegeben, eine auf einem Schiff deponierte Kokainladung im Wert von 91 Millionen Dollar an sich zu bringen.

So geht der Coup aus: Die Mission auf dem Schiff entpuppt sich als Himmelfahrtskommando, dem nur Kint entrinnen kann. Kurz nachdem der Befragte den Polizeiposten verlassen hat, kommt der Inspektor beim Kaffetrinken schliesslich zu einer haarsträubenden Erkenntnis: Als sein Blick über die Pinnwand wandert, die während des Verhörs hinter ihm hing, fällt es ihm wie Schuppen von den Augen. Er erkennt nicht nur, dass Kint die Eckpfeiler und Namen seiner Geschichte den an der besagten Wand angebrachten Haftbefehlen entnommen hat, sondern auch, dass der Name Kobayashi als Herstellerstempel an der Unterseite seiner Tasse angebracht ist. Kint, bei dem es sich in Tat und Wahrheit um den raffinierten Strippenzieher Söze handelt, hatte ihn die ganze Zeit über nach allen Regeln der Kunst an der Nase herumgeführt.

Fazit zum Film: Die spektakuläre und überraschende Schlusswendung wird bis heute als eine der besten und intelligentesten Momente des Kinos gehandelt und soll beim damaligen Kinopublikum schiere Sprachlosigkeit ausgelöst haben. Dass Christopher McQuarrie für sein Drehbuch schliesslich mit einem Oscar geehrt worden ist, mag daher auch nicht verwundern.

8. Ein Fisch namens Wanda (1988)

Der Überfall: Ein bizarres Quartett bestehend aus dem Initiator des Coups, dem ihm ergebenen, stotternden Tierliebhaber Ken, der durchtriebenen Wanda und ihrem angeblichen Bruder, dem Pseudointellektuellen Otto, findet sich zusammen, um einen Juwelendiebstahl durchzuziehen.

So geht der Coup aus: Nachdem Otto den Tresor geknackt hat, versucht sich die charismatische Wanda der Bande zu entledigen. Doch diese Rechnung hat sie ohne George gemacht, der die Diamanten derweil an einem geheimen Ort versteckt hat. Den Schlüssel zum Tresor, den Ken in einem Aquarium versenkt hat, kann sie zwar an sich bringen, doch wo die Juwelen sind, bleibt ihr zunächst verborgen. Was dann folgt, ist eine Reihe von Verwicklungen, die amüsanter nicht ausfallen könnten und unter anderem dazu führt, dass Otto Ken erpresst, indem er seine Aquariumsfische verspeist – und im Gegenzug von einer Dampfwalze überrollt wird. Wanda kommt über Umwege an die Juwelen ran und kann sich schliesslich damit aus dem Staub machen.

Fazit zum Film: «Ein Fisch namens Wanda» zählt mit einer überragenden Jamie Lee Curtis zu den erfolgreichsten Komödien der 1980er-Jahre. Der vorherrschende typisch britische schwarze Humor, mit dem amerikanische aber auch britische Eigenarten aufs Korn genommen werden, macht diesen Diebstahl zu einem urkomischen Filmvergnügen.

9. Heat (1995)

Der Überfall: Bandenchef Neil McCauley (Robert De Niro) hat einen letzten Coup im Sinn, bevor endgültig Schluss sein soll: Mit seiner Bande will er bei einem letzten Banküberfall rund 12 Millionen Dollar stehlen.

So geht der Coup aus: Unmittelbar vor dem Banküberfall steigt der vorgesehene Fahrer aus dem Plan aus, da er sicher ist, von der Polizei beschattet zu werden. McCauley heuert aus diesem Grund spontan seinen ehemaligen Mithäftling Breedan an. Da die Polizei über einen Informanten über den geplanten Raub informiert wurde, endet der Überfall allerdings katastrophal: Bei einem Feuergefecht sterben sowohl Breedan als auch mehrere Polizeibeamte und schliesslich auch Bandenmitglied Cheritto. Indes gelingt McCauley zusammen mit seinem verwundeten Kollegen Shiherlis und einem Teil der Beute die Flucht. Mithilfe des Drahtziehers Nate erhält Letzterer eine neue Identität und McCauley einen neuen Fluchtweg.

Fazit zum Film: Der Heist-Movie-Klassiker, der die Schauspiellegenden Robert De Niro und Al Pacino erstmals in einer gemeinsamen Szene auf Grossleinwand zeigte, schlug hohe Wellen. Zum einen, weil er als Micheal Manns persönliches Meisterwerk gilt, zum anderen aber auch deswegen, weil er Kriminellen rund um den Globus als Inspiration diente. Die an den Banküberfall anschliessende Schiesserei zwischen McCauleys Bande und der Polizei gilt bis heute als einer der bestinszenierten und auch bekanntesten Schusswechsel der Filmgeschichte.

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Welcher dieser Filme kann mit dem erinnerungswürdigsten Überfall der Filmgeschichte punkten? Oder ist dieser gar in einem anderen Film zu finden? Lass es uns in den Kommentaren wissen!


Kommentare 2

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theboch

vor 22 Tagen

@mariodoering Mir war gar nicht mehr so ganz bewusst das es bei Jacky Brown und Reservoir Dogs auch um (Raub)überfälle ging...


mariodoering

vor 23 Tagen

Jackie Brown und Resevoir Dogs hätten auch einen Platz auf der Liste verdient, die waren 🔥


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