Kritik6. April 2021

Sky Show-Kritik «Zack Snyder’s Justice League»: Neu wie ein Déjà Vu

Sky Show-Kritik «Zack Snyder’s Justice League»: Neu wie ein Déjà Vu
© Sky Switzerland

Mit «Zack Snyder’s Justice League» bringt der ursprüngliche Regisseur seine Version des Superhelden-Epos in die Kinos. Der Director’s Cut ist aber nicht nur eine vier-stündige Ego-Schmeichelei, der neue Film korrigiert einige der Fehler von Joss Whedon, der Regisseur der 2017 einsprang, um den Film fertigzustellen.

Serienkritik von Gaby Tscharner

«Zack Snyder’s Justice League» ist der vierstündige Director’s Cut des gleichnamigen Films, der 2017 von Kritikern verrissen und von Fans verschmäht wurde. Der Film war DC-Comics Antwort auf Marvels super-erfolgreiche «Avengers» Serie und bringt ihre erfolgreichsten Superhelden wie Superman (Henry Cavill), Batman (Ben Affleck), Wonder Woman (Gal Gadot), Aquaman (Jason Momoa) und andere zusammen, um die Welt vor dem Bösewicht Steppenwolf (Ciàran Hinds) zu retten.

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Der Film war im Grossen und Ganzen abgedreht und zwei Fortsetzungen waren geplant, als sich Zack Snyders Tochter tragisch das Leben nahm und der Regisseur beschloss, sich der Heilung seiner Familie zu widmen. Als der renommierte Regisseur Joss Whedon («Avengers») engagiert wurde, um den Film fertigzustellen, nahm «Justice League» eine Wende. Whedon drehte neue Szenen und fügte zahlreiche mehr oder weniger witzige humoristische Auflockerungen hinzu, was zu der ersten, unbeliebten Version führte.

Der Ruf nach einem Zack Snyder Cut wurde immer lauter und nach einer erfolgreichen Twitter-Kampagne gab Warner Bros schliesslich den Wünschen der Fans und auch Zack Snyder nach. Vier Jahre und 70 Millionen Dollar später lieferte der Regisseur einen vier Stunden langen Film ab, in dem die ursprüngliche Version von «Justice League» kaum wiederzuerkennen ist.

Genau so wichtig wie das, was dem Film hinzugefügt wurde, ist das, was der Schere zum Opfer fiel.– Cineman-Filmkritikerin Gaby Tscharner

«Zack Snyder’s Justice League» erzählt eine zusammenhängende, von seinen Charakteren angetriebene Geschichte. Cyborg (Ray Fisher) und The Flash (Ezra Miller), zwei Superhelden, die von Joss Whedon völlig vernachlässigt wurden, kriegen von Snyder die Aufmerksamkeit, die ihnen gebührt. Wir erfahren, was sich zwischen Victor Stone und seinem Vater abgespielt hat und dazu führte, dass der sorglose Teenager zu einem Robotermenschen wurde. Seine Entstehungsgeschichte macht ihn zu einer ausgefleischten Figur, die das Ende des Films tragend mitbestimmt.

Und The Flash ist in Snyders sechs Kapiteln ein gleichwertiger Superheld, dessen spezielle Fähigkeiten es mit denen der anderen aufnehmen kann. Und Steppenwolf, der Bösewicht, kriegt nicht nur ein neues, silbernes Outfit, Snyder widmet ihm mehr Zeit und dadurch wird die Motivation dieses gehörnten Wesens erkennbar. Ihm wird aber eine Art Oberschurke namens Darkseid übergeordnet, der nicht nur unter einem bescheuerten Namen leidet, er ist gänzlich überflüssig und trägt unnötig zur schmerzlichen Länge des Films bei.

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Genau so wichtig wie das, was dem Film hinzugefügt wurde, ist das, was der Schere zum Opfer fiel. So ist Joss Whedons Humor in Snyders Version nicht mehr zu finden. Aquamans Szene, in der er sich auf Wonder Womans Lasso der Wahrheit setzt und seine Gefühle offenbart – weg! Batman, der einen Schurken von einem Hochhausdach hängt, um einen Ausserirdischen aus seinem Versteck zu locken – unauffindbar. Auch die schwer zu ertragenen Kamerawinkel, die unter den Rock von Wonder Woman schielten oder Batmans Genitalien betonten, sind glücklicherweise verschwunden.

Die beste Veränderung ist aber Supermans Gesicht. Henry Cavill hatte sich für seine nächste Rolle schon einen Schnurrbart wachsen lassen, als Joss Whedon Nachdreharbeiten für «Justice League» ansetzte. Der Schnauz musste deshalb digital wegradiert werden. In Snyders Version sieht Supermans Gesicht nicht mehr deformiert aus.

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Die Stärke von «Schitt’s Creek» liegt in ihrer subtilen Satire. Die Serie serviert uns zunächst grobe Witze, zum Beispiel darüber, wie viele Kleider (David) oder Perücken (Moira) die Reichen doch besitzen, für die sich im äusserst bescheidenen Schitt’s Creek Motel kaum Platz findet. Die Roses sind Fische auf dem Trockenen und das sorgt zwangsläufig für Komik. Interessanter sind jedoch all die kleinen Stiche und Seitenhiebe gegen die Gewohnheiten der Reichen. Die Arroganz, mit der sie sich den wohlgesinnten Einwohnern von Schitt’s Creek überlegen fühlen, obwohl sie diejenigen sind, die ständig auf die Wohltätigkeit der Dorfbewohner angewiesen sind. Oder als Moira, eine ehemalige Schauspielerin, aus lauter Langweile dem Damenchor betritt und sogleich die kreative Leitung übernehmen will, obwohl sich ihre Stimme kaum mit denen der anderen Chormitglieder messen kann.

Ohne Joss Whedons Humor nimmt sich der Film zu ernst.– Cineman-Filmkritikerin Gaby Tscharner

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Dennoch ist «Zack Snyder’s Justice League» alles andere als ein grossartiger Film. Ohne Joss Whedons Humor nimmt sich der Film viel zu ernst, was von der düsteren Cinematografie noch unterstützt wird. Endlose Zeitlupenaufnahmen von Kampfszenen und uninteressantes Geschwätz über die Mother-Boxes, allmächtige Geräte mit freudschen Untertönen, langweilen schon in Stunde zwei. Als ob sechs Kapitel und dreieinhalb Stunden Laufzeit noch nicht genug wären, hängt Snyder dem Ende des Films noch einen Epilog an. Bruce Wayne träumt von einer in Trümmern liegenden Welt. Mit einer Gruppe von Superhelden und dem Joker (Jared Leto) reist er durch eine «Mad Max» artige Wüste. Ein Traum, der nicht erklärt wird, als Wayne von einem unerwarteten Besucher aufgeweckt wird.

Man braucht kein Traumdeuter zu sein, um zu entscheiden, ob uns die vier Stunden eines Films Wert sind, den wir in ähnlicher Form schon einmal gesehen haben. «Zack Snyder’s Justice League» ist sicher die bessere Version, aber für alle nicht eingefleischten Fans ist der Film viel zu lang, um Neulinge bei der Stange zu halten.

3.5 von 5 ★

«Zack Snyder’s Justice League» läuft seit dem 1. April auf Sky Show.

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