Artikel2. Februar 2018

Planung ist nicht alles: Die 7 besten improvisierten Filmmomente

Planung ist nicht alles: Die 7 besten improvisierten Filmmomente
© Warner Bros.

In der Filmproduktion ist alles strengstens durchgeplant – meistens. Denn: Manchmal werfen Schauspieler den getakteten Ablauf des Drehbuchs über Bord und punkten mit einfallsreicher Spontanität am Set. Wir präsentieren euch sieben improvisierte Filmmomente, die genau damit Kinogeschichte schrieben.

1. Matthew McConaughey in «The Wolf of Wall Street»

Vor dem Dreh ist während dem Dreh – Matthew McConaugheys Vorbereitungsritual zum Dreh. © Universal Pictures

Matthew McConaughey legte in The Wolf of Wall Street einen kurzen aber knackigen Auftritt hin. Als er dem Börsengrünschnabel Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio) vollkommen unverblümt mitteilt, wie er als Broker an der Wall Street am besten durch seine Tage kommt, findet eine seiner persönlichen und ganz speziellen Gewohnheiten Eingang in den Film. Es handelt sich dabei um ein Ritual, das er zur Entspannung vor Drehs durchführt.

Als DiCaprio von dieser schrägen Angewohnheit Wind bekam, schlug er McConaughey kurzerhand vor, sie in den Film einzubringen. Tatsächlich sollte dieser Vorschlag schliesslich aber auch ihn herausfordern, denn als sein Schauspielkollege in der Rolle des Börsenveteranen Jordan Belfort unvermittelt dazu auffordert, miteinzustimmen, war es an DiCaprio, entsprechend darauf zu reagieren: Zwar fällt es dem Schauspieler sichtlich schwer, einen Lachanfall zu unterdrücken – das Ergebnis der gemeinsamen Improvisation lässt sich aber allemal sehen.



2. Steve Carell in «Jungfrau (40), männlich, sucht...»

Wenn Schmerz erfinderisch macht: Steve Carell geht für Fans die Extrameile. © Universal Pictures

In Jungfrau (40), männlich, sucht... entschied sich Steve Carell dazu, bei einer für die Rolle anstehenden Brustenthaarung vor Kamera kein Body Double für ihn leiden zu lassen und damit eine möglichst authentische Reaktion auf Film bannen zu können. Es war seine erste Enthaarungssession und sämtliche Flüche und Schreie waren ungeplant – eine offensichtlich sehr realitätsnahe Antwort auf den höllischen Schmerz, den der Schauspieler eigenen Aussagen zufolge massiv unterschätzt hatte.

Im Nachhinein gab er scherzend zu, eine dumme Entscheidung getroffen zu haben. Wir können nur darüber mutmassen, ob diese Aussage unter anderem auch mit der entsetzten Reaktion seiner Frau zu tun hat, die mit der ulkigen Aktion und dem daraus resultierenden Smiley auf dem Oberkörper ihres Mannes nicht gerechnet hatte.



3. Anthony Hopkins in «Das Schweigen der Lämmer»

Dieser Blick ist schlimmer als das Blöken der Lämmer.

Eine bestimmte Szene aus Das Schweigen der Lämmer hat sich ganz besonders in das Gedächtnis passionierter Kinogänger eingebrannt: Nachdem Anthony Hopkins in der Rolle als kannibalistischer Serienmörder der FBI-Agentenanwärterin Clarice Starling (Jodie Foster) davon erzählt, wie er die Leber eines Menschen verspeiste und dabei einen Laut von sich gibt, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt, steht Starling die Angst ins Gesicht geschrieben – kein Wunder, war das nervenaufreibende Geräusch in dieser Szene doch gänzlich ungeplant.

Foster gab in einem Interview in der Graham Norton Show zu, während der gesamten Dreharbeiten aus Angst kein einziges Mal mit Hopkins gesprochen zu haben, was die grosse Überzeugungskraft seiner Darstellung des furchteinflössenden Kannibalen nur zu gut unterstreicht.



4. Heath Ledger in «The Dark Knight»

Bombenstimmung ohne Unterbruch – Heath Ledger lässt als Joker nichts anbrennen. © Warner Bros.

Keinem Schauspieler gelang es, den Charakter des wahnsinnigen Antagonisten Batmans dermassen meisterhaft einzufangen, wie es der 2008 verstorbene Heath Ledger tat. Mit seiner ausgefeilten Mimik, seiner vorbildlichen Verinnerlichung der Figur und schliesslich seiner Improvisationen setzte er der Darstellung des Jokers die Krone auf. Als eine Explosion in The Dark Knight nicht wie geplant auf Anhieb hinter dem Rücken des Bösewichts losgeht, ergreift Ledger die Initiative und improvisiert – meisterlich. Da ein Nachdreh dieser Szene ausgeschlossen war, blieb sie – zur Freude vieler Fans – gezwungenermassen im Film.

Übrigens: Die berühmte Klatschszene im Gefängnis war ebenfalls ungeplant und Heath Ledgers Spontanität zu verdanken.



5. Jack Nicholson in «The Departed – Unter Feinden»

Ein überzeugendes Druckmittel aus dem Nichts: Jack Nicholson hat ein Ass im Ärmel. © Warner Bros. Entertainment

Um William „Billy“ Costigan (Leonardo DiCaprio) im Thriller The Departed – Unter Feinden unter Druck zu setzen und eine möglichst authentische Reaktion aus ihm herauszukitzeln, ergriff Jack Nicholson in seiner Rolle als Boss der irischen Mafia zu einer drastischen Massnahme: Anstatt Billy in einem Restaurant lediglich durch ein eindringliches Gespräch mürbe zu machen – wie es im Drehbuch vorgesehen war – zieht Nicholson kurzerhand eine Pistole unter dem Tisch hervor. Sichtlich bestürzt spielt Leonardo DiCaprio beim ersten Take mit, trägt somit ein weiteres Mal zu einem grandiosen Improvisationsmoment bei und treibt die Spannung ins Unermessliche.



6. Dwayne Johnson in «Fast and Furious 6»

1:0 für Dwayne Johnson – mit dieser Schlagfertigkeit hat Ludacris nicht gerechnet. © Universal Pictures

Dwayne Johnson sorgte als Luke Hobbs im sechsten Teil der Fast and Furious-Reihe nicht nur beim Publikum, sondern auch bei seinen Co-Stars für einige Lacher. Ganz schlimm erwischte es dabei den US-amerikanischen Rapper und Schauspieler Ludacris, der Tej Parker spielt. Als Roman Pearce (Tyrese Gibson) im Film Luke Hobbs provozieret, kontert Dwayne Johnson mit einem vollkommen unerwarteten Spruch, der nicht im Drehbuch zu finden ist. Die Folge: Ludacris war völlig aus dem Konzept und der Film somit um einen urkomischen Lachanfall reicher.



7. Harrison Ford in «Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück»

Han Solo eroberte mit seiner Liebeserklärung die Herzen der Star Wars-Fans. © 20th Century Fox Film

Han Solo (Harrison Ford) antwortet in der fünften Episode von Star Wars auf Prinzessin Leias (Carrie Fischer) «Ich liebe dich» mit einem «Ich weiss». Eine Spontanaktion Harrison Fords – so die Legende. Doch was steckt wirklich hinter diesem berühmten Satz, der heute auf zahlreichen Merchandise-Artikeln der Sternensaga zu finden ist? Mit einem zugedrückten Auge mag er als Improvisation durchgehen.

Fakt ist: Der Satz hat seinen Weg tatsächlich dank Harrison Ford in den Film gefunden, allerdings brachte der Schauspieler seine Idee im Rahmen eines Brainstomings zwischen ihm und Regisseur Irving Kershner auf den Tisch und improvisierte nicht wie gemeinhin bekannt während des Drehs. Brisant: Die Entscheidung für "Ich weiss" als Antwort auf "Ich liebe dich" fand kurz vor dem Dreh der besagten Szene statt. Carrie Fischer war in diesem Augenblick nicht anwesend und war alles andere als erfreut darüber, dass diese Enscheidung ohne ihr Beisein getroffen worden war.



Umfrage 22

Das waren sie also: Die 7 besten improvisierten Filmmomente. Hättest du gewusst, welche Improvisation nicht so spontan abgelaufen ist, wie gemeinhin bekannt?

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