Kritik6. März 2020

Netflix-Kritik «Spenser Confidential»: Konventionelles Popcornkino mit Mark Wahlberg

Netflix-Kritik «Spenser Confidential»: Konventionelles Popcornkino mit Mark Wahlberg
© Netflix

Die Romane von Robert B. Parker waren schon erfolgreich, bevor es in den 1980er-Jahren die Spenser-Fernsehserie mit Robert Urich gab. Bestrebungen einer neuen Verfilmung gab es in den letzten Jahren immer wieder, für Netflix wurde sie nun umgesetzt – es ist die fünfte Zusammenarbeit zwischen Regisseur Peter Berg und Mark Wahlberg.

Filmkritik von Peter Osteried

Spenser ist ein Polizist, der fünf Jahre ins Gefängnis kommt, weil er einen Vorgesetzten angegriffen hat, der seine Frau verprügelt hat. Als er wieder rauskommt, will er sich ein neues Leben aufbauen – doch dann erfährt er über die Nachrichten, dass ein alter Freund von ihm ermordet wurde und man diesem die Schuld an einem anderen Mord in die Schuhe schiebt.

Das lässt Spenser keine Ruhe, weswegen er auf eigene Faust zu ermitteln beginnt, um die Unschuld seines Freundes zu beweisen. Dabei sticht er in ein Wespennest aus Korruption und organisiertem Verbrechen.

In erster Linie ist «Spenser Confidential» ein Krimi.– Cineman-Kritiker Peter Osteried

© Netflix

Für das Kino wäre «Spenser Confidential» definitiv zu unspektakulär: Es ist eine recht kleine Geschichte, die hier erzählt wird. Selbst die Action ist mehrheitlich wirklich bodenständig. Ein paar Schlägereien hier, ein paar Prügeleien dort, dazwischen mal ein bisschen geschrottete Autos.

Das ist für einen Actionfilm nicht viel, in erster Linie ist die sehr lose Verfilmung des Romans «Wonderland», der nach Robert B. Parkers Tod von Ace Atkins geschrieben wurde, aber auch ein Krimi. Als solcher funktioniert er auch, allerdings wird nichts geboten, was man so oder ähnlich nicht schon hundertfach gesehen hätte.

Der Film ist im Grunde ein wandelndes Klischee.– Cineman-Kritiker Peter Osteried

Entsprechend wirkt «Spenser Confidential» der namhaften Besetzung mit Mark Wahlberg und Alan Arkin zum Trotz auch nicht wie grosses Kino, sondern eher wie eine TV-Produktion. Man hat ständig den Eindruck, einen durchaus teuren und etwas langen Pilotfilm einer Serie zu sehen. Wahrscheinlich wäre dem Stoff auch besser gedient, wenn man von der Filmschiene weggehen und das Serienformat umarmen würde.

Mark Wahlberg ist in einem Alter, in dem das sinnvoll erscheint, und Netflix ist der ideale Verwerter, zumal die Produktion einer kurzen Staffel auch nicht länger dauert als die eines Films.

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Der Film ist im Grunde ein wandelndes Klischee – aber er funktioniert. Weil Klischees erprobt sind und auf Tradiertem beruhen. So gibt es keinerlei Überraschungen, aber die von Iliza Shlesinger gespielte Freundin des Helden ist mit ihrer bärbeissigen Art zumindest sehr unterhaltsam.

Überhaupt harmonieren die Schauspieler sehr gut. Wahlberg als Spenser, Arkin als sein alter Kumpel Henry und Winston Duke als Helfer Hawk – das ist ein Trio, das Spensers Freundin nicht umsonst Batman, Alfred und Robin nennt. Das Ende teasert schon eine weitere Geschichte. Die darf gern kommen – ob nun als Film oder Serie. Das mag zwar oberflächliche Unterhaltung sein, sie gefällt aber nichtsdestotrotz.

3 von 5 ★

«Spenser Confidential» ist ab sofort auf Netflix verfügbar.

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Kommentare 1

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Taz

vor 21 Tagen

Als Thriller okay, aber die verschiedenen Prügeleien machen doch noch keinen Actionspass aus dem Ganzen. Somit wäre mindestens in dieser Sparte noch jede Menge Luft nach oben. Könnte ja aber gut sein, dass wir noch nicht das Letzte von Spenser gesehen haben.


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