Kritik19. November 2020

DisneyPlus-Kritik «The Lego Star Wars Holiday Special»: Feiertage à la Star Wars

DisneyPlus-Kritik «The Lego Star Wars Holiday Special»: Feiertage à la Star Wars
© Disney+

In der Hoffnung, dass die Fans vergessen haben, wie peinlich der erste «Star Wars Holiday Special» in den 70er-Jahren war, nimmt «Lucasfilm» rund 40 später noch einmal einen Anlauf und versucht, warme Feiertagsgefühle zu verbreiten.

Filmkritik von Gaby Tscharner

Die First Order und die Sith sind besiegt, in der Star Wars-Galaxie ist Frieden eingekehrt. Eine Gelegenheit, wieder einmal «Life Day» zu feiern, ein Weihnachten ähnelnder Feiertag, der Freundschaft, Familie und Beziehungen zelebriert. Ray, Finn und Poe reisen nach Kashyyyk, um Life Day mit Chewbacca und seiner Familie zu verbringen. Ray instruiert Finn in der Kunst der Jedi-Ritter, aber der lernt nicht so schnell, wie sie das erwartet. Sie nimmt die Jedi-Bücher zu Hilfe und findet Hinweise auf einen Tempel auf einem eisigen Planeten, wo nur am Life Day die Zukunft jedes Jedi-Ritters klar wird. Rey macht sich zu diesem mysteriösen Jedi-Tempel auf, wo sie einen Schlüssel findet, der sie zu den wichtigsten Momenten in den Star Wars-Geschichte zeitreisen lässt.

Die Star Wars-Macher haben einiges gut zu machen, wenn es um das Feiern der Festtage geht.– Cineman-Filmkritikerin Gaby Tscharner

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Die Star Wars-Fans gehören zu den treusten überhaupt, aber in einem sind sich sogar die eingefleischten Anhänger dieser Weltraumsaga einig – der «Star Wars Holiday Special» aus dem Jahre 1978 ist schwer zu ertragen. Die Show, mit viel unverständlichem «Wookiee-Dialog» und der Weihnachtslieder singenden Carrie Fisher ist so kitschig daneben, dass er bis heute nur auf dem Schwarzmarkt erhältlich ist. Obwohl dieser Special in seiner Groteskheit zwar schon fast Kultstatus erreicht hat, haben die Star Wars-Macher einiges gut zu machen, wenn es um das Feiern der Festtage geht.

Das Special verbreitet die Botschaft, dass wir aus unseren Fehlern lernen können und unsere Beziehungen und Freundschaften pflegen sollen.– Cineman-Filmkritikerin Gaby Tscharner

Lucasfilm hat sich mit den Machern der Lego-Filme zusammengetan und haben einen Feiertags-Special kreiert, der etwas für alle Generationen von Star Wars-Fans bietet. Die jungen Fans der Filme werden sich freuen, ihre Helden wie Rey, Finn, Poe und viele Porgs zu sehen und ihre Eltern werden sich an den zahlreichen Referenzen an die Originaltrilogie erfreuen. Die Suche nach versteckten «Easter Eggs» ist ein Plus! Und zur Freude aller hat auch Disneys neuester Star, Baby Yoda, im Holiday Special einen Kurzauftritt.

Auf ihrer Suche nach Jedi-Weisheit findet Rey einen Kristall, der eine Art Zeitmaschine darstellt und sie zu den Schlüsselstellen der Star Wars-Geschichte zurückbringt. Sie trifft auf einen jungen Luke Skywalker mit blauem Milchschnauz, der noch nichts von seinem Schicksal weiss. Sie beobachtet Darth Vader und Emperor Palpatines ständige Zankerei und trifft auf Kylo Ren, der es vorzieht, ohne Hemd herumzustolzieren.

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Nachdem sie fast gänzlich aus dem letzten Film «Star Wars: Der Aufstieg Skywalker» hinausgeschrieben wurde, kriegt Kelly Marie Tran und ihre Figur Rose Tico im Star Wars Holiday Special eine etwas grössere, wenn auch keine tragendere Rolle. Während Rey durch Zeit und Raum reist, hält Rose auf Kashyyyk die Stellung, dekoriert für Life Day und fragt den gefühlsbetonten Poe zweimal, warum er denn eigentlich weine. Denn Generäle weinen nicht?! Im Jahre 2020 eine seltsam altertümliche Botschaft. Tran ist, neben Anthony Daniels als C-3PO und Billy Dee Williams (Lando Calrissian), eine der wenigen Originalstimmen, die für das Holiday Special zurückgekehrt sind.

Aber mal davon abgesehen ist es schwierig, sich dem Charme des Star Wars Lego Holiday Specials zu entziehen. Rey ist eine würdige Heldin und im Gegensatz zum Special der 70er-Jahre nehmen sich die meisten Figuren dieser Geschichte alles andere als ernst. Das Special verbreitet die Botschaft, dass wir aus unseren Fehlern lernen können und unsere Beziehungen und Freundschaften pflegen sollen. Zwar keine bahnbrechende, aber im Katastrophenjahr 2020 eine willkommene Message.

4 von 5 ★

Der Star Wars LEGO Holiday Special ist derzeit auf Disney Plus zu sehen.

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Kommentare 1

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Taz

vor 6 Tagen

Wer ist denn "Carrey" Fisher? Ich kenne nur eine "Carrie" Fisher. Solche Sachen sollten nicht passieren. Ansonsten fand ich das kurze Special recht durchschnittlich und kindbezogen. Spannung hats nicht, Humor ist auch kaum vorhanden und man wartet halt auf die bekannten Szenen und Figuren. Wer übrigens zuviel blinzelt, verpasst auch den Mandalorian mit seinem Baby Yoda. Aber besser als das erste Holiday Special ist das Teil schon. Wobei, das ist ja auch nicht besonders schwierigMehr anzeigen


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