News27. September 2021

«Basierend auf einer wahren Geschichte» – doch wie viel Wahrheit steckt in der Geschichte? – Zweiter Teil

«Basierend auf einer wahren Geschichte» – doch wie viel Wahrheit steckt in der Geschichte? – Zweiter Teil
© 20th Century Fox Switzerland

Die Aussage «Basierend auf einer wahren Geschichte» ist zu einem beliebten Slogan in der Filmproduktion geworden. Wie gross der Wahrheitsgehalt der nachfolgenden 16 Filmen ist und wie viel in diesen Geschichten schlichtweg erfunden wurde, hat der Londoner Journalist David McCandless überprüft. Vorweg kann gesagt werden: Nur ein Film erreicht 100 Prozent.

10. 12 Years a Slave (2013) – Wahrheitsgehalt 88,1%

Darum gehts: Solomon Northup ist ein freier schwarzer Bürger, der zusammen mit seiner Familie im Bundesstaat New York lebt. Anfang der 1840er Jahren gerät er allerdings in den Hinterhalt von Sklavenhändlern, die ihn in einem Sklavenschiff nach Louisiana schicken. Abgeschnitten von seiner Familie und ohne grosse Hoffnungen auf eine baldige Freilassung, fügt sich Solomon zunächst seinem Schicksal als Plantagenarbeiter. Insgeheim gibt er den Wunsch, nach Hause zurückzukehren, aber nie auf.

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5 von 5 ★

11. The Big Short (2015) – Wahrheitsgehalt 91,4%

Darum gehts: Im Jahr 2005 tritt der exzentrische Hedgefonds-Manager Michael Burry mit einer eindringlichen Warnung an die Grossbanken der Wall Street heran. Seinen Berechnungen zufolge dürfte der amerikanische Immobilienmarkt schon in wenigen Jahren zusammenbrechen, was eine globale Wirtschaftskrise zur Folge haben wird. Da seine Ausführungen bloss belächelt werden, setzt er fortan grosse Geldsummen auf den von ihm prognostizierten Kollaps. Ähnlich gehen auch der Deutsche-Bank-Makler Jared Vennett, der Finanzexperte Mark Baum und die Junginvestoren Jamie Shipley und Charlie Geller vor. Sie alle setzen auf einen grossen Börsencrash und werden, als dieser Fall im Jahr 2008 eintritt, auf einen Schlag steinreich.

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4 von 5 ★

12. Lion - Der lange Weg nach Hause (2016) – Wahrheitsgehalt 61,4%

Darum gehts: Auf der Suche nach seinem grossen Bruder verschlägt es den fünfjährigen Saroo in einen haltenden Zug, in dem er vor Erschöpfung einschläft. Als er wieder erwacht, fährt die Bahn schon seit längerem durch die Gegend und kommt irgendwann im 1600 Kilometer entfernten Kalkutta an. Ängstlich und orientierungslos stürzt sich der kleine Junge in das Getümmel der Millionenmetropole und gelangt auf Umwegen in ein Kinderheim, das ihn kurz darauf an ein australisches Ehepaar vermittelt. Viele Jahre später erinnert sich der inzwischen vollkommen integrierte Adoptivsohn an seine Kindheit und verspürt plötzlich das Verlangen, seine Wurzeln zu ergründen. Mithilfe des Internetdienstes Google Earth forscht er nach Hinweisen auf seinen Heimatort.

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3 von 5 ★

13. Spotlight (2015) – Wahrheitsgehalt 76%

Darum gehts: Der neue Chefredakteur des Boston Globe fordert die investigative Truppe der Abteilung Spotlight auf, sich mit einem Fall zu befassen, der bislang begraben wurde: die Taten eines pädophilen Priesters. Aber als Robbies (Michael Keaton) Leute loslegen, wird schnell klar, dass bislang nur die Spitze des Eisbergs übersehbar ist. In Boston wurden über Jahrzehnte hinweg sexuelle Übergriffe durch den Klerus unter den Teppich gekehrt, aber einige wenige Journalisten wollen dies nicht länger hinnehmen, auch wenn sie sich dabei mit der Kirche selbst anlegen müssen.

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3 von 5 ★

14. Bridge of Spies: Der Unterhändler (2015) – Wahrheitsgehalt 88,8%

Darum gehts: Zur Zeit des kalten Kriegs wird dem sowjetischen Spion Rudolf Abel (Mark Rylance) in New York der Prozess gemacht. Um den Schein zu wahren, stellt ihm die USA einen Pflichtverteidiger, den Versicherungsanwalt James Donovan (Tom Hanks), der seit Jahren keinen Fall vor Gericht geführt hat, zur Seite. Als der amerikanische Soldat Francis Gary Powers (Austin Stowell) auf einer geheimen Mission in sowjetische Hände fällt, soll Donovan einen Austausch der beiden Kriegsgefangenen arrangieren. Dieser will jedoch nicht als langer Arm des C.I.A. fungieren und nimmt die delikaten Verhandlungen im winterlichen Ost-Berlin in die eigene Hand.

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3 von 5 ★

15. Dallas Buyer Club (2013) – Wahrheitsgehalt 61,4%

Darum gehts: AIDS! 1985 erfährt der homophobe und sexsüchtige Rodeo-Cowboy Ron Woodroof (Matthew McConaughey), er habe noch 30 Tage zu leben. Der Texaner will sein Todes-Urteil aber nicht hinnehmen und nimmt an einer der ersten Teststudien des AIDS-Medikaments AZT teil. Als sich seine Gesundheit jedoch weiter verschlechtert, schmuggelt er in den USA nicht zugelassene Medikamente ins Land. Zusammen mit der AIDS-kranken Transsexuellen Rayon (Jared Leto) gründet er den «Dallas Buyers Club», an dessen Mitglieder er die illegalen Medikamente weitergibt. Doch Woodroof hat die Rechnung ohne die Kontrollstellen der USA gemacht.

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4 von 5 ★

16. Captain Phillips (2013) – Wahrheitsgehalt 81,4%

Darum gehts: Der amerikanische Schiffskapitän Richard Phillips (Tom Hanks) steuert riesige Containerfrachter der Ostküste Afrikas entlang. Eines Tages wird sein Schiff von somalischen Piraten überfallen. Ihr Ziel: Sie wollen Lösegelder in Millionenhöhe erpressen. Als sich Phillips jedoch querstellt, wird er von den Piraten als Geisel genommen.

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3 von 5 ★

17. Philomena (2013) – Wahrheitsgehalt 70,9%

Darum gehts: Als der Journalist Martin Sixsmith das erste Mal von der Geschichte der Philomena Lee hört, zeigt er wenig Interesse. Sicher ist es bitter, wenn eine junge, allein stehende Frau vor 50 Jahren von Nonnen gezwungen wurde, ihr Baby zur Adoption freizugeben. Doch über so genannte «Human Interest»-Stories rümpft der ehemalige BBC-Politmoderator die Nase. Angesichts mangelnder Alternativen trifft sich der überzeugte Ex-Katholik dann allerdings doch mit der Rentnerin und bietet ihr schliesslich an, bei der Suche nach ihrem Sohn zu helfen, was das ungleiche Paar dann nicht nur zurück in das Kloster von damals, sondern bis in die USA führt.

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4 von 5 ★

18. The Social Network (2010) – Wahrheitsgehalt 76,1%

Darum gehts: Willkommen in Nerd-Country: Mark Zuckerberg (Jesse Eisenberg) ist einsam, intelligent und hat kaum Freunde. Und dabei ist der Harvard-Student mit viel Ehrgeiz ausgestattet. Wohin dürstet es Zuckerberg? In die exklusiven Studenten-Zirkel von Harvard, dessen Türen ihm verschlossen sind. Drum programmiert Zuckerberg das soziale Netzwerk Facebook, das die Welt später im Sturm erobern wird. Viele Freunde macht sich Zuckerberg auf seinem Weg aber nicht.

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4 von 5 ★

Die exakten Auswertungen der einzelnen Filme des Londoner Journalist David McCandless findet ihr hier.

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