Artikel30. Dezember 2019

Mord ist Familiensache: 7 Fakten zur Krimi-Komödie «Knives Out»

Mord ist Familiensache: 7 Fakten zur Krimi-Komödie «Knives Out»
© Impuls Pictures

Ein hochkarätiger Cast, ganz viel Humor, überraschende Twists und ein stimmiges Setting à la Agatha Christie: Es gibt viele Gründe, wieso «Knives Out» absolut sehenswert ist. Es ist deshalb wenig erstaunlich, dass auch die Entstehung des modernen Whodunit-Films rund um eine Familie, die sich nach der Ermordung des 85-jährigen Familienoberhaupts in die Haare kriegt, einige interessante Fakten birgt.

Dieser Beitrag ist gesponsert von Impuls Pictures.

1. Daniel Craigs Akzent kommt nicht von Ungefähr.

Der James Bond-Darsteller spielt in «Knives Out» den Detektiv, der nach dem Mord am 85-jährigen Starautor Harlan Thrombey das Netz aus Intrigen und Lügen rund um die zerrüttete Familie entwirren soll. Daniel Craig beschrieb seine Rolle des Detektivs, der mit äusserst unkonventionellen Methoden vorgeht, als einen "amerikanischen Poirot".

Er, der selber Brite ist, musste sich für die Rolle deshalb einen amerikanischen Akzent aneignen, den er sich kurzerhand beim Historiker Shelby Foote abgeschaut hat. Es ist aber nicht das erste Mal, dass der Engländer einen Südstaatenakzent auspackt: Schon in «Logan Lucky» musste er seine europäischen Wurzeln aussen vor lassen.

«Knives Out» | Trailer© Impuls Pictures

2. Christopher Plummer hat sich gut gehalten.

Dass wir nicht alles glauben sollten, was uns auf Grossleinwand weisgemacht wird, zeigt Christopher Plummer. Der 90-jährige Amerikaner spielt im Film den erfolgreichen, gutmütigen Krimiautor, der mit 85 Jahren kaltblütig ermordet wird. Die Realität trügt aber: Nicht nur ist er im echten Leben älter als die Figur, deren Rolle er einnimmt – er ist auch ganze 6 Jahre älter als Schauspielerin K Callan, die in «Knives Out» sein senile Mutter gibt.

3. Sogar das Piano-Intermezzo in «Knives Out» ist reines Kalkül.

Regisseur und Drehbuchautor Rian Johnson ist ein Mann der Details. Das merkt der findige Zuschauer mehr als einmal bei «Knives Out» – zum Beispiel gleich zu Beginn: In der Szene, in der wir im Arbeitszimmer von Harlan Thrombey das erste Mal auf Privatdetektiv Benoit Blanc treffen.

Dort klimpert dieser scheinbar wahllos auf dem Klavier herum, während er die Befragung von Lieutenant Elliot (LaKeith Stanfield) mit den einzelnen Familienmitgliedern und Bediensteten mitverfolgt. In Tat und Wahrheit ist die angeschlagene Note des Privatdetektivs aber eine Anweisung: Mit jedem gleichen Ton, den Blanc auf dem Piano anschlägt, stellt der befragende Polizist den verschiedenen Verdächtigen genau dieselbe Frage.

Wer war es? Nach dem Mord am Grossvater ist in «Knives Out» der gesamte Thrombey-Clan verdächtig.
Wer war es? Nach dem Mord am Grossvater ist in «Knives Out» der gesamte Thrombey-Clan verdächtig. © Impuls Pictures

4. In «Knives Out» ist jeder irgendwie mit jedem verbandelt.

Der Whodunit-Streifen dreht sich um eine zerrüttete, exzentrische Familie, die sich nach dem Tod des erfolgreichen Grossvaters ums Erbe streitet. Familiär ist es am Set wohl auch zu- und hergegangen, da der hochkarätige Cast schon vor dem Dreh miteinander zu tun gehabt hat.

So musste sich zum Beispiel Jaeden Martell, den Horror-Fans aus «It» und «It: Chapter Two» kennen, einigen Personen am ersten Tag am Set nicht mehr vorstellen. Der 16-Jährige spielte für «Knives Out» nämlich nicht nur schon zum zweiten Mal den Sohn von Michael Shannon, sondern fungierte auch schon als jüngere Version von Chris Evans in «Playing it cool» sowie als sein Sohn in der Serie «Defending Jacob». In «Knives Out» sind die beiden ebenfalls verwandt: Chris Evans spielt im Film seinen Cousin.

5. Es war weitaus mehr als Agatha Christie, die Regisseur Rian Johnson inspiriert hat.

Rian Johnson («Star Wars: Die letzten Jedi») stand für «Knives Out» nicht nur als Regisseur hinter der Kamera, er schrieb auch gleich das Drehbuch für die Krimi-Komödie mit modernem Twist. Als Inspiration für den Film, der eine Hommage an die Klassiker von Früher ist, dienten dem Amerikaner diverse Klassiker, wie er via mehreren Posts von alten Filmpostern auf Twitter mitteilte – darunter zum Beispiel «Eine Leiche zum Dessert», «Sheila» oder Agatha Christies «Tod auf dem Nil».

6. Auch «Star Wars» bekommt seine Referenz im Film.

«Knives Out» ist nicht nur gespickt mit Andeutungen und Würdigungen alter Krimi-Klassiker, sondern enthält auch weitere Referenzen auf die Popkultur beziehungsweise auf die bisherigen Arbeiten von Rian Johnson.

So soll die Figur des ständig am Smartphone hängenden Enkels Jacob Thrombey (gespielt von Jaeden Martell) eine Anspielung auf «Star Wars» sein – beziehungsweise auf die Reaktionen auf Rian Johnsons Arbeit an der Sternensaga: Denn «Star Wars: Die letzten Jedi» und dessen Regisseur wurde kurz nach Veröffentlichung stark kritisiert – hauptsächlich durch Trolls, die den Film im Netz gezielt schlecht gemacht haben.

Der adrette junge Herr ist erstmal skeptisch, bis er vom Gegenteil überzeugt wurde: Jacob Thrombey soll eine Anspielung auf die harsche «Star Wars»-Kritik sein.
Der adrette junge Herr ist erstmal skeptisch, bis er vom Gegenteil überzeugt wurde: Jacob Thrombey soll eine Anspielung auf die harsche «Star Wars»-Kritik sein. © Impuls Pictures

7. Ein kleiner Trick widerspiegelt die Liebe zum Detail.

Brillenträgern begegnet man in der Realität ziemlich oft – und diese können insbesondere innerhalb eines Filmsettings, das an Agatha Christie erinnert, für einen authentischen Eindruck sorgen. Das Problem: In den Gläsern der Brillen, wie sie zum Beispiel die angeheiratete Linda Drysdale (Jamie Lee Curtis) des Thrombey-Clans im Film trägt, spiegelt sich nicht etwa der Raum, in der die Figur sich gerade befindet, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit die für den Dreh notwendigen Kameras und Lichter.

Um dies zu vermeiden, wird deshalb oft auf Brillen zurückgegriffen, bei denen die Gläser entfernt wurden, also nur noch die Fassung genutzt wird. Nicht so bei «Knives Out»: Wie Kameramann Steve Yedlin auf Twitter bekannt gab, hat sich ein Set-Designer sehr viel Gedanken gemacht und eigens für Szenen, die mit Figuren mit Brillen gedreht wurden, Bilder anfertigen lassen, die hinter den Kameras platziert wurden und dafür sorgen, dass auch ein Blick in die spiegelnden Brillengläser von Jamie Lee Curtis dem gelungenen Filmerlebnis keinen Abbruch tut.

«Knives Out» ist ab dem 2. Januar 2020 in den Deutschschweizer Kinos zu sehen.

Ist dieser Artikel lesenswert?


Kommentare 3

Sie müssen sich zuerst einloggen um Kommentare zu verfassen.

Login & Registrierung

vincent_gossweiler

vor 21 Tagen

Ich finde es sehr weit hergeholt, dass ein Social-Media vernarrter Teenager eine Anspielung auf Star Wars: Die letzten Jedi und die Kritik am Film sein soll. Das kann auf viele Blockbuster mit einer breiten Fan-Community zutreffen. Dies zeigt, dass Rian Johnson in diesem Streitpunkt immer noch beleidigt über die gespaltene Meinung des Films ist. Chris Evans spielt übrigens den Cousin von Jaeden Martell und nicht seinen Onkel.Mehr anzeigen

irinablum

vor 21 Tagen

Wir haben diesen Fakt so oder so ähnlich an mehreren Orten gefunden, zum Beispiel auf IMDB – tatsächlich könnte man das aber auch auf andere Blockbuster oder sogar generell auf die Generation Social Media beziehen. Und danke für den Hinweis zum Cousin! :) Da ist uns ein Fehler unterlaufen, der nun korrigiert ist.Mehr anzeigen

dasaner

vor 14 Tagen

Wenn es weit hergeholt sein soll dass es eine Anspielung ist, dann darf man Johnson aber auch nicht unterstellen beleidigt zu sein – beides zusammen geht nicht ;)


  • Seite 1 von 1