Artikel3. September 2019

5 Fakten über: Emma Thompson

5 Fakten über: Emma Thompson
© Ascot Elite

Schauspielerin, Komikerin, Drehbuchautorin, Aktivistin, Produzentin: Auch mit 60 Jahren schaltet Dame Emma Thompson keinen Gang zurück. 5 Fakten über die britische Schauspielikone, die im Kino zurzeit als Talkshow-Moderatorin in «Late Night» zum Lachen bringt.

1. Mit «Late Night» kehrt sie gewissermassen zu ihren Wurzeln zurück.

Die Comedy-Bühne ist ihr nicht unbekannt: Emma Thompson als Talkmasterin in «Late Night».
Die Comedy-Bühne ist ihr nicht unbekannt: Emma Thompson als Talkmasterin in «Late Night». © Ascot Elite

Zur Schauspielerei kam Emma Thompson relativ spät: Mit 27 Jahren hatte sie ihre erste offizielle Rolle in einem Kinofilm. Zuvor hatte sie Englische Literatur studiert und wurde an der Universität als erste Frau in die Flootlights Group aufgenommen. Die Theatergruppe markierte für viele britische Komiker den Anfangspunkt ihrer Karriere – unter anderem für viele Mitglieder der Monty Phython.

In der Gruppe lernte sie Hugh Laurie («Doctor House») kennen, mit dem sie noch heute gut befreundet ist und dem sie damals Stephen Fry vorgestellt hat, seinen späteren Partner in mehreren Fernsehproduktionen. Nach einigen nicht unerfolgreichen Versuchen als Comedienne verschrieb sie sich dann aber ausschliesslich dem Schauspiel – weil sie das Gefühl hatte, die Leute würden sie lieber als Schauspielerin statt auf der Bühne sehen, wie sie später in einem Interview erklärte.

2. Emma Thompson wählt ihre Rollen mit Kalkül – so auch jene in «Harry Potter».

Als esoterisch-durchgeknallte Zauberlehrerin wollte sie ihre Kids um die Finger wickeln.
Als esoterisch-durchgeknallte Zauberlehrerin wollte sie ihre Kids um die Finger wickeln. © Warner Brothers Switzerland

In einem Gespräch am Filmfest München im Rahmen von «Filmmakers Live» hielt Emma Thompson fest, dass sie ihre Rollen immer bewusst auswähle, es aber nebst anspruchsvollem Autorenkino auch Dinge gäbe, die einfach Spass machen und Geld einbringen würden, wie zum Beispiel ihre Rolle in «Men in Black: International». Nebst ihrem Auftritt als Agent O war sie auch in Franchises wie «Johnny English» oder «Harry Potter» zu sehen. Die Rolle der esoterischen Lehrerin in Hogwarts wählte sie aber wohl nicht nur aus eben genannten Gründen, sondern vor allem, weil sie ihre Kinder damit beeindrucken wollte.

In einem kürzlich erschienenen Interview mit der BBC gestand die Schauspielerin, dass ihr Plan nicht ganz aufgegangen sei: Ihr Sohn sei prinzipiell nicht an Fantasy und Zauberei interessiert und ihre Tochter Gaia habe sich ebenfalls unbeeindruckt gezeigt – weil ihre Rolle zu klein war, vermutete sie. Obwohl die Masche bei ihren eigenen Kindern nicht funktioniert hat, hat sie ihr Auftritt in einem der grössten Franchises aller Zeiten weltweit sicherlich noch bekannter gemacht. Von Fans werde sie aber meist wegen ihrer Rolle in «Tatsächlich... Liebe» oder «Nanny McPhee» angesprochen.

3. Mit ihren zwei Oscars hält das Multitalent einen Rekord.

Eine Szene aus «Peter's Friends»: Emma Thompson drehte mit ihrem damaligen Ehemann Kenneth Branagh (rechts) 11 Filme, bis sich das Paar 1995 scheiden liess. Ein weiteres bekanntes Gesicht: Neben Hugh Grant spielte sie Elinor Dashwood in «Sinn und Sinnlichkeit».

Obwohl sie bis Mitte dreissig schon in zahlreichen Filmen ihr Können als Schauspielerin beweisen konnte – unter anderem in «Peter's Friends - Freunde sind die besten Feinde», für den sie neben Hugh Laurie und Stephen Fry vor der Kamera ihres Ehemanns Kenneth Branagh stand – blieb Thompson auch in anderen Bereichen tätig. So wurde sie mit der Aufgabe betraut, ein Drehbuch für eine Verfilmung von Jane Austens «Sinn und Sinnlichkeit» zu schreiben. Und das äusserst erfolgreich: Für den Film, der 1995 in die Kinos kam und in der sie die Rolle der Elinor Dashwood spielte, erhielt sie von der Academy einen Oscar für das beste Drehbuch.

Damit hält die Britin einen Rekord: Sie ist in der Filmgeschichte die einzige Person, die je einen Oscar für das beste Schauspiel («Wiedersehen in Howards End», 1992) und das beste Drehbuch gewonnen hat. Ihren Sinn für Humor beweist die Schauspielerin auch hier: Sie bewahrt ihre zwei Goldmännchen auf dem Gäste-WC auf.

4. Sie hätte es bis zur First Lady schaffen können.

Während den Dreharbeiten zu «Mit aller Macht» bekam sie einen Anruf vom heutigen Präsidenten – im Film spielte sie Hillary Clinton.
Während den Dreharbeiten zu «Mit aller Macht» bekam sie einen Anruf vom heutigen Präsidenten – im Film spielte sie Hillary Clinton. © IMDB

In einer Talkshow berichtete Emma Thompson, welch schicksalsträchtiger Anruf sie 1997 während den Dreharbeiten zu «Mit aller Macht» in ihrem Trailer erwartete: Am anderen Ende des Hörers war kein Geringerer als Donald Trump, der damals vorwiegend für sein Immobilien-Imperium bekannt war. Der Amerikaner wollte die Britin zum Essen einladen. Sie sei daraufhin so sprachlos gewesen, dass sie ihm versichert hätte, sie würde sich wieder bei ihm melden – was die damals 38-Jährige aber nie tat.

Jahre später bereut sie es, denn vielleicht hätte sie, die politisch ganz und gar nicht auf Trumps Linie ist, damit den Lauf der Geschichte ändern können. Zu ihrem privaten Glück kam die Schauspielerin übrigens kurz später ebenfalls beim Drehen: Am Set von «Sinn und Sinnlichkeit» lernte sie ihren heutigen Partner Greg Wise kennen.

5. Die Britin ist sich nicht zu schade, für ihre Überzeugungen einzustehen.

«Late Night» war ein Low-Budget-Projekt mit nur 25 Drehtagen – Emma Thompson fand das Projekt nichtsdestotrotz unterstützenswert.
«Late Night» war ein Low-Budget-Projekt mit nur 25 Drehtagen – Emma Thompson fand das Projekt nichtsdestotrotz unterstützenswert. © Ascot Elite

Schon zu ihrer Studienzeit hat sich die 60-Jährige an Anti-Atomkraftdemos beteiligt, und auch heute fürchtet sie den Konflikt nicht: Anders als andere SchauspielerInnen in Hollywood bezieht sie politisch klar Stellung. So hat sie sich zum Beispiel entschieden gegen den Brexit ausgesprochen oder setzt sich vehement für die Gleichstellung von Mann und Frau ein. Wohl mitunter ein Grund, weshalb sie die Hauptrolle in «Late Night» angenommen hat: Die Komödie wurde von Mindy Kaling geschrieben und rückt zwei Frauen in den Fokus, was für das Genre eher selten ist.

Und auch die Umwelt liegt ihr heute noch stark am Herzen – als Ambassador für Greenpeace reist sie regelmässig an bedrohe Orte wie die Arktis und macht aktiv auf aktuelle Umweltprobleme aufmerksam.

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