Kinoblog

Auf ein paar Zigaretten mit Sean Penn

29.09.2011, Stefan Gubser

Ein Mann, viel Ernst: Sean Penn stellte sich den Medien, bevor er sich am Zurich Film Festival für sein Lebenswerk auszeichnen liess.

Der Star gab sich, wie man ihn zu kennen glaubt: nachdenklich und engagiert, eher humorlos. Private Fragen waren nicht erlaubt, solche zu seinem Werk, Wirken und zum ZFF schon. Warum er ausgerechnet nach Zürich komme, an ein kleineres Festival? «Ich wollte Rom sehen.» Doch ein Schmunzler. Klar, den «Golden Icon» nehme er sehr gerne entgegen. Der Stress, der Futterneid, die ewigen Vergleiche - die Oscars seien «eine Freakshow, hier lässt man mich einfach gewinnen.»

Ins Feuer redete sich der zweifache Oscar-Gewinner, mit seiner neuen Flamme Shannon Costello angereist und im noblen Hotel Baur au Lac Kette rauchend, als er nach Haiti gefragt wurde, wo er sich für die Erdbebenopfer engagiert. Jetzt zum Thema Film: Into the Wild sei schon seine persönlichste Regiearbeit, die Liebe zu Aussenseitern habe er seinem politischen Elternhaus zu verdanken. Und klar, er brenne immer noch fürs Kino. Seine Frage: «Könnten die Fotografen endlich die Finger vom Auslöser nehmen? Man versteht ja sein eigenes Wort nicht.»

Worauf er besonders stolz sei: «Dass ich mit zwei glücklichen Kindern durchgekommen bin.» Und es ging noch ernster. Seine nächsten grossen Herausforderungen? Er wünsche sich keinen plötzlichen Tod, so Penn, «ich will mich verabschieden können.» Als er nach einer knappen Stunde abging in seinem schwarzen Anzug, winkte er in den Saal, fast linkisch. Er will wiederkommen in die Stadt, von der er kaum etwas gesehen hat.

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