Locarno 2011

Networking in the Rain

08.08.2011, Simon Spiegel

Schon gestern war von den nassen Verhältnissen die Rede, und das miese Wetter sollte denn auch vorerst das dominante Thema bleiben - selbst im Kino.

Zur geistigen Horizonterweiterung, sah ich mir gestern Andrei Tarkowskis dreistündiges Epos Andrej Rubljow an; ein Film, den ich vor gut zehn Jahren schon einmal gesehen habe und der mich damals ziemlich ratlos und müde zurückgelassen hatte. Leider musste ich feststellen, dass ich in den vergangenen zehn Jahren nicht genug gereift bin, um den spirituellen Tiefgang von Tarkowskis Portrait eines russischen Ikonenmalers adäquat zu würdigen. Der Film blieb lang und einschläfernd, daran änderte auch nichts, dass Direktor Olivier Père höchstpersönlich antrat, um den Film zu würdigen. Dennoch war es ein interessantes Erlebnis, vor allem weil sich Locarno gestern ohnehin in bester Tarkowski-Stimmung präsentierte: Im Film regnet es zeitweise so intensiv, dass das Bild auf der Leinwand regelrecht verschwimmt, ein Eindruck, der sich beim Verlassen des Kinos nahtlos fortsetzte.

Am Abend fand dann der traditionelle Apéro der Zürcher Filmstiftung statt, ein wichtiger Händeschüttel- und Netzwerkanlass. Besonders zahlreich vertreten waren natürlich die Funktionäre: Die Zürcher Stadtpräsidentin Corinne Mauch, ihres Zeichens Präsidentin der Filmstiftung war ebenso anwesend wie Seraina Roher, die neue Solothurnchefin, und Ivo Kummer, der alte Solothurn- und neue Filmförderungschef beim Bund. Nur ein Stammgast der vergangenen Jahre fehlte, wurde aber von niemandem vermisst: Kummers Vorgänger Nicolas Bideau.

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