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Harsche Kritik an Filmförderung
Di, 14.08.2007, Pascal Blum
2007 laufen weniger Schweizer Filme in den Kinos, sagte Nicolas Bideau, Chefförderer des Schweizer Films im Bundesamt für Kultur BAK, am Filmfestival Locarno. «Katastrophal» sei das aber nicht. «Qualität und Kreativität sind vorhanden.» Weniger gelassen sind da die Kreativen.
Bideau wird von allen Seiten mit Kritik beschossen: Er hätte über 5 Millionen Fördergelder verfallen lassen, weil viele Projekte nicht angenommen wurden, erklärte ein Produzent gegenüber Radio DRS.
Bideau entgegnete, man hätte das Budget ausgereizt, nur sei heutzutage halt das Filmen teurer und ein Teil des Geldes würde erst 2007 ausgegeben. Die Regisseure argumentieren hingegen, die Förderstelle sei zu streng. Von ihr sei das gleiche wagemutige Verhalten einzufordern, wie die Förderer es von den Filmern verlangen.
Auch die Leiter des Filmfestivals Solothurn und der Kurzfilmtage Winterthur äusserten sich verstimmt: Nach dem neuen Verteilschlüssel der Geldvergabe gibt es für Solothurn nicht mehr und für Winterthur sogar weniger Geld. «Ich sehe es nicht ein», erklärte Ivo Kummer, Chef von Solothurn.
Die Dokumentarfilmer sehen sich derweil übergangen und fordern in einer Petition mehr Unterstützung. Auf grosses Unverständnis stiess auch die paradoxe Begründung Bideaus, das Zurich Film Festival werde neuerdings deswegen subventioniert, weil es bewiesen habe, dass es Sponsoren anziehen könne. Offenbar will das BAK um jeden Preis Teil des schicken, Glamour versprechenden Festivals sein.
In der «Sonntagszeitung» bezeichnete sich Bideau als einer, der der Branche «Elektroschocks» vergebe. Andrea Staka beleidigte er, sie würde nach dem Erfolg von «Das Fräulein» bereits wieder «schlafen». «Fräulein»-Produzent Samir («Snow White») konterte, Bideau hätte «keine Ahnung» vom Metier. Dass derzeit wenig Schweizer Filme im Kino zu sehen sind, bezeichnet Samir als «Bideau-Loch».
Die «Lokomotive», ein vom Bundesamt für Kultur ausgerufene Begriff für den zugkräftigen Schweizer Publikumsfilm, soll 2007 die Komödie «Tell» mit Mike Müller sein. Auch das sorgt bereits jetzt für ein paar Lacher. Allgemein sorgt für Irritation, dass auf einzelnen Filmen völlig überrissene Erwartungen ruhen.
Der Filmpublizist Mathias Knauer bringt den Unmut auf eine Formel (frei nach Max Weber): «Mit Jovialität und kurzgreifenden Parolen, mit Karrierebeamten ohne künstlerischen Sachverstand, und erst recht nicht gegen die Künstler und Kulturmenschen des Landes, ist keine kreative und nachhaltige Kulturpolitik zu machen.»
Bideau entgegnete, man hätte das Budget ausgereizt, nur sei heutzutage halt das Filmen teurer und ein Teil des Geldes würde erst 2007 ausgegeben. Die Regisseure argumentieren hingegen, die Förderstelle sei zu streng. Von ihr sei das gleiche wagemutige Verhalten einzufordern, wie die Förderer es von den Filmern verlangen.
Auch die Leiter des Filmfestivals Solothurn und der Kurzfilmtage Winterthur äusserten sich verstimmt: Nach dem neuen Verteilschlüssel der Geldvergabe gibt es für Solothurn nicht mehr und für Winterthur sogar weniger Geld. «Ich sehe es nicht ein», erklärte Ivo Kummer, Chef von Solothurn.
Die Dokumentarfilmer sehen sich derweil übergangen und fordern in einer Petition mehr Unterstützung. Auf grosses Unverständnis stiess auch die paradoxe Begründung Bideaus, das Zurich Film Festival werde neuerdings deswegen subventioniert, weil es bewiesen habe, dass es Sponsoren anziehen könne. Offenbar will das BAK um jeden Preis Teil des schicken, Glamour versprechenden Festivals sein.
In der «Sonntagszeitung» bezeichnete sich Bideau als einer, der der Branche «Elektroschocks» vergebe. Andrea Staka beleidigte er, sie würde nach dem Erfolg von «Das Fräulein» bereits wieder «schlafen». «Fräulein»-Produzent Samir («Snow White») konterte, Bideau hätte «keine Ahnung» vom Metier. Dass derzeit wenig Schweizer Filme im Kino zu sehen sind, bezeichnet Samir als «Bideau-Loch».
Die «Lokomotive», ein vom Bundesamt für Kultur ausgerufene Begriff für den zugkräftigen Schweizer Publikumsfilm, soll 2007 die Komödie «Tell» mit Mike Müller sein. Auch das sorgt bereits jetzt für ein paar Lacher. Allgemein sorgt für Irritation, dass auf einzelnen Filmen völlig überrissene Erwartungen ruhen.
Der Filmpublizist Mathias Knauer bringt den Unmut auf eine Formel (frei nach Max Weber): «Mit Jovialität und kurzgreifenden Parolen, mit Karrierebeamten ohne künstlerischen Sachverstand, und erst recht nicht gegen die Künstler und Kulturmenschen des Landes, ist keine kreative und nachhaltige Kulturpolitik zu machen.»
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