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Gepanscht
Unter dem Stichwort «Die Päpstin» spielt sich gerade ein richtiger Wirtschaftsthriller ab: Am Freitag wurde Volker Schlöndorff, der Regie bei der Verfilmung des Donna Cross-Romans «Die Päpstin» führen sollte, gefeuert.
Die Begründung: Der Film-Veteran hatte sich in einem Zeitungsinterview über die so genannten «Amphibienfilme» beklagt. Im Klartext: Von Volker Schlöndorff («Die Blechtrommel», «Homo Faber») wurde nicht «nur» ein Kinofilm verlangt, das fertige Werk sollte sich auch zum längeren TV-Mehrteiler eigenen. Und genau dies mache die künstlerische Vision des Regisseurs kaputt.
Schlöndorffs Kritik war deutlich (er sprach von «gepanschten» Filmen), aber eigentlich ganz allgemein platziert. Und die Filmproduktionsfirma Constantin musste selber zugeben, dass sich Schlöndorff in den dreieinhalb Jahren Vorbereitungszeit nie darüber beklagt habe. Insofern kam diese Kündigung recht überraschend - Schlöndorff prüft nun rechtliche Schritte.
In diesem sich abzeichnenden juristischen Hickhack geht ein wichtiger Punkt Schlöndorffs fast vergessen. Der Regisseur kritisierte nämlich auch das Fernsehen: Während in den 70er und 80er Jahren unabhängige Regisseure darauf bauen konnten, mit gewagteren, weniger kommerziellen Produktionen im Fernsehen eine Heimat zu finden, werden heute Mainstream und Einschaltquoten-Potential verlangt. Und die Produktionsfirmen, die ein immer grösseres Stück von den TV-Budgets wollen, passen sich dem gerne an. Die Folgen sind sinkendes Niveau im Fernsehen - und im Kino.
Übrigens: Der überraschende Rauswurfs Schlöndorffs ist nicht die erste Merkwürdigkeit bei der Produktion von «Die Päpstin» (Hauptrolle: Franka Potente). Der geplante Drehstart im Mai konnte nicht eingehalten werden, weil John Goodman, der Papst Sergius hätte spielen sollen, den Job gar nicht erst antrat. Goodman wird nun von Constantin auf drei Millionen Dollar verklagt. Dabei hat zwischen dem Schauspieler und der Produktionsfirma lediglich ein mündlicher Vertrag bestanden.
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