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New Yorker Familienwahnsinn

Do, 14.02.2002, Karin Helene Müller

Wunderbar leicht und märchenhaft entfremdet entführt Wes Anderson («Bottle Rocket», «Rushmore») in eine Welt der Wunderkinder und Stadtneurotiker.Wieder mit dabei die Wilson-Brüder und Bill Murray. Anderson und Owen Wilson sind ausserdem für den Oscar in der Kategorie «Best Writing» (Original Screenplay) nominiert.

Der Patriarch und Casanova Royal Tenenbaum (Gene Hackman) kehrt nach langen Jahren der Abwesenheit total abgebrannt in den Familienwohnsitz zurück. Dort trifft er auf seine einst hochbegabten Wunderkids (Stiller, Paltrow und Luke Wilson), die alle unter der Last des frühen Ruhms zu ebenso exzentrischen wie neurotischen Lebenskünstlern geworden sind, und ihre Tage rauchend in der Badewanne zubringen, oder einsam durch die Weltmeere kreuzen. Mutter Ethel (Anjelica Huston) ist wenig erfreut, doch lässt sie den Nachwuchs gewähren. Schwerenöter Royal schmeisst sie in hohem Bogen wieder raus. So versucht dieser mit Hilfe des intriganten indischen Hausdieners um die Gunst der Kinder zu werben, und vergangene Sünden wieder gut zu machen.

Ein wunderbarer Film voller Ironie und liebevoll stilisiertem Dekor. Wes Anderson lässt seine Darsteller in immer denselben Kostümen auftreten, die die psychische Verfassung der Figuren nach aussen kehren. So versteckt sich der menschenscheue Richie hinter Bart und Sonnenbrille, Chas, der von Panikattacken heimgesucht wird, trägt einen knallroten Trainingsanzug, und die gelangweilte und liebesbedürftige Margot lümmelt im Pelzmantel herum und raucht Kette. Auf die Frage, wie sich die Schauspieler gefühlt hätten, jeden Tag im selben Outfit am Set zu erscheinen, meint Anderson, Gwyneth Paltrow hätte ihr Kostüm geliebt, Ben Stiller sei über den Trainingsanzug wohl weniger erfreut gewesen. Und Owen Wilson meinte dazu lächelnd, Stiller hätte während dem Dreh eine immer grössere Bewegungsfreude gezeigt...

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