Der Sommer ist vorbei, die Schule geht wieder los. Die 16-jährige Lola (Miley Cyrus), die von ihren Freunden nur Lol genannt wird, ist unsterblich in ihren besten Freund verliebt. Doch das Jammertal der hormonellen Irrungen und Wirrungen des Teenager-Daseins ist nicht leicht zu durchschreiten. Wie geht das mit der großen Liebe und dem ersten Mal? Und wie soll ihre alleinerziehende Mutter (Demi Moore) reagieren, die erst durch das Lesen im Tagebuch ihrer Tochter bemerkt, dass aus ihrem kleinen Mädchen eine junge Frau geworden ist?
Man findet sich mit Hollywoods Remake-Wahn ab und akzeptiert, dass in internationalen Gefilden gewildert wird, was das Zeug hält. Es ist jedoch problematisch, wenn der Schöpfer des Originals auch gleich noch das Remake inszeniert. Als Fahrkarte nach Hollywood mag das ausreichen, als eigenständiger Film glänzen solche Werke oftmals durch Irrelevanz. Das gilt auch für LOL, der sich nur in Kleinigkeiten vom Original unterscheidet. Nur wirkte schon das Original sehr amerikanisiert und weit weniger französisch als erwartet. Das hebelt die Existenzberechtigung des Remakes vollends aus.
Das Zielpublikum mag sich mit den Teenager-Problemen identifizieren können, für ältere Zuschauer bleibt hingegen nur die Scheidungsgeschichte von Demis Moores Figur, die unausgegoren und banal erscheint. Es ist jedoch nicht nur Moore, die hier wie im Halbschlaf agiert, auch das übrige Ensemble um Miley Cyrus kann sich der Lethargie kaum erwehren. Als wären die Figuren nicht schon langweilig genug, ergeht sich LOL auch noch in einer Reihe halbgarer Gags, die vollständig ins Reich der Stereotypen abgleiten, als der Klassenausflug nach Paris ansteht und die Merkwürdigkeiten der Franzosen für Erheiterung sorgen sollen, aber nur peinlich sind.
Lisa Azuelos wollte ihren Originalfilm toppen. Das ist gründlich misslungen. Den durchaus vorhandenen Charme des Vorgängers sucht man vergeblich. Über so etwas verfügen Kopien nur selten.