Nichts deutet am Anfang darauf hin, dass sich dieser traute Kreis zu einem «Dinner für Spinner» entwickeln könnte. Aber als der grossspurige Vincent (Patrick Bruel) ankündigt, er werde seinen Sprössling Adolph nennen, gehen die Wogen hoch, sehr hoch. Warum nicht gleich Josef wie Stalin? Alle Dämme brechen. Gastgeberin Elisabeth (Valérie Benguigui) kann nicht verhindern, dass die Alphatiere Vincent und ihr Ehemann Pierre (Charles Berling) nicht zu bremsen sind.
Wird anfangs Vincent wegen Adolf zum Gespött der familiären Runde, hackt der dann auf seinem Intellektuellen Schwager Pierre rum. Die Freunde blecken die Zähne. Unversehens gerät später der eher unscheinbare Hausfreund Claude (Guillaume de Tonquédec) in die Schusslinie - nicht ganz ohne Grund. Dazwischen sind die Frauen: Anna (Judith El Zein), Vincents Gemahlin, schön, elegant, blond, spielt scheinbar nur eine Nebenrolle. Sie ist die neue, die sich im Familienkreis erst integrieren muss. Von Pierre provoziert, schlägt sie zurück. Elisabeth versucht, die Familienbande zu retten.
Das Pariser Erfolgsstück von Matthieu Delaporte und Alexandre de La Patellière diente als Grundlage. Die beiden Regie führenden Autoren hielten sich bei ihrer Kinoversion eng an ihre Vorlage, eine Kammerkomödie mit Esprit und Witz, aber auch boshaften Seitenhieben und bissigen Dialogen. Man wollte der Theaterdynamik treu bleiben und beschloss, sich wie beim Theater ganz auf Innenräume zu beschränken und klassisch die Einheit von Zeit und Ort zu wahren.
Dabei fungiert Adolph quasi als Zündschnur, die Initialzündung, welche diesen Freundes- und Familienkreis in Rotation bringt. Da werden Befindlichkeiten und Empfindlichkeiten bloss gelegt, Verhältnisse demaskiert, Gefühle explodieren. Solche Gefechte haben französischen Charakter, sie sprühen vor Witz und Biss, scheinen charmant, entpuppen sich aber als böse Sticheleien und Attacken, exzellent ausgefochten von einem ideal besetzten Ensemble. Das Regie-Duo hält den Rhythmus hoch und verbindet filmische wie theatralische Elemente gekonnt. Paris bleibt draussen vor der Tür. Bis auf den Schluss im Spital, wo der strittige Vorname lebendig wird.