Der Mutant Sebastian Shaw (Kevin Bacon) hat einen teuflischen Plan entwickelt, der es seiner Art - den Mutanten - erlaubt, die Herrschaft über die Welt zu erlangen. Charles Xavier(James McAvoy) ist ebenfalls ein Mutant; er baut zusammen mit Erik Lehnsherr (Michael Fassbender) eine Gruppe auf, die Shaw Paroli bieten kann. Doch Xaviers und Lehnsherrs Methoden und Vorstellungen sind grundverschieden. Können sie ihre Differenzen überwinden, um zu verhindern, dass die Kuba-Krise eskaliert und die Supermächte sich einen nuklearen Schlagabtausch liefern?
X-Men: First Class ist ein komplexer Film, der in vielerlei Hinsicht brilliert. Das exzellente Drehbuch setzt auf äußeren und inneren Konflikt, bietet eine große Bedrohung, der die Helden sich stellen müssen, beschäftigt sich aber auch ausführlich mit den inneren Mechanismen der Freundschaft zweier Männer, die letzten Endes zum Scheitern verurteilt ist.
Interessant ist auch die Struktur des Films, denn Xavier und Erik sind gleichberechtigte Hauptfiguren, aber es lässt sich aufgrund der Art, wie Magneto eingeführt und präsentiert wird, auch argumentieren, er sei die alleinige Hauptfigur. Besonders deutlich wird dies in der ersten halben Stunde, als sich Magneto als Nazi-Jäger betätigt. Gerade diese Szenen sind es, die bei Kritikern und Publikum die Idee befeuert haben, dass Michael Fassbender das Zeug zum nächsten James Bond hat.
Das X-Men-Prequel überzeugt nicht nur durch sein filigran strukturierte Erzählanlage. Da gibt es ungemein viele Momente, die einen berühren. Neben McAvoy und Fassbender sind es vor allem Nicholas Hoult als Hank und Jennifer Lawrence als Mystique, die beide vor einer emotionalen Reise stehen, die mit den chronologisch späteren X-Men-Filmen harmoniert und diesen sogar einen Mehrwert zuführt.
X-Men: First Class ist ein actionreicher, dynamischer, intensiver und stimmiger Film, der reich ist an Details. Oft wird bei Superhelden-Filmen relativiert und gesagt, das sei ein sehr guter Comic-Film. Das gilt auch für X-Men: First Class. Aber er ist noch mehr: Er ist ein sehr guter Film - ohne Wenn und Aber.