Filmkritik

Auch Töten will gelernt sein

Hollywood hat sich eines alten Erfolgs von Charles Bronson angenommen. Da ist es nur logisch, dass einer der Action-Stars von heute in die Fußstapfen des Haudraufs von einst tritt: Jason Statham.

Auch Töten will gelernt sein

Als Auftragskiller ist Arthur Bishop (Jason Statham) einer der Besten in seinem Geschäft. Kühl, präzise und knallhart erledigt er seine Jobs - und immer allein. Doch dann erhält er einen folgenschweren Auftrag: Er soll seinen Mentor und Freund Harry (Donald Sutherland) liquidieren. An der Beerdigung trifft er auf Harrys Sohn Steve (Ben Foster). Der will Rache, und Bishop soll ihm das Handwerk beibringen. Aus einem Schuldgefühl heraus stimmt der notorische Einzelgänger zu, doch sein neuer Schüler wird zu einer ernsten Gefahr.

Man schrieb das Jahr 1972, als Charles Bronson den damals noch nicht durchgehend angetrunkenen Jan-Michael Vincent trainierte - wohlwissend, dass der Kleine ihm irgendwann ans Leder will. Fast 40 Jahre später gibt es nun das Remake, das trotz grundsätzlich gleicher Geschichte nicht unterschiedlicher sein könnte. Wo das Original von Michael Winner eher ein Thriller ist, setzt Simon West auf bleihaltige Action. Das Remake ist kürzer, schneller und rasanter geschnitten, die Handlung hat fast nur die Funktion zu erfüllen, Statham in Action zu zeigen.

Statham macht wie gewohnt eine gute Figur. Aber so erstaunlich es auch klingen mag, er agiert noch stoischer als üblich. In seinem Gesicht bewegt sich so gut wie kein einziger Muskel, was es Foster erleichtert, Statham in jeder Szene an die Wand zu spielen. Sollte man Stathams minimalistisches Spiel als Hommage an Bronson verstehen, so hat er damit Erfolg. Sich selbst tut er damit aber keinen Gefallen, da er sich unnötig limitiert.

Das größere Problem als Stathams eiserne Mimik ist die Geschichte, die so extrem vereinfacht wurde, dass am Ende kaum Fleisch am Knochen blieb. Die Figuren sind Schablonen, und das Geschehen wird bis zum Ende sehr episodisch aufbereitet. Der Film endet mit einem Knall, aber trotz Ähnlichkeiten unterscheidet sich das Remake hier am Stärksten vom Original. 1972 war alles konsequenter, bitterer, stimmiger, 2011 hingegen wird mit Biegen und Brechen versucht, die Möglichkeit eines Sequels offenzuhalten. The Mechanic ist ein Fest fürs Auge mit satten Farben und dynamischer Action, aber leer und seelenlos wie seine Hauptfigur.

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Mein Kommentar
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22 Kommentare
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The Mechanic
Mikelking 3 5 1

Die Action ist cool, der Rest überzeugt mich nicht wirklich.
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The Mechanic
Invictus 4 5 1

Super Schauspieler
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The Mechanic
Urs23 4 5 1

Spannend und unterhaltsam mit unerwarteten Wendungen und einem überraschenden Ende.
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The Mechanic
papepipopupilon 4 5 1

toller Film
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The Mechanic
movie world filip 4 5 1

Starke Rolle von Ben Foster... Gute Wendungen, Tempo und Intensität. Unterhatsamer Pop-corn Action Fim über Rache, Gerechtigkeit und Siege: "Victory needs preparation".
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The Mechanic
Leyo 3 5 1

Ein typischer Jason Statham Film: sehr gute Action jedoch ist die Story nicht immer 100% schlüssig.
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The Mechanic
Andrea 2 5 1

naja, schöne Bilder, viel Action - aber sonst schon etwas flach. Schade.
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The Mechanic
Marc 3 5 1

Handlung enorm zusammengewünscht, aber Action 1A.
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The Mechanic
Tuvok 3 5 1

Ich habe vor langer Zeit einen guten Film gesehen, " The Transporter", seitdem mag ich Jason Statham, der hat so was mörderisch beruhigendes, der ist Kämpfer, er ist schnell, er ist ein cooler Killer,...
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The Mechanic
tomsen2 3 5 1

Netter Actionfilm. Mehr nicht
22 Kommentare

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