The Iron Lady
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Filmkritik

Die erweichte Eiserne

«The Iron Lady» schildert den Aufstieg und Fall der britischen Politikerin Margaret Thatcher. Während Meryl Streep in ihrer Rolle brilliert, stellt sich der Film mit seiner Überambition selbst ein Bein.

Sie war das erste weibliche Oberhaupt eines westlichen Landes. Und sie blieb es lange, für ihre Gegner unendlich lange, zwischen 1979 und 1990. Was Margaret Thatcher (Meryl Streep) bereits als Tochter eines Gemischtwarenlandes lernte, nämlich sich mit rigiden, unverrückbaren Ansichten in einer von Männern geprägten Gesellschaft zu behaupten, prägte später ihren entschiedenen Regierungskurs.

Doch nun sitzt die einstige eiserne Lady als Greisin in ihrer Wohnung und unterhält sich mit Alkohol und ihrem Ehemann Denis. Nur ist der seit Jahren schon tot. Aus der scharfsinnigen Rhetorikerin ist über die letzten beiden Dekaden eine demente alte Frau geworden, die sich im Laufe eines Tages nach und nach an ihre Lebensstationen zurückerinnert. Es sind Gedanken an Jubel und Verachtung, Triumph und Terror, Macht und Ohnmacht.

Von Mamma Mia zu Margaret Thatcher in drei Jahren: Meryl Streep und Regisseurin Phyllida Lloyd wandten sich nach der gemeinsamen Arbeit im wunderbar überdrehten ABBA-Musical einer der polarisierendsten Personen der jüngeren britischen Geschichte zu. Das ist eine ganz andere Höhenlage, doch Streep ist bekannt für ihre Leistungen in dünner Luft: Nicht die kleinste darstellerische Verschnaufpause erlaubt sich die 62-jährige Schauspielerin in ihrer grandiosen Performance. Absolut verdient ist somit auch der Oscar für diese Rolle.

Schön wäre nur gewesen, hätte der Film selbst mit Streep Schritt halten können. Stattdessen übernimmt er sich in der Ambition, unkonform das Licht auf das Leben von Thatcher zu richten - dies ausgehend von einer ziemlich spekulativen Ausführung ihres derzeitigen Daseins. Dieser Rahmenhandlung wird verschwenderisch Zeit zugestanden; in ihr wird die gefürchtete Härte der Politikerin Thatcher aufgeweicht, die es in den mehr oder zumeist eher weniger homogen eingeflochtenen Rückblenden des Öfteren zu erleben gibt.

Was sich aber unter dem Eisenpanzer der Frau tat, als sie britische Soldaten in den Falkland-Krieg sandte, ein IRA-Attentat überlebte oder Tausende wegen ihrem Spardiktat auf die Strassen gingen, bleibt vornehmlich unbeleuchtet. Bei den einschlägigen Stationen von Thatchers Politkarriere scheut Lloyd den Blick ins Innere der Regentin, ihren Mann Denis lässt sie gar vollends verschwinden. Während der Film in der Gegenwarts-Ebene mutmasslich in die Tiefe gehen will, bleibt er in der Vergangenheit oberflächlich. Immerhin: «The Iron Lady» gibt sich in der historischen Aufarbeitung nicht wertend und lässt so selbst Zuschauer, die sich mit Thatcher gar nicht auskennen, nachvollziehen, warum die ehemalige britische Premierministerin gleichermassen glühende Verehrer wie auch erbitterte Gegner hatte.

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Mein Kommentar
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21 Kommentare
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Urs23

Kurzweilige (Kurz-) Biografie über die Iron Lady, die im Film menschliche Züge bekommt, und nicht als DIE gefühlskalte Karrierepolitikerin dargestellt wird, als die sie von der Öffentlichkeit wahrgeno...
mehr
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Harald E.

Meryl Streep IST Maggie Thatcher. Herausragend (und bedauernswert) spielt Meryl Streep die alt und dement gewordene, gehasste grosse Dame der englischen Politlandschaft. Der Film ist weniger Porträt...
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Jelena

sehr gelungener film. mit meryl streep in der Hauptrolle war aber auch nichts anderes zu erwarten:) ihr schauspilerisches tallent sehr gut erkennbar.
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Tuvok

Was wir denken das werden wir, meinte sie, hat Ihr Vater immer zu Ihr gesagt. Nun der Film hat super Dialoge und Sprüche, dass verdient Höchstwertung, Meryl Streep sowieso aber trotzdem kann ich dem F...
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Tuvok

Klar ist der Film nichts Besonderes, es ist einfach ein weiteres Biopic in der Liste der langen Biopics die Hollywood ins Kino bringt, aber dieses Mal über eine Frau über die man wenig weiß, und ehrl...
mehr
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Tuvok

Wer ist Margaret Thatcher: Der 103 Minuten lange Film basiert auf dem Drehbuch von Abi Morgan den ich nicht kenne. Ich möchte bevor ich mal da was zum Film schreibe, etwas über die berühmteste bri...
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monsoleil

Landweilig!!!!! Schade, da Meryl Streep wieder einmal Spitze ist.
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Krispy's

nicht sehr wahrheitsgetreu, aber unterhaltsam.
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Starla

Ohne Meryl Streep in der Hauptrolle wäre der Filme wahrscheinlich nicht so gut geworden. Das politische Schaffen und Werken bleibt etwas auf der Strecke... schade das am Schluss nur der Eindruck einer...
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amelie73

Ein echt guter Film - Meryl Streep zeigt eine Meisterleistung! Kann ich nur empfehlen!
21 Kommentare

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