The Girl with the Dragon Tattoo - Verblendung - Interview
| Originaltitel: | The Girl with the Dragon Tattoo |
| Land (Jahr): | Deutschland, Schweden, Grossbritannien, USA (2011) |
| Genre: | Drama, Thriller |
| Filmlänge: | 158min |
| Regie: | David Fincher |
| Kinostart: | 12.01.2012 |
| 18.01.2012 (Romandie) | |
| 03.02.2012 (Tessin) |
Daniel Craig: «Ich bin voller Widersprüche.»
Warum ihm die schwedische «Verblendung» egal ist. Wieviel Bond in seinem Blomkvist steckt. Und wie tickt Fincher? Elf Fragen an einen Interview-Muffel.
Haben Sie schon beim Lesen der «Millennium-Trilogie» damit geliebäugelt, diesen Mikael Blomkvist eines Tages zu spielen?
Ich habe Verblendung & Co. gelesen, als die Fincher-Verfilmung noch lange kein Thema war. Aber natürlich kommt es hin und wieder vor, dass man als Schauspieler ein Buch liest und sich dabei denkt: Die Figur wäre was für mich. Ich hatte das damals aber nicht in Erwägung gezogen.
Passt aber prima.
Ich habe jedenfalls das richtige Alter (lacht). Und ich konnte mit der Figur etwas anfangen, mit ihrem Gerechtigkeitssinn in erster Linie. Blomkvist ist ein Journalist, der berühmt werden möchte. Er ist voller Widersprüche, das bin ich auch.
Haben Sie sich auch mit Stieg Larssons Leben auseinandergesetzt?
Klar doch, ist aber auch schwierig, es nicht zu tun. Als Larssons Bücher zu Bestsellern wurden, wurde auch sein Leben zum Thema, all die Mythen begannen zu wachsen und zu wuchern. Larsson kämpfte gegen den Faschismus, er war auf einem persönlichem Kreuzzug. Sein Leben und die ganzen Legenden, die es umranken, sind ja fast so spannend wie die Bücher.
Und mit diesem Kreuzzug können Sie etwas anfangen?
Man kann sich immer mit jemandem identifizieren, der sich für Gerechtigkeit einsetzt.
Was halten Sie von der schwedischen Larsson-Verfilmung?
Hab' ich mir nicht angeschaut.
Warum nicht?
Ich wollte unbefangen an die Sache herangehen können. Und diese Filme sind ja nicht unsere Vorlage - das sind immer noch die Bücher.
Wieviel James Bond steckt in Ihrem Blomkvist?
Kein bisschen.
David Fincher hat also nie gesagt: Lass das, Daniel, das ist Bond.
Nie. Er hat mir bloss geraten, viel zu essen und viel Alkohol zu trinken (lacht). Ich kam gerade von Cowboys and Aliens und war nie fitter in meinem ganzen Leben. Spass beseite: Ich musste halt einfach machen, was Journalisten so tun.
Und was tun die so?
Die Aufgabe des Journalisten ist es, die Wahrheit herauszufinden, seine Aufgabe ist es, Grenzen zu ziehen, die nicht überschritten werden dürfen. Solche Leute braucht es in einer demokratischen Gesellschaft.
David Fincher gilt als berüchtigter Wiederholungstäter. Wie mühsam war's?
(Lacht.) Das mit den vielen Takes stimmt schon. Aber das klingt viel schlimmer als es sich auf dem Set anfühlt. Man macht halt seinen Job, und zwar so lange, bis es passt. Und wenn David es für richtig hält, nimmt man die nächste Szene in Angriff.
Haben Sie schon für Teil zwei und drei unterschrieben?
Auf dem Papier ja, aber das hat nicht viel zu bedeuten (lacht). Ist doch klar: Wenn der Film am ersten Wochenende floppt, dann war's das. Und wenn nicht, dann geht's eben weiter.
[Daniel Craig wurde interviewt von Stefan Gubser, Cineman.ch]
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