Login anzeigen

Das meinen die User

m&m's

4.33 m&m's | 6 User

Alle Kommentare (3) m&m's Movie Charts

member img

Tania

Charrat

member img

Stephan

Thun, 29

55 User haben ihre Watchlist nicht freigegeben.

Watchlist-Charts

poster
Aka Titel:Summer Games - Giochi d'Estate
Land (Jahr): Schweiz (2011)
Genre:Drama
Filmlänge:101min
Regie:Rolando Colla
Kinostart:20.10.2011
 18.01.2012 (Romandie)
 16.09.2011 (Tessin)

mehr +

Jetzt DVD bestellen
 

Wenn Kinder Erwachsene spielen

40

Rolando Collas vierter langer Kinospielfim ist eine athmosphärisch dichte, inhaltlich stimmige und formal starke Coming-of-Age-Geschichte mit einem hervorragend geführten Ensemble Kinderdarsteller. Dennoch bleibt ein gewisses Unbehagen zurück.

Bildgalerie

Rolando Colla, 1957 als Sohn italienischer Migranten in der Schweiz geboren, verarbeitet erklärtermassen eigene traumatische Kindheitserinnerungen und lässt seine Geschichte in einem Ferienort an der Küste der Toscana spielen. Die Eltern des zwölfjährigen Nic (Armando Condolucci) sind dabei, sich zu trennen, da die Mutter die wiederholten Gewaltausbrüche des psychopathischen und dem Alkohol zugeneigten Vaters nicht mehr erträgt. Marie, ein wenig älteres Mädchen, das mit seiner Mutter auf dem gleichen Campingplatz die Ferien verbringt, leidet dagegen darunter, dass sie von klein auf über den Verbleib ihres Vaters im Unklaren gelassen wurde. Nick und Marie freunden sich an, erkunden zusammen mit weiteren Kindern die Umgebung und spielen Spiele, die mit der Zeit immer weniger harmlos sind und die schonungslos die Kaputtheit der sie umgebenden Erwachsenenwelt widerspiegeln.

In der Darstellung dieser gar nicht heilen (Kinder-)Welt geht Giochi d'estate weit, sehr weit. «Ohne falsche Aussparungen», wie es im Presseheft heisst, wird hier häusliche Gewalt und Gewalt unter Kindern gezeigt. Dabei bleiben die Szenen unter den Erwachsenen allerdings weitgehend Behauptung - etwa dann, wenn Nics Mutter es anfänglich nicht schafft, ihren brutalen Ehemann endlich zu verlassen, weil sie dessen dumpfes Machotum auch noch irgendwie erregt. Die Darstellung dieses komplexen Abhängigkeitverhältnisses hätte nach einem subtiler agierenden Schauspielerpaar verlangt als - dem aus allen früheren Filmen Rolando Collas bekannten - Antonio Merone und der bisher vor allem als Komödiantin in Erscheinung getretenen Alessia Barela. Ganz anders dagegen sieht es bei den Kindern aus: Sie spielen ihre Rollen mit erschreckender Präsenz und Intensität, so dass es einem bisweilen unbehaglich wird.

Giochi d'estate vermittelt ungeschminkt eine Realität, die darin besteht, dass heute Primarschüler auf dem Pausenplatz untereinander Handy-Pornos austauschen, oder dass Elfjährige über Wissen über ausgefallene Sexpraktiken Bescheid wissen, von denen ihre Urgrosseltern nie etwas gehört hatten. Konkret heisst das, dass der Film Sado-Maso-Spielchen zwischen 12- und 13-jährigen Kindern explizit und distanzlos zeigt, und die subjektive Kamera aus der Optik Nics immer wieder quälend lange an Gesäss und Brüsten der oft nur mit einem Bikini bekleideten Fiorella Campanella hängen bleibt. Das Mädchen war zum Zeitpunkt der Dreharbeiten 13 Jahre alt und sie spielt ihre Rolle der hin und her gerissenen Marie mit Bravour. Doch man muss sich auch fragen, wo renommierte Kritiker wie jener «Screen Daily» hingeschaut haben, wenn er findet, der Film zeige «erwachende Sexualität von Kindern an der Schwelle zum Teenageralter ohne dabei je ein Gefühl von Ausbeutung zu vermitteln». [Geri Krebs]

weitersagen

m&m's Michael: swehr feinfühlig und schöne kamera...
m&m's uelas: trotz den kaputten eltern ein schöner film über di...
m&m's Joe: Sehr eindrücklicher Film! ...