Sie sind männlich und weiblich, haben blonde, braune, schwarze Haare, sind Strassenmusiker, Alkoholiker, Bademeister, Werberinnen, verhinderte Schauspieler. Sie alle sind die Kinder von David Wozniak (Patrick Huard). 533 Stück insgesamt. Keine aus leidenschaftlichen Liebesakten entsprungene Früchte, sondern inflationäre Erzeugnisse eines Schnösels, der jung war und eben das Geld brauchte.
Nun ist dieser herzensgute, aber immer noch ziemlich unreife Lebenskünstler doch schon 42, und seine Freundin Valérie (Julie LeBreton) schwanger. Fest entschlossen, sein Leben endlich zu ordnen, stellt sich sein Vaterglück jedoch früher ein, als ihm lieb ist. 142 Sprösslinge wollen nämlich per Sammelklage endlich erfahren, wer sich hinter dem Spender-Pseudonym «Starbuck» verbirgt. Die Hiobsbotschaft sitzt: Selbst an die Schlägertruppe, die von David 80 000 Dollar eintreiben will, verschwendet der Antiheld fortan kaum einen Gedanken mehr.
Was also tun? David beruft sich auf die etwas ungelenke, aber kostenlose juristische Hilfe seines besten Freundes (Antoine Betrand) und fängt zugleich mit blauäugiger Neugierde an, seine Sprösslinge zu besuchen. Dass er dabei sein Helfer-Gen spielen lässt, ist typisch für ihn. Dass er sich damit noch mehr in den Schlamassel reinreitet, auch.
Der Name «Starbuck» ist eine Referenz an den äusserst virilen Zuchtbullen Hanoverhill Starbuck, dessen Samen weltweit über 200'000 Kühe hervorgebracht haben. Auf einen Mann runtergerechnet sind 533 eine ebenso stattliche Anzahl - die Regisseur Ken Scott nur darum so hoch ansetzte, weil er tatsächlich von einem Fall in dieser Grössenordnung hörte.
Und man muss schon sagen: Eine solch reizvolle Storyanlage bietet sich wirklich nicht alle Tage. Glücklicherweise verliert Starbuck auch in deren Ausarbeitung nie seine, ähm, Potenz. Viel gefälliger Witz und eine beschwingte Narration werden geboten. Letztere ist zwar dann und wann auch mal etwas fahrig, das darf aber ohne weiteres als Analogie zur infantilen Hauptfigur verstanden werden. Diesen grundsympathischen Chaoten nimmt man Patrick Huard ab der ersten Sekunde ab. Öfters erinnert er einen an Jason Segel, der in Hollywood für solche Rollen abonniert ist.
Starbuck ist eine Komödie, der man wirklich nur mit bösem Willen nichts Unterhaltsames abgewinnen kann. Mag sie im Abgang etwas kuschelig geraten sein, so kann man dem Film selbst das kaum vorhalten. Ein amüsantes wie auch absurdes «Samenspenderdrama», mit dem unübersehbaren Potenzial zum Kassen-Hit.