Rise of the Planet of the Apes - Interview
| Aka Titel: | Planet der Affen: Prevolution |
| Land (Jahr): | USA (2011) |
| Genre: | Action, Adventure, Sci-Fi |
| Filmlänge: | 105min |
| Regie: | Rupert Wyatt |
| Kinostart: | 11.08.2011 |
| 10.08.2011 (Romandie) | |
| 23.11.2011 (Tessin) |
James Franco: «Ich wollte alles hinschmeissen.»
Der Shooting-Star über über den Unterschied zwischen Mensch und Tier, seine erste Regiearbeit und den Nutzen schlechter Filme.
James Franco, was ist Ihr persönlicher Bezug zur Planet of the Apes-Reihe?
Ich habe den Film von 1968 zum ersten Mal als Teenager gesehen. Ich war total beeindruckt, vor allem vom Affen, der ein Pferd reitet. Das ist ein so mächtiges, und gleichzeitig verstörendes Bild. Auf Rupert Wyatt hatte es den selben Effekt, und er hat versucht, es im neuen Film zu wiederholen.
Warum hat diese Franchise nach vier Jahrzehnten immer noch eine Daseinsberechtigung?
Der Kern der Geschichte ist unglaublich stark, denn er gibt uns die Möglichkeit, über uns selbst nachzudenken. Normalerweise definieren wir uns als Menschen über unsere überlegene Intelligenz. Unser Film nimmt ein Tier, das physisch stärker ist als wir, und gibt ihm dieselbe Intelligenz. Wenn wir also mit einem solchen Wesen konfrontiert sind, was unterscheidet uns dann noch von ihm?
Unsere Seele?
Sicher. Aber wer kann schon mit Sicherheit sagen, dass intelligente Primaten keine Seele haben?
Sie haben für die Vorbereitung zum Film viel Zeit mit Schimpansen verbracht. Was halten sie nach dieser Erfahrung von Affen als Haustieren?
Wenig. Die Affen scheinen nette Kreaturen zu sein, aber hey, sie können sich schnell gegen dich stellen. Es ist so, wie einen Löwen als Haustier zu haben. Es klingt total cool, aber du holst dir damit garantiert Ärger ins Haus.
Der Film stellt einige interessante Fragen. Würden Sie wie die Affen im Film eine Droge nehmen, die ihre Intelligenz steigert?
Wir bewegen uns schon in diese Richtung. Die Art wie wir mit dem Internet und Computern interagieren zum Beispiel. Wir verlassen uns auf Technologien, um unser Wissen abzuspeichern. Ich denke, wenn so eine Pille erhältlich wäre, würden wir sie alle nehmen. Als Spezies haben wir uns ja immer schon gemeinsam entwickelt. Ich hoffe einfach, dass diese Droge dereinst gerecht verteilt wird.
Glauben Sie, dass sich die Welt auf einen technologischen «Point of no Return» hinbewegt, wie wir es in Rise of the Planet of the Apes sehen?
Wir sind dem schon nahe gekommen. Mit der Atombombe etwa sind wir zu weit gegangen. Aber diese Entwicklungen liessen sich scheinbar nicht aufhalten. Was medizinische Forschung angeht, gibt es da ja auch Horrorgeschichten. Aber ich hoffe, dass es da grundsätzlich um den Nutzen für die Menschheit geht. Wir müssen unsere Motive aber ständig hinterfragen.
Im September werden Sie in Venedig Ihren neuen Film Sal vorstellen, bei dem Sie auch Regie führten. Was hat sie an diesem Projekt gereizt?
Der Film ist ein Biopic über den Schauspieler Sal Mineo. Seine Geschichte hat mich aus verschiedenen Gründen interessiert. Er feierte als junger Schauspieler in den 50er Jahren grosse Erfolge, war für zwei Oscars nominiert. Und dann, in seinen Zwanzigern, fiel er plötzlich in Ungnade.
Warum?
Er war nicht mehr der süsse Junge, outete sich mehr oder weniger als schwul und hat er ein paar Rollen angenommen, die zu jener Zeit als riskant galten. Das hat seine Karriere zerstört. Er konnte danach nicht mal mehr Arbeit am Theater finden, obwohl er einst so populär war. Ich finde das sehr tragisch. Unglücklicherweise passiert das vielen, die im Filmgeschäft arbeiten. Entweder hattest du mal diesen Funken, der dann erlischt, oder du hast noch die Leidenschaft, aber kein Publikum mehr.
Sind Sie auch einmal an einem solchen Wendepunkt angekommen?
Ja. Vor sechs Jahren habe ich plötzlich gemerkt, das ich Filme machte, die ich hasste. Ich wollte alles hinschmeissen. Das Problem lag bei mir selbst. Ich versuchte, anderer Leute Jobs zu machen, anstatt mich der Vision des Regisseurs unterzuordnen.
Woran lag das?
Nun, ich merkte, dass ich noch andere Interessen hatte als bloss schauspielern. Als ich dann dann fing, diese aktiv zu verfolgen, habe ich mir erlaubt, als Schauspieler wirklich nur zu agieren, und alles andere auszublenden. Danach haben mir Gus Van Sant und Danny Boyle diese grossartigen Filme angeboten. Ich glaube, das hatte mit meiner neuen Einstellung zu tun.
Muss man als junger Künstler nicht Fehler machen, um sich weiterzuentwickeln?
Sicher. Ich wäre wahrscheinlich nie zurück an die Uni gegeangen, wenn ich nicht Filme gemacht hätte, die mich so runtergezogen haben, dass ich aus Hollywood raus wollte . Heute denke ich, dass das mein Weg sein musste. Clint Eastwood hat einmal gesagt, dass man die schlechten Filme braucht, um zu lernen. Ich glaube da hat er recht.
[James Franco wurde interviewt von Catharina Steiner]
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