Melancholia
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Filmkritik

Vom Ende der Welt

Lars von Triers Lust an Provokation und Selbstironie macht auch vor seinen eigenen Filmen nicht halt. Bereits zur Weltpremiere von Melancholia verkündete der Däne, der sonst ein mehr als gesundes Selbstbewusstsein zu Tage trägt, dass er selbst nicht besonders zufrieden sei mit dem Film. Zu hübsch, zu wenig brutal, zu problemlos in der Entstehung, so sein seither mehrfach wiederholtes Urteil. Was er damit meint, erkennt man auf der Leinwand schon nach wenigen Momenten. Nur zustimmen mag man ihm nicht.

Schon der Prolog beeindruckt mit Schönheit und Eleganz. Zu den Klängen von Wagners «Tristan und Isolde» sind in Zeitlupe Visionen vom Beginn des Weltuntergangs zu sehen, mit dem Melancholia zwei Stunden später tatsächlich enden wird. Kirsten Dunst im ausladenden Brautkleid, Charlotte Gainsbourg in Reiterstiefeln und mit Kind auf dem Arm, beide auf dem weitläufigen Golfplatz-Grundstücks eines opulenten Herrenhauses. Und genau dieses Setting bestimmt auch den gesamten Film.

Zunächst dreht sich alles um Justines Hochzeit (Kirsten Dunst), die in eben jenem Anwesen ihrer Schwester Claire (Charlotte Gainsbourg) und deren Mann John (Kiefer Sutherland) gefeiert wird. Der Bräutigam (Alexander Skarsgard) ist ein Goldstück von Mann, der Hochzeitsplaner (Udo Kier) beflissen, und selbst die spießige Rituale verabscheuende Mutter (Charlotte Rampling) ist angereist. Doch der schöne Schein erweist sich schnell als Fassade, was weniger an dem Planeten mit Namen Melancholia liegt, der von den Partygästen unbemerkt sich schon langsam der Erde nähert, sondern an Justines kaum zu bändigenden Stimmungsschwankungen.

Eine gewisse Zeit ist seit dem Fest vergangen, als der zweite Teil der Handlung einsetzt. Inzwischen hat Justine komplett bei der Familie ihrer Schwester Unterschlupf gefunden, die nun allerdings selbst mit ihren Ängsten ringt. Denn inzwischen ist der fremde Himmelskörper so nah, dass es zum Zusammenstoß kommen könnte - und Johns Beschwichtigungen tragen nur wenig zur Beruhigung von Claires Nerven bei.

Dass die Zweiteilung des Films ein wenig zu gezwungen wirkt, ist schon das Einzige, was man Melancholia vorwerfen mag. Ansonsten stimmt nämlich alles. Das hochkarätige Ensemble unter der Führung einer selten so guten Kirsten Dunst brilliert, die eindrückliche Kameraarbeit von Manuel Alberto Claro ebenfalls. Gerade weil Lars von Trier dieses Mal etwas verhaltener agiert und auf Schock-Momente verzichtet, funktioniert Melancholia in seinem erneuten (und sehr vielschichtigen) Abarbeiten am Thema Depression hervorragend als Gegenstück zum nur thematisch verwandten Vorgänger Antichrist. Selbst wer den nicht kennt, darf sich aber in diesem Fall auf ein Weltuntergangsszenario gefasst machen, das nicht zuletzt durch seine trügerische Schönheit lange nachwirkt.

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25 Kommentare
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birdnestman

Geniale Bilder...
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Enver

echt nicht mein filmstil, aber er war auch nicht schlecht. ich wollte ihn nur wegen Kirsten Dunst anschauen
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Hypnos1983

Lars von Trier in Bestform!! Geniale Bilder und super Schauspielleistung. Er bedient sich einer Statik, die ich so nur bei Stanley Kubricks 2001 Space Odyssey und Bernardo Bertolluccis 1900 gesehen ha...
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kinopeitsche

Hochprätentiös. Nicht enden wollend. Schwurblig. Verquast. Zwei Punkte für die schwer verdienten schönen Bilder.
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Anveshi

fantastisch.
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Glanduliferus

Ein Film mit sehr viel Inhalt. Sehr empfehlenswert!
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Andreas

super Film, war tief berührt von den wunderschönen Bildern und der atmenberaubenden Stimmung, die der Film evoziert.
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Jost

Der beste Film, den ich seit Jahren gesehen habe! Genial inszeniert, atemberaubende Bilder, ausserordentliche schauspielerische Leistung! Ein europäisches Zeitdokument!
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Daniel

Für mich schlicht einer der Besten Filme seit langem!
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Andrea

Volle Spannung und berührende Stimmung.
25 Kommentare

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