La guerre est déclarée
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Filmkritik

La guerre est déclarée

Tödliche Krankheiten im Film - das heißt oftmals Betroffenheitskino mit hohem Kitschfaktor, zumindest bei amerikanischen Produktionen. Europäische Filme wählen gerne einen anderen Ansatz. So wie Valerie Donzellis La guerre est déclarée, der sehr autobiographisch geprägt ist.

Romeo und Juliette sind zwei junge Schauspieler, die sich auf den ersten Blick ineinander verlieben, bald darauf zusammenziehen und wenig später ihr erstes Kind bekommen. Es ist die Geschichte einer Liebe, wie sie alltäglicher nicht sein könnte. Doch über dem jungen Glück brauen sich Gewitterwolken zusammen, denn der kleine Junge des Paars benimmt sich anormal. Zuerst versuchen die Eltern, dies zu rationalisieren und sich etwas vorzumachen, doch irgendwann geht das nicht mehr. Ein Arzt bringt dann Gewissheit: Der Junge leidet an einem bösartigen Gehirntumor. Der verzweifelte Kampf ums Überleben nicht nur des Kindes, sondern auch der gemeinsamen Liebe beginnt.

Donzelli schrieb zusammen mit ihrem Lebensgefährten Jérémie Elkaïm das Drehbuch. Beide spielen auch die Hauptrollen. Das ist umso bemerkenswerter, da es ihnen gelingt, dem Film trotz seines ernsten Themas und der eigenen Betroffenheit eine Leichtigkeit zu geben, die man so nicht erwartet hätte. Speziell zu Beginn hat er etwas Traumwandlerisches. Als Romeo und Juliette sich kennen lernen, stellt sich ihnen die Frage, die bei diesen Namen unweigerlich kommen muss: Wird unser Ende besser werden als bei Shakespeare?

Als Zuschauer ist man gegenüber den beiden Protagonisten im Vorteil. Frühzeitig erfährt man, wie es um das Schicksal des Jungen bestellt ist. Denn er steht nicht im Mittelpunkt dieser Erzählung. Das Zentrum bilden die beiden Liebenden, die alle Phasen einer solchen Lebenskrise durchmachen. Von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt. Die Macher setzen dabei auf Authentizität, zeigen ein Familienleben, das durch ein neues Kind gänzlich aus der Bahn geworfen wird. Es ist die Ehrlichkeit des Films, die dabei so entwaffnend ist.

La guerre est déclarée driftet niemals in die Niederungen von Pathos und übertriebener Sentimentalität ab, aber er ist gefühlvoll. Donzelli erweist sich als eine virtuose Filmemacherin, die nicht kargem Minimalismus frönt, sondern stilistisch vielseitig agiert. Sequenzen, die einer Dokumentation entstammen könnten, wechseln mit kunstvoll gestalten Montagen ab. Die musikalische Untermalung ist dank Pop und Klassik nicht minder vielseitig. Hoch anrechnen muss man La guerre est déclarée auch, dass er in seiner Geschichte, so tragisch sie auch ist, echten Humor findet. Ein phantasievoller und einzigartiger Film mit Herz und Seele.

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1 Kommentare
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Camille

Gute Schauspieler! Ich konnte mich sehr gut einfühlen. Kann ich nur weiterempfehlen, der ist überhauppt nich kitschig. Ich konnte das Leben eines 30-Jährigen Paar gut wieder finden. Sehr realistisch.

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