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Friends with Benefits - Interview

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Justin Timberlake: «Versaut nicht gerade, aber echt.»

Vorsicht, scharf: Mila Kunis und Justin Timberlake über weiblichen Humor, den Sex-Appeal des Comedians und die Eigenheiten von «Friends with Benefits».

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Sie haben vor Friends with Benefits beide in Oscar-nominierten Filmen mitgespielt, wenn auch nur in Nebenrollen. Muss trotzdem gut sein fürs Ego.
Mila Kunis: Als wir Friends with Benefits drehten, war noch nicht abzusehen, dass es mit Black Swan so abgehen würde. Black Swan hat aber sicher mein Leben verändert, und dafür bin ich sehr dankbar.
Justin Timberlake: Jeder Film ist eine neue Herausforderung, und ich mag es, mich zu quälen... (Lacht.) «Friends» war für uns beide etwas komplett Neues, das es so wahrscheinlich auch nie wieder geben wird. Wenn man wie bei The Social Network in einem Film mitspielt, für den Aaron Sorkin das Drehbuch geschrieben hat, lernt man einfach schön brav die Dialoge auswendig. Das war hier völlig anders. Wir mussten die Story erst mal so hinkriegen, dass sie etwas über unsere Generation erzählt. Das war am Anfang nicht der Fall, fand ich jedenfalls. Nicht, dass die ersten Drehbuch-Fassungen schlecht waren, man sah sofort den Film und wofür er stehen würde. Aber es war einfach ein Teeniefilm, und wir wollten ihn erwachsener haben. Er sollte nicht gerade versaut sein, aber echt. Und wir wollten Witze drin haben, über die unsereins lachen kann.

Mila, Sie sagten mal, Frauen hätten es schwer im Comedy-Business. Warum eigentlich?
Mila Kunis: Keine Ahnung, ich habe nicht Psychologie studiert. (Lacht.) Aber ich glaube, die Zeiten ändern sich, man muss sich nur eine Sara Silverman anschauen, die ist köstlich. Ich vermute, es ist einfach schwierig, über eine gut aussehende Frau lachen zu können, weil man einfach die ganze Zeit hinschauen muss. Comedians sind in der Regel ja nicht die schärfsten Typen.
Justin Timberlake: Frauen gab's immer im Comedy-Business, aber ich glaube, so etwas wie eine weibliche Perspektive gibt es erst seit kurzem. Und sie kriegt auch Anerkennung, man denke nur an Bridesmaids. Friends with Benefits ist ein echter Zweihänder, da sagen ein Mann und eine Frau, was sie über Leben, Liebe und Sex und Beziehungen denken. Die Frauenrolle war uns sehr wichtig, genau deswegen haben wir auch auf Mila gesetzt. Wenn's also in die Hose ging, ist sie schuld. (Lacht.)

In der ersten Hälfte machen Sie sich über die Klischees romantischer Komödien lustig. Nach der zweiten Hälfte muss man sich allerdings fragen: Ist Friends with Benefits letztlich wirklich so anders?
Mila Kunis: Ja. Weil's am Schluss in die Hose geht, da ist nichts perfekt.
Justin Timberlake: Genau. Und wenn man nur schon die Szene nimmt, in der meine Figur glaubt, alles kapiert zu haben, und dann geht sie hin und stellt sich derart dämlich an. Bitte keine Einwände, die will ich gar nicht erst hören.

Sie sind beide seit Kindsbeinen im Showbusiness und scheinen dennoch mit beiden Füssen auf dem Boden zu stehen. Wie geht das denn?
Mila Kunis: Ich glaube, wir beiden kommen aus guten Familien. Ich hatte das Vergnügen, Justins Mutter und seinen Stiefvater kennenzulernen - das sind tolle Leute. Wenn, dann ist das Erfolgsgeheimnis, wie wir erzogen wurden, die Werte, die man uns mit auf den Weg gab. Ich liebe meine Familie und meine Freunde: Sie bedeuten mir mehr als alles andere in dieser Industrie. So etwas wie ein «richtiges Leben» zu haben war und ist sehr wichtig für mich.
Justin Timberlake: Ich habe viele Fehler gemacht, aber keine, die nicht aussergerichtlich zu beheben waren. (Lacht.) Ich seh's wie Mila. Es ist hart, in der Öffentlichkeit aufzuwachsen. Aber am Ende des Tages sind wir ganz normale Menschen, die Fehler machen, Klischee, Klischee, Klischee.

Justin, Sie sind in einer Boygroup gross geworden und mittlerweile zu einem ernstzunehmenden Schauspieler herangewachsen. Das haben wenige Musiker geschafft. Jedenfalls nicht Madonna.
Ich bin in diesem Business aufgewachsen, bin anfangs in TV-Shows aufgetreten, wir hatten Schauspielunterricht, wir lernten, wie man sich auf der Bühne bewegt, zu tanzen. Mich erstaunt immer wieder, dass viele das Gefühl haben, Musik zu machen und die Schauspielerei hätten so wenig Gemeinsamkeiten. Ich möchte nicht überheblich klingen, aber für mich sind sich die beiden Dinge sehr ähnlich. Meine Musik ist sehr theatralisch, das bin ja nicht ich, der da auftritt. Als Schauspieler tritt man auf wie ein Musiker, bloss macht man eben keine Musik.

Das Tempo, die klugen Dialoge: Friends with Benefits erinnert streckenweise an eine Screwball-Comedy.
Justin Timberlake: Das hat viel mit Regisseur Will Gluck zu tun. Wir haben hart daran gearbeitet, den Film schnell und witzig hinzukriegen. Und ich glaube, Mila und ich haben einfach einen guten Rhythmus gefunden. Sie sehen: Ich brauche gerade Begriffe aus der Musik, um über die Schauspielerei zu reden. (Lacht.) Der Film ist ja eine Art Geschlechterkrieg. Wir wollten beide, dass unser Gegenüber auch witzig sein kann, hielten uns sogar gegenseitig Witze zu. Wir waren gute Partner, das merkt man.

Wessen Idee waren eigentlich Shaun Whites Auftritte? Den kennt in Europa ja keiner.
Justin Timberlake: Wir wollten zeigen, dass Milas Figur in New York gut vernetzt ist. Da dachten wir schnell an den Cameo-Auftritt eines Sportlers, wir hatten verschiedene im Kopf, die in New York leben, fanden dasirgendwann aber nicht mehr so entscheidend. Shaun passt perfekt.

Ein Wort zu Woody Harrelson. Oder zwei.
Justin Timberlake: Auf seine Figur bin ich richtig stolz. Wir wollten zeigen, dass ein Schwuler, den er spielt, und ein Hetero wie ich einfach Freunde sein können. Ich habe auch privat schwule und nicht-schwule Freunde, und zu allen habe ich dieselbe Beziehung. Für meine Generation spielen die sexuellen Präferenzen eines Menschen schlicht keine Rolle mehr.

Wurde viel improvisiert auf dem Set?
Justin Timberlake: Wir haben etwa sechs Wochen in Workshops herumprobiert, bevor wir zu drehen anfingen, haben viel gequatscht, wie sich das anfühlt, wenn man Sex hat, ohne ein Paar zu sein. Danach hatten wir so viel im Kopf, dass wir das alles beim Dreh einfliessen lassen konnten, ohne dass wir's vorher gross aufgeschrieben hätten.

Wann machen Sie wieder Musik?
Das tönt, als ob ich mich vom Musikmachen verabschiedet hätte? Ich habe einfach keine Lust, um die Welt zu fliegen und gleichzeitig einen Film und ein Album zu promoten. Abgesehen davon: Ich habe in zehn Jahren nur zwei Platten gemacht. Ich bin also noch im Fahrplan.

[Justin Timberlake & Mila Kunis wurde interviewt von Stefan Gubser, Cineman.ch]

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