| Land (Jahr): | USA (2011) |
| Genre: | Comedy, Drama, Music |
| Filmlänge: | 113min |
| Regie: | Craig Brewer |
| Kinostart: | 13.10.2011 |
| 12.10.2011 (Romandie) | |
| 04.11.2011 (Tessin) |
Julianne Hough: «Nachts habe ich mich oft aus dem Haus geschlichen»
In «Footloose» spielt Sängerin Julianne Hough die weibliche Hauptrolle. Im Interview spricht sie darüber, wie sie in ihrer eigenen Kindheit rebelliert hat und warum das Remake des berühmten Tanzfilms nötig war.
Julianne, Sie sind im sittenstrengen Utah als Mormonin aufgewachsen. Half Ihnen das, sich mit der Rolle von Ariel zu identifizieren?
Definitiv! Mein Vater war und ist sehr konservativ. Als Teenager will ja jeder rebellieren, aber wenn man in seiner Freiheit eingeschränkt ist, dann umso mehr. Hinzu kommt, dass ich mit vier Geschwistern aufgewachsen bin. Da macht man allein schon deshalb Ärger, um Aufmerksamkeit zu bekommen.
Wie haben Sie denn über die Stränge geschlagen?
Nachts habe ich mich oft aus dem Haus geschlichen, um meine Freunde zu treffen. Und wir hatten einen Dresscode daheim: Die Röcke, die ich kaufen durfte, mussten eine bestimmte Länge haben. Da habe ich natürlich ein wenig getrickst, und die Saumlänge zuhause einfach nach oben korrigiert.
Das Tanzen haben Ihnen Ihre Eltern aber offensichtlich nicht verboten.
Oh nein, gar nicht. Meine Geschwister und ich sind mit Singen, Tanzen und Schauspielern grossgeworden. Sogar meine Grosseltern waren Tänzer. Es kommen übrigens sehr viele professionelle Tänzer aus Utah.
Machen sich Ihre strengen Eltern Sorgen, dass Sie im Sündenpfuhl Hollywood gelandet sind?
Nein. Sie unterstützen mich sehr und vertrauen darauf, dass sie mich erzogen haben. Ich kenne meine Werte. Und besonders mein Vater ist sehr stolz auf das, was ich mache.
Wie war Ihre Reaktion, als Sie die heissbegehrte Rolle der Ariel bekamen?
Oh Gott, ich war total aufgeregt. Als das Projekt ganz am Anfang stand, lag der Fokus vor allem beim Tanzen und Singen. Und in diesen Bereichen war ich ja schon etabliert. Als dann Regisseur Craig Brewer den Regie-Job von Kenny Ortega übernahm, rückte der Schwerpunkt plötzlich Richtung Drama. Und so musste ich beweisen, dass ich auch schauspielern kann.
Sie mussten also kämpfen, um die Rolle zu behalten?
Das musste ich, und wie! Aber dazu war ich auch bereit, weil mir das Drehbuch, an dem Craig Brewer gefeilt hat, so gut gefallen hat. Sein Zugang ist echter, schroffer, mehr auf dem Boden der Realität.
Hat Ihre Rolle in der Folge auch mehr Dimension bekommen?
Absolut. Der Konflikt zwischen Ariel und ihrem Vater war im Original zwar da, aber es war nicht klar, warum das Verhältnis so zerrüttet war. Craig hat das geändert. Ariel ist nicht einfach nur eine verzogene Göre. In unserem Film kann man ihren Charakter nachvollziehen und mit ihr mitfühlen.
Ist es heutzutage überhaupt nachvollziehar, dass eine Gemeinde das Tanzen verbietet?
Es gibt immer noch Kleinstädte in Amerika, wo das der Fall ist. Das ist schon verrückt. Ganz allgemein kann man sich fragen: Warum ein Remake? Warum etwas ändern? «Footloose» ist ja eine Ikone. Aber Craig Brewer hat den Film an unsere heutige Zeit und unsere Generation angepasst, ohne den Kern der Geschichte zu verlieren. Er wollte keinen süssen «Hannah Montana» Film machen, sondern etwas authentisches.
[Julianne Hough wurde interviewt von Catharina Steiner]
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