Albert Nobbs
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Filmkritik

Die Frau im Manne

Der Wunsch von Glenn Close, die Geschichte von Albert Nobbs auf die Leinwand zu bringen, ist ungefähr so alt wie ihre Kinokarriere. Schon 1982 spielte sie Titelfigur, die ihren Ursprung in einer Kurzgeschichte von George Moore hat, in einer Bühneninszenierung.

Als sich ihr Traumprojekt nun Jahrzehnte später tatsächlich realisieren ließ, übernahm die Schauspielerin deswegen nicht nur die Hauptrolle, sondern schrieb auch am Drehbuch mit, war als Produzentin verantwortlich und verfasste – gemeinsam mit Sinead O'Connor - sogar den Song für den Abspann. Rein theoretisch hätte sie also im Februar also für ganze vier Oscars nominiert sein können. Dass sie allerdings nur in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin zum Zuge kam, ist bezeichnend für den ganzen Film.

Mit Rodrigo García, der Close schon in seinen Filmen Things You Can Tell Just By Looking At Her und Nine Lives besetzt hatte, fiel die Wahl nämlich nicht unbedingt auf den geeignetsten Regisseur. Wobei der Sohn von Gabriel García Márquez durchaus die nötige Feinfühligkeit an den Tag legt, die für diese Geschichte von Nöten ist. Immerhin handelt sie von einer Frau, die sich im Irland des 19. Jahrhunderts als Mann ausgibt und als Butler in einem Hotel arbeitet, doch darüber ihre Identität zu verlieren droht.

Wenige Regisseure stellen so regelmäßig und ausführlich Frauen ins Zentrum ihrer Arbeit wie der Kolumbianer. Wenige allerdings bleiben dabei aber auch so beharrlich an der Oberfläche kleben wie er. Albert Nobbs unterscheidet sich darin nicht von seinen bisherigen Filmen. Zwar ist García ein begabter Beobachter. Doch das Ausloten von emotionalen Abgründen, das Aufspüren von Dingen, die man eben gerade nicht auf den ersten Blick sieht, scheint seine Sache nicht zu sein. In diesem speziellen Fall ist das besonders problematisch, ist doch seine Hauptfigur schon per se so verschlossen, dass sie von sich aus nicht den geringsten Blick in ihr Innerstes zulässt. So ähnelt der Film seiner Protagonistin ein bisschen zu sehr, bleibt unterkühlt, distanziert und aufgeräumt, wo doch die Thematik zu einem packenden, drastischen und berührenden Drama getaugt hätte.

Was Albert Nobbs bei aller Enttäuschung darüber, dass er sein Potential nicht ausreizt, rettet, sind ohne Frage die Schauspieler. Zwischen jeder Menge bekannter Gesichter wie Mia Wasikowska, Jonathan Rhys-Meyers oder Aaron Johnson versteht es Close hervorragend, ein von Furcht, Einsamkeit und Freudlosigkeit beherrschtes Leben glaubhaft zu verkörpern. Noch besser ist allerdings die ebenfalls Oscar-nominierte Janet McTeer. Als Maler Hubert, der in Wahrheit ebenfalls eine Frau ist, gelingt es ihr als einziger wirklich, sich von Garcías beengend-halbherziger Inszenierung freizuspielen.

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Patrick

HOTEL MORRISON`S Albert Nobbs überzeugt durch die grandiose Glenn Closse sowie verfügt die Story sehr viel Tiefgang. Wie viele Arthouse-Filme kommt auch Albert Nobbs Storymässig sehr la...
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