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Filmkritik

Iranischer Ehe-, Religions- und Sozialkrimi

Der Iran ist ein Dauergast in den Medien, sein Ruf im Westen ruiniert, das Bild verzerrt. Als Asghar Farhadi mit seinem unblutigen, aber vielschichtigen Ehedrama den Goldenen Bären der letzten Berlinale erlegte, lag der Gedanke an ein politisches Votum der Jury auf der Hand. Diese Sorge war aber unbegründet, wie man nun erfreulicherweise selbst sehen kann.

So packend sind lebensnahe Filme selten, so gut gespielt und so sorgfältig inszeniert wenige. Simin, eine etwa 35jährige Lehrerin, will den Iran verlassen, hat dazu vor langer Zeit mit ihrem gleichaltrigen Mann Nader ein Auswanderungsgesuch eingereicht, das kürzlich gutheissen wurde und nur eine gewisse Zeit gültig ist. Bloss nützt ihr das nichts, da Nader nicht mehr auswandern will, seit und solange er seinen inzwischen schwer an Alzheimer erkrankten Vater pflegen muss. Simin möchte mit der gemeinsamen, etwa 15jährigen Tochter Termeh trotzdem ausreisen, wozu sie sich aber scheiden lassen und das Sorgerecht erhalten muss. Damit ist Nader allerdings nicht einverstanden und hat Termeh teilweise auf seiner Seite. Zum privaten und juristischen Seilziehen gesellen sich weitere Komplikationen sowohl privater als auch organisatorischer und juristischer Natur, die alle Beteiligten immer wieder zwingen, ihre Strategie anzupassen. Dabei verfolgen alle beharrlich und klug ihre jeweils eigenen Interessen, suchen und finden aber immer wieder Kompromisse, weil die anderen zum Erreichen ihrer Ziele benötigt werden. Die juristischen Gefechte werden ohne Visier ausgetragen, weil keine Rechtsanwälte im Spiel sind, wodurch die Persönlichkeiten der Figuren unvermittelt offengelegt werden.

Farhadis filmische Mittel sind schlicht, werden aber kunstfertig und angemessen eingesetzt. Wenn die Kamera beispielsweise Position im inneren eines Fotokopierers bezieht, und während des Kopierens das Bild mal schwarz, mal vom Sujet hell erfüllt ist, entfaltet das zusammen mit dem Bildinhalt und der Repetition eine überzeugende Wirkung, ohne dass aufwendige Technik benötigt würde. Die Kamera belebt die Bilder, die themengerecht meist in Innenräumen aufgenommen wurden, indem sie auch sonst immer wieder ungewöhnliche Positionen einnimmt, dabei aber einen wichtigen Aspekt der jeweilige Situation betont. Neben den beiden Hauptfiguren liefern auch die Darstellerin der Tochter und sämtliche Nebendarsteller eine tadellose Leistung, so dass keine Wünsche offen bleiben.

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Mein Kommentar
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8 Kommentare
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reidsch221

Finde dies einen der besten Filme seit Jahren. Die Inszenierung des Regisseurs ist dermassen direkt und subtil zugleich.. der Typ ist ein Meister, zweifelsohne! Aber auch das Schauspielerensemble spie...
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reidsch221

Finde dies einen der besten Filme seit Jahren. Die Inszenierung des Regisseurs ist dermassen direkt und subtil zugleich.. der Typ ist ein Meister, zweifelsohne! Aber auch das Schauspielerensemble spie...
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Patrick

EINE TRENNUNG. Der Film ist wie ein Dokumentar-Film aufgebaut, bei dem jeder selber schlüsse ziehen kan wie die Geschichte aus geht u. s. w. daher auch das offne Filmende. ...
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Dora

hat mich sehr beeindruckt....!
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Daniel

empfehlenswert, Story fesselt nach einem langsamen Start immer mehr
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Sanskius

Interessanter Einblick in eine uns fremde Kultur, wo für uns fremde Probleme auf für uns fremde Art und Weise gelöst werden, und die Menschen dabei doch genau wie wir agieren.
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surfwelle

Atemlos erzählt und nachhaltig inszeniert!!! Eine Ehetrennung im Iran. Was wird anders sein als in Europa wenn eine Familie zerbricht? Neugier! Sie verpufft gleich im ersten Dialog. Die Konflikte äh...
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Stephan

Ein Super Film, welche ohne zu Urteilen oder moralinsauer zu werden verschiedene Blickwinkel einer Tragödie zeigt.

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