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Filmkritik

Und wenn sie nicht gestorben sind...

Der brasilianische Starregisseur Fernando Meirelles erzählt die Geschichten moderner Menschen, deren Wege sich kreuzen, und dreht sich im Kreis.

Der Titel des Films gibt wie erwartet seine Struktur vor, die erste Szene wird auch die letzte sein. Die Würfel sind gefallen und eine neue Runde auf dem Geschichten-Karussell um Liebe und Zufall in Zeiten der Globalisierung kann beginnen. In der ersten Runde erzählt der Film kurze Geschichten diverser Menschen aus verschiedenen Grossstädten, die zufällig aufeinandertreffen. Wien, London, Paris, Denver, Berlin... In fast jedem Fall verändert diese Begegnung das Leben der jeweiligen Person.

Da sind zum Beispiel die ungleichen Schwestern aus Bratislawa, die ihr Glück in Wien versuchen; der Geschäftsmann aus London (Jude Law), der die Liebe zu seiner Frau wiederentdeckt. Oder ein gebrochener Anthony Hopkins auf der Suche nach seiner verschollenen Tochter. Linear und in letzter Instanz zyklisch reiht sich eine Begegnung an die andere und erzählt im Vorbeigehen von den Sehnsüchten der Figuren. Das Leitmotiv, eine zu tätigende Entscheidung, fällt bei jedem anders aus, nur leider auch meistens vorhersehbar. Die Gefahr - den Seitensprung, der Überfall, das Risiko der Vergewaltigung – lässt Meirelles fast immer ins Leere laufen. Ein Film fast ohne Gewalt und grosse Aktion. An sich kein Hindernis für einen sehenswerten Streifen.

Die Verknüpfung der Begegnungen findet in 360 auch eine entsprechende visuelle Umsetzung und auf der Leinwand wird gesplittet, was das Zeug hält: quer, längs, zwei-, drei-, vierfach. Aber leider retten die schicken technischen Spielereien und die ansprechende Starbesetzung (weitere: Rachel Weisz, Moritz Bleibtreu, Ben Foster, Jamel Debbouze) den Film nicht vor der Verbreitung von lauwarmer Langeweile. Die Geschichten der Figuren schaffen es selten zu berühren, zu oft wiederholt sich das Motiv des Verlassens oder Verlassenwerdens in vielerlei Hinsicht.

Die von Meirelles und seinem Drehbuchautor Peter Morgan (Frost/Nixon) gewählte Struktur zwingt auf Breite statt auf Tiefe der Figuren zu setzen und läuft der Gefahr auf, bei allem nur oberflächlich zu bleiben. Dazu fehlt 360 außerdem ein starker roter Faden, wie ihn beispielsweise Babel oder Crash aufweisen, die auf eine kreisförmige Struktur setzen, um auf komplexe Weise einfache Zusammenhänge aufzuzeigen. Die universelle Menschlichkeit von 360 besteht - ähnlich wie zuletzt Blindness - aus Friede, Freude und schlussendlich rundem, k(l)itschigen Eierkuchen.

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Mein Kommentar
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7 Kommentare
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Carmen

Sehr realistisch und immer wieder überraschende Wendungen. So überraschend wie nur das richtige Leben sein kann. Super!
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Carmen

Guter Film: internationale Lebenswege, die sich kreuzen, verhängen und hängenbleiben. Das Leben wie es spielt, ernsthaft, nachdenklich, tragisch, tragikomisch...
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Enver

Episodefilm über eingi mensche, wo ziemlich spannungslos & uninteressant isch.
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Irene11

Ein guter Film bei dem man nicht nach 10 Minuten das Ende errät. Fand ich sehr spannend, würde ihn wieder schauen.
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martina.balzer

Etwas zum Nachdenken, für alle die, die auch mal einen ernsthafteren Film schauen möchten.
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Marco

ganz passabel aber auch nicht spektakulär
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Patricia

Halt kein Spielfilm, aber interessant erzählte Geschichten, die teilweise miteinqander verknüpft sind. Spannung fehlt auch nicht.

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