Filmkritik

Nichts wie raus

Russell Crowe will im neuen Thriller von Paul Haggis seine Ehefrau aus dem Knast befreien. Aber wie plant man einen Gefängnisausbruch, ohne je einen Tag hinter Gittern verbracht zu haben?

Nichts wie raus

Plötzlich steht die Staatsgewalt vor der Tür. John Brennan (ein pummeliger Russell Crowe) fällt aus allen Wolken, als seine Frau Lara (Elizabeth Banks) abgeführt, des Mordes angeklagt und zu 20 Jahren Haft verurteilt wird. Als auch die Revision scheitert, sieht John sich gezwungen, seine Gattin auf eigene Faust aus dem Gefängnis zu befreien.

Mit The Next Three Days geht Paul Haggis einem der liebsten Hobbies Hollywoods nach: dem Nachdrehen europäischer Überraschungserfolge. Das Remake basiert auf dem französischen Thriller Pour elle, erzählt wird die Geschichte eines Familienvaters, der sein bequemes Leben Schritt für Schritt demontiert, um seine Frau aus dem Kittchen zu holen. Mit ihrer Verurteilung beginnt ein langer und unaufhaltsamer Wandel, der den zahmen John Brennen über die Grenzen des "normalen Verhaltens" treiben wird.

Dabei wird bewusst und gezielt mit dem Unrechtsempfinden des Publikums gespielt. Die Frage nach Laras Unschuld wird so lange offen gelassen, bis die Antwort keine Rolle mehr zu spielen scheint. Der gemeinsame Sohn ist noch zu jung, um zu verstehen, was sein Vater tut, und so muss man sich immer wieder fragen, ob er ein verantwortungsloser Don Quixote oder ein von unsterblicher Liebe getriebener Ehemann ist. Genau dieser Punkt macht die kompetent, aber teils steril erzählte Geschichte zu etwas unterhaltsam Mitreissendem.

Ganz ohne Klischees kommt die in die Vereinigten Staaten verlegte Story nicht aus: Die Ermittler, die Brennan auf den Fersen sind, sind so intuitiv und genial, wie man es aus diversen US-Thrillern und TV-Serien kennt. Der gesamte Arm des Gesetzes funktioniert so reibungslos wie es nur in Actionphantasien von Hollywood möglich ist. Dieser Übermacht stellt sich ein naiver und unerfahrener Englischlehrer entgegen. Dabei fällt der Film selten auf plumpe Materialschlachten zurück, um Spannung zu erzeugen. Stattdessen rufen kleine Charaktermomente dem Zuschauer immer wieder ins Gedächtnis, wie überfordert John von der Situation eigentlich ist.

The Next Three Days erinnert an die atemlosen US-Thriller der 70er Jahre. Er kann es nicht mir The Three Days of the Condor aufnehmen, bietet aber 122 Minuten gute Unterhaltung.

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Mein Kommentar
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25 Kommentare
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The Next Three Days
gefuehlsmensch 3 5 1

zieht sich irgendwann ziemlich in die Länge.
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Patrick 4 5 1

Der Film nimmt sich viel zeit bis er die Spannungs-Schraube anzieht, kan aber bis da hin durch eine schöne Vater/Sohn Story überzeugen.
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anabah 3 5 1

Ich fand den Film etwas unrealistisch und ebenfalls zu lang und langatmig. Russell Crowe zeigte wie meistens in seinen Streifen eine gute Leistung.
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Esther 4 5 1

Ein bisschen zu sehr in die Länge gezogen, ansonsten einfach ein super sehenswerter Film!
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Patricia 5 5 1

Endlich wieder mal ein intelligent gemachter Thriller. Spannend von Anfang bis Schluss und dies noch Openair ohne Regen, was will man mehr; -)
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Tuvok 4 5 1

LARA wird verdächtigt einem Typen den Schädel eingeschlagen zu haben. Und zwar mit einem Feuerlöscher, deshalb der Blutfleck oder? Gesehen wurde sie von einem Zeugen, und sie hat aber vorher Streit mi...
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Tuvok 4 5 1

Wenn Russel Filme ins Kino kommen ist meine Freundin ganz scharf, ich auch, weil wenn sie scharf ist, bin ich es auch hin und wieder und dann sitzt man da im Kino und kann seine Augen gar nicht abwend...
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Manuela 4 5 1

Gute Unterhaltung, in der zweiten Hälfte richtig spannend!
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Chris 5 5 1

Hatte eig. keine grossen erwartungen, aber es war der hammer! Bin echt begeistert! Toller Film, toller Russell Crowe!
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4 5 1

Die erste Hälfte ist etwas zäh, dann wirds aber richtig spannend. Zwar erachte ich die Befreiung als ziemlich unrealistisch, aber Russel Crowe und vor allem der süsse kleine Ty Simpkins spielen ihre R...
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25 Kommentare

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