Login anzeigen

Das meinen die User

m&m's

3.05 m&m's | 96 User

Alle Kommentare (30) m&m's Movie Charts

46 User haben ihre Watchlist nicht freigegeben.

Watchlist-Charts

The American - Filmkritik

Auf Watchlist setzen

48

User

Land (Jahr): USA (2010)
Genre:Drama, Thriller
Filmlänge:103min
Regie:Anton Corbijn
Kinostart:16.09.2010
 27.10.2010 (Romandie)
 10.09.2010 (Tessin)

mehr +

Jetzt DVD bestellen
 

Der Schmetterlings-Killer

30

Ein Profikiller reist für seinen letzten Auftrag in die Abruzzen, wo er sich in eine Hure verliebt: introspektiver Wiedergutmachungs-Krimi des holländischen Fotografen Anton Corbijn («Control»).

Bildgalerie

Gleich zu Beginn von Anton Corbijns zweiter Regiearbeit muss Jack (George Clooney) wieder einmal alle Zelte abbrechen und Zeugen beseitigen, weil seine Tarnung aufgeflogen ist. Auf der Suche nach den Hintermännern und einem Weg in ein neues Leben lässt sich der Killer und Waffenschmied von seinem Kontaktmann in einem Bergdorf in den Abruzzen unterbringen, wo er einen allerletzten Auftrag erfüllen will. Dass es in dieser lose auf Martin Booths Roman «A Very Private Gentleman» basierenden Geschichte dann doch etwas anders kommt, versteht sich von selbst. Während Jack in seiner Abgeschiedenheit für eine rätselhafte Klientin (Thekla Reuten) das perfekte Gewehr baut, freundet er sich mit dem örtlichen Priester (Paolo Bonacelli) an und verliebt sich in eine warmherzige Prostituierte (Violante Placido). Und er wird zusehends vom Jäger zum Gejagten.

Dass Corbijn in Sachen Story nicht vollkommen neue Pfade begeht, lässt sich verschmerzen: Bei «The American» ist das Wie der Erzählung wichtiger als das Was. Wer hier Action oder Tempo erwartet, wird enttäuscht, vielmehr folgt der Regisseur ziemlich langsam und bisweilen spröde den klassischen Strukturen eines Westerns. Der Spannungspegel schlägt nur sporadisch aus, der Film lebt vom atmosphärisch dicht inszenierten Eigenbrödlerdasein seines sperrigen Protagonisten, den starken Bildern eines kargen Italiens und der erstaunlichen, von Herbert Grönemeyer komponierten Filmmusik.

Es ist bisweilen verblüffend, wie weit weg die US-Produktion von gängigen Hollywoodthrillern ist. Clooney lässt seinen Charme dieses Mal außen vor, dafür gibt er sich zäh, introspektiv und dunkel wie selten. Das steht ihm gut zu Gesicht und passt bestens zu den moralisch-existenzialistischen Fragen, die Corbijn in seiner von katholischen Schuld- und Wiedergutmachungsideen durchzogenen Geschichte aufwirft.

Es ist allerdings - mehr noch als bei «Control» - auch nicht zu übersehen, dass Corbijn seine filmischen Wurzeln im Metier der Musikvideos hat. Immer wieder entscheidet er sich fürs allzu Offensichtliche: Weil sein Protagonist ein Schmetterlings-Tattoo auf dem Rücken trägt, flattern gerne mal bunte Falter durchs Bild, während eine Callas-Arie aus «Madame Butterfly» ertönt. Am ärgerlichsten aber ist zweifellos das viel zu ausgiebig bediente Klischee der Hure mit dem goldenen Herzen. Damit verkauft dieser eigentlich durchaus intellektuelle Film sein Publikum leider für dümmer als nötig. [Patrick Heidmann]

weitersagen

m&m's movie world filip: Als Fotograf liebe Ich diese Film natürlich. Anton...
m&m's Paintloud: Ich glaube ihr seid viel zu viel an die Kommerz-Fi...
m&m's Samuel19: Super für den Langstreckenflug im Economy-Sitz: Fü...
m&m's Andreas: Kannst du nicht schlafen? Dann zieh dir diesen Fil...
m&m's publizischt: Wunderschöne Aufnahmen & dunkle atmosphärische Mus...