Step Up 3-D - Filmkritik
| Land (Jahr): | USA (2010) |
| Genre: | Drama, Music, Romance |
| Filmlänge: | 107min |
| Regie: | Jon Chu |
| Kinostart: | 19.08.2010 |
| 18.08.2010 (Romandie) | |
| 01.10.2010 (Tessin) |
Rhythmus ist Trumpf
Das romantische Tanzabenteuer geht mit neuen Beats und Rhythmen in die dritte Runde - und in die dritte Dimension.
Tanz ist bekanntlich mehr, als sich rhythmisch zu Musik zu bewegen. Im Tanz bietet sich die Möglichkeit, ohne Sprache, auf den puren Ausdruck reduziert, mitreißende Geschichten zu erzählen. Und Tanz bietet jeder Generation die Möglichkeit, ihren Begehrlichkeiten Gestalt zu verleihen, damit regelrecht gesellschaftliche Revolutionen loszutreten. Am Ende der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts scheinen solche Intentionen passé. In einer sich rauschartig beschleunigenden Spaß- und Konsumgesellschaft verliert der Tanz jede übergeordnete Aussagekraft. Im Mittelpunkt stehen akrobatische Nummern und Tänzer, die in ihrem stylischen Look Hochglanz-Modemagazinen entstiegen sein könnten.
Das dritte Sequel der «Step Up»-Reihe ist ein so auf superstylish getrimmtes Produkt. In einer Mischung aus MTV-, Werbe- und zuweilen Computerspiel-Ästhetik ist der Film der jugendlichen Zielgruppe wie auf den Leib geschneidert. Im Kern blieb dennoch etwas der klassischen Auseinandersetzung wie in «West Side Story» oder Shakespeares «Romeo und Julia» erhalten. Es stehen sich zwei rivalisierende Tanztruppen gegenüber. Beide wetteifern bei einem Contest um das Preisgeld. Die «Pirates» um Teamleader und Coach Luke (Rick Malambri) brauchen das Geld dringend, um die Raten für das Lagerhaus zu bezahlen, in dem sie leben und trainieren. Um sich gegen die «Samurai» durchzusetzen, hat sich Luke deshalb Verstärkung gesucht. Neu in die Truppe kommen Moose (Adam Sevani) und Natalie (Sharni Vinson), für die Luke schnell mehr empfindet. Ihre Loyalitäten sind aber verschwommen.
Story und Handlung bewegen sich ebenso wie die Dramaturgie und die Charaktere durchgehend auf Telenovela-Niveau. «Step Up 3D» macht aber nie einen Hehl daraus, dass der Streifen überhaupt keine Ambition verfolgt, auf dieser Ebene etwas leisten zu wollen. In Sachen Tanzeinlagen gelingt es hingegen eine feurige Show zu entfachen, die von einem nicht hektischen Schnitt eindeutig profitiert. Mit einer kleinen Gene-Kelly-Hommage beschwört der Film darüber hinaus sogar ein paar magische Momente vergangener Kinotage herauf. Und selbst die dritte Dimension, die bisher nur selten überzeugen konnte, fügt zuweilen den Moves noch ein Quäntchen an räumlicher Wirkung hinzu. Wer über die sonstigen Schwächen hinweg zuschauen vermag, wird durchaus auf seine Kosten kommen. [Dimitrios Athanassiou]
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