Sennentuntschi
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Filmkritik

Kerle, Kruzifix und kein Erbarmen

Der Leidensweg ist zu Ende, das «Sennentuntschi» lebt. Und wie! Die sagenhafte Hirtenpuppe, die belebt und geschändet wurde, kehrt den Spiess um und macht Mannsbilder zu Puppen. Michael Steiners harsches Alpendrama entpuppt sich als Mysterythriller mit einigen horrenden Rätseln. Sein Genremix wird manche Kinobesucher überfordern und irritieren.

Kein leicht verdaulicher Brocken, den der Schweizer Filmemacher Michael SteinerGrounding», «Mein Name ist Eugen») dem Premierenpublikum beim 6. Zurich Film Festival zumutete. Das lag auch nicht in seiner Absicht. Er hat den sagenhaften «Sennentuntschi»-Stoff zu einem Genremix verquirlt - aus Alpenwestern, Bergdrama, Exorzismus-Thriller und Mysterytour. Es beginnt ganz harmlos mit Mutter und Kind beim Pilzesuchen. Doch da steckt schon Gift - oder der Teufel? - drin. Ein Skelett im Wald und die übliche «Tatort»-Szenerie. Eine vermummte Gestalt verschwindet. Und schon wird der Zuschauer ins Jahr 1975 versetzt.

Erst der Absinth bringt die freudlose Seele der einsamen Männer auf der Alp zum kochen. Der Senn Erwin (Andrea Zogg), der scheinbar depperte Bub Albert (Joel Basman) und der Städter Martin (Carlos Leal), der vor irgendetwas flieht, basteln eine Puppe und hauchen ihr im Suff Leben ein. Was dann passiert, kann sich der Zuschauer ausmalen und bekommt es später im Film nachgeliefert.

Zeitsprung und Szenenwechsel: Eine sprachlose Frau sucht ein Bergdorf und den Dorfpolizisten Reusch (Nicholas Ofczarek) heim. Kurz zuvor wurde ein Kirchenmann am Strick gefunden. Der Pfarrer (Ueli Jäggi) fuchtelt bald einmal mit dem Kruzifix herum und macht den Teufel, sprich die Fremde (Roxane Mesquida), für den «Selbstmord» seines Kutten-Bruders verantwortlich. Der Pfaff hetzt die Dorfmeute auf und die Jagd beginnt.

Flucht und Jagd, Verstörung und Aufklärung, Gewalt und Rache, Sex und Sünde - das sind die Ingredienzien, die Michael Steiner zu einem schaurigen Mystery-Cocktail mixt. Realität und Erscheinungen vermischen sich auf verschiedenen Zeitebenen und Schauplätzen. Dramaturgisch nicht immer nahtlos verbunden, werden viele Irritationen und Rätsel aufgeworfen: Was steckt hinter dem tumben Bub und hinter dem unbefleckten Tuntschi, das sich animalisch gibt, aber auch Gefühle zeigt? Selbst das Kampusch-Drama findet Eingang in die Geschichte. Was bleibt? Ein investigativer Bündner Film für den Kopf und fürs Auge, der viele Puzzlestücke liefert, die man selber zusammensetzen muss. Ein Film, der zuviel will, überladen wirkt und zwischen Tragödie und Thriller pendelt.

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Mein Kommentar
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99 Kommentare
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fcamichel

Ein wirklich sehenswerter Schweizer Film. Mystische Stimmung wird gekonnt eingesetzt und die Charaktere wirken jederzeit authentisch. Die Geschichte wird gelungen erzählt, fesselt die Zuschauer und bi...
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Harald E.

Unheimlich, mysteriös und mit einigen Schockmomenten handwerklich stark gemacht. Der Regisseur setzt (eine gute Surround Anlage vorausgesetzt) sogar den Ton als Stilmittel ein. Ein ganz starkes Stück ...
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movie world filip

okay, unterhaltsam
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Isabelle

meinen hohen erwartungen wurden leider entäuscht. zu viel klischee und zu wenig spannung. keine ahnung was da spannend sein soll...
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anabah

Man muss dran bleiben, um die verschiedenen Handlungsstränge der Story zu verstehen. Typisch Schweizer Film: Es sind immer etwa die gleichen Schauspieler zu sehen. Joel Basman und Andrea Zogg bringen ...
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Thomas

Durchwegs spannend, handwerklich super gemacht und mit einer Story, die jederzeit mit einer Überraschung auftrumpfen kann. Sennentuntschi bräuchte sich auch international keinesfalls zu verstecken. Em...
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tomzwa

die ersten 15 MInuten machen Lust auf mehr... und dann? flacht der Film ab da alles schon gesagt ist. Wiederholung folgt auf Déja Vu, und die Dorfkirche wird ca. 100 mal gezeigt... Die Charaktere sind...
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mario.silvestri

Wir haben den film zu zweit geschaut und nachdem wir ca 15 min lang nach dem film die ganzen zeit und szenenwechsel analysiert haben ist nun alles klar ein wirklich eindrucksvoller film nur weiterzuem...
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WOW! was mit einem überaus kitschig-künstlichen fliegenpilz (typisch schweizerfilm) begann steigert sich nach wenigen minuten in ein WELTKLASSEFILM! spannung bis zum schluss... abscheulich in verbaler...
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Es geschehen noch Zeichen und Wunder: ein guter CH-Film, der es locker mit internationalen aufnehmen kann!
99 Kommentare

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