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Filmkritik

Der Feind im Bett zum guten Zweck

Eine charmante Polit-Aktivistin verliebt sich in einen verklemmten Franzosen: freche, aber nie plumpe Satire, die nichts ernst nimmt - am wenigstens sich selbst.

Arthur (Jacques Gamblin), gut 50 Jahre alt, eingefleischter Junggeselle und Tierseuchenspezialist wird immer dann gerufen, wenn irgendwo in Paris ein toter Vogel vom Himmel fällt. Sein Privat- und insbesondere Liebesleben ist ungefähr so lebendig wie die Kadaver, die er seziert - eine Folge ernüchternder Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht in seiner Jugend, die er allerdings mutwillig provozierte. Zusammen mit seiner Déformation professionelle, die ihn jegliches Risiko scheuen lässt, ist aus ihm ein Wagenichts geworden, dessen Gesellschaft ungefähr so anregend ist wie diejenige einer Topfpflanze.

Bahia (Sara Forestier) geht auf die 30 zu und ist eine wahre Draufgängerin, die mit vollem Körpereinsatz arbeitet, wenn sie einem Mann begegnet, der nicht auf ihrer politischen Seite steht - und sie sucht diese Begegnungen gezielt, um eine politische Wirkung zu erzielen. Dass sie bei Arthur eine doppelt schwierige Aufgabe zu lösen hat, weil der eigentlich kein Rechter ist und sich lieber mit toten Vögeln beschäftigt als mit dem Vögeln, spornt sie an.

Mit dieser Konstellation könnte man einen einfach gestrickten Klamauk inszenieren - nicht so Michel Leclerc: Er reichert den Stoff mit vielen originellen und klugen Einfällen an und karikiert dabei die französische Politszene pointiert. Seine Leichtigkeit erlaubt es ihm, sogar die grauenvolle Judenverfolgung humorvoll zu kommentieren. Dabei vermeidete er Peinlichkeit oder Geschmacklosigkeit, indem er gerade die Verrenkungen und Verbiegungen auf die Schippe nimmt, die das Respektieren von Tabus nötig macht.

Seine Hauptdarsteller brillieren - besonders Sara Forestier - und in die gute Besetzung der Nebenrollen reiht sich sogar Lionel Jospin ein. Das volle Vergnügen kann man allerdings nur genießen, wenn man mit der jüngeren politischen Geschichte Frankreichs vertraut ist. Aber die Bemerkung Bismarcks, Politik sei eine Hure, bekommt auch so eine neue, witzige Ausdeutung. Absurd, sehr amüsant, total französisch.

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Mein Kommentar
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2 Kommentare
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martinamem

Typisch französiche Komödie - schon lange nicht mer so herzlich gelacht!
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Manuela

Wer französischen Film mag, wird diesen lieben. Die Figuren entführen in eine sonderbare aber faszinierende Welt.

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